Auch wenn dieser Acker nun nicht bebaut werden soll, wofür sich die Bürgerinitiative stark gemacht hat, fordert die Vereinigung von der Stadt ein besseres Konzept für Wirtschaftsförderung. - © GERALD DUNKEL
Auch wenn dieser Acker nun nicht bebaut werden soll, wofür sich die Bürgerinitiative stark gemacht hat, fordert die Vereinigung von der Stadt ein besseres Konzept für Wirtschaftsförderung. | © GERALD DUNKEL

Bünde Muckumer fordern Konzept der Wirtschaftsförderung

Kritik an der Stadt Bünde: Nach der Häcker-Entscheidung, das neue Werk in Venne zu bauen, wirft die Bürgerinitiative Muckum "Der Acker bleibt" der Stadt vor, sie kümmere sich nicht um kleinere und mittlere Betriebe

Bünde. Zum Artikel "Politik bedauert Häcker-Entscheidung" äußert sich die Bürgerinitiative aus Muckum. "Der Acker bleibt" in einer Stellungnahme: "Schlechte Nachricht", "Bin traurig", "Chance vertan" - so kommentierte die Bünder Politik die Entscheidung der Firma Häcker, das neue Werk in Venne zu errichten. "Wir freuen uns, dass das Unternehmen den Mut hat, zu erweitern und neue Arbeitsplätze verspricht", schreibt die Bürgerinitiative. " - Ganz ehrlich und ohne Hintergedanken." Natürlich begrüße die Initiative die "Vernunftentscheidung" des Unternehmens, ein Landschaftsschutzgebiet nicht zu zerstören. "Vergessen ist aus unserer Sicht das Gesagte und vielmehr auch das nicht Gesagte der Firma Häcker. Vergessen die jüngst völlig unangemessene Bürger- und Medienschelte von Jochen Finkemeier." Der Unterschied zu Venne liege nicht bei den Bünder Bürgern, die angeblich keine Willkommenskultur kennen würden, sondern einzig und allein an dem Vorhaben, in einem Landschaftsschutzgebiet (Muckum) oder einem ausgewiesenen Industriegebiet (Venne) das neue Werk zu errichten. "Wir wünschen viel Erfolg", schreibt die Initiative. Unverständlich sei für sie die Reaktion der Bünder Politiker: Häcker erweitere "in Sichtweite". Bünder Bürger könnten im nahen Umkreis Arbeit finden, die Einkommensteuern blieben in Bünde. Die Ertragsteuern fielen ohnehin in Rödinghausen an. Gewerbesteuern fielen aufgrund der gegenzurechnenden Investitionen auf Jahre nicht an. »Alle Beteiligten sollten sich freuen« Das Landschaftsschutzgebiet in Muckum bleibe erhalten, dürfe man Bürgermeister Wolfgang Koch glauben, der auf der Informationsveranstaltung zu dem Vorhaben in Muckum gesagt habe, es sei projektbezogen, es würden keine weiteren Firmen dort angesiedelt. Insgesamt sollten doch alle Beteiligten gleichermaßen erfreut sein, findet die Initiative. "Warum die Bünder Politiker (bis auf die Grünen) nicht? Weshalb hört bei ihnen die Solidarität an der Landesgrenze zu Niedersachsen auf? Wieso sind diese Politiker bereit, ein Landschaftsschutzgebiet zu zerstören, obwohl in unmittelbarer Umgebung ein ausgewiesenes Industriegebiet existiert, das sämtliche Bedürfnisse des Unternehmens einschließlich zukünftiger Erweiterungen erfüllt?", fragt die Initiative. Es gehe um Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. In Gesprächen mit Ratspolitikern habe die Bürgerinitiative nach einem Konzept der Wirtschaftsförderung gefragt. "Es gibt keines", sei die Antwort gewesen. "Erschreckend, wenn man bedenkt, dass es sich um Aufgaben von hoch bezahlten Mitarbeitern der Stadt Bünde handelt." Wenn Häcker die Vorfertigung in den neuen Werken übernehme, bekämen in Bünde mindestens zwei Betriebe, die derzeit überwiegend für Häcker fertigen, Schwierigkeiten. "Egal ob Muckum oder Venne. Wo ist die Antwort oder Hilfestellung der Politik?", fragt die Initiative. "Keine Ideen, keine Initiativen - welche Firmen wo und wie für Bünde zu gewinnen sind." Daher verwundere es nicht, "dass sich eben diese Herren an der Fläche in Muckum bedienen möchten, um es anschließend auch noch als erfolgreiche Politik der Wirtschaftsförderung zu verkaufen", so die Initiative. Die Verwaltungsspitze in Bünde befürchte wirtschaftliche Nachteile. "Ein Grund mehr, endlich die Hausaufgaben zu machen. Wir fordern den Rat der Stadt Bünde auf, sich zum Landschaftsschutzgebiet in Muckum zu bekennen und endlich vom Bürgermeister ein nachhaltiges Konzept für die Wirtschaftsförderung in Bünde einzufordern", schreibt die Initiative.

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