Alternative Route: Weil die Löhner Straße sehr schmal ist, wird der Radweg nördlich der Fahrbahn über einen aufgeschütteten Damm geleitet. In Hiddenhausen mündet der Weg in einen neuen Fahrradschutzstreifen. - © Foto: Katharina Georgi
Alternative Route: Weil die Löhner Straße sehr schmal ist, wird der Radweg nördlich der Fahrbahn über einen aufgeschütteten Damm geleitet. In Hiddenhausen mündet der Weg in einen neuen Fahrradschutzstreifen. | © Foto: Katharina Georgi

Kirchlengern Neuer Radweg führt bis Hiddenhausen

Ende der Baustelle: Die Löhner Straße zwischen der B?239 in Oberbehme und der Bünder Straße in Hiddenhausen ist wieder frei. Radfahrer können jetzt bis in die Nachbargemeinde ohne Umwege fahren

Katharina Georgi

Aufatmen bei Anliegern, Gewerbetreibenden und auch den Pendlern, die ein halbes Jahr Umwege und zumindest zeitweise Umsatzeinbüßen in Kaufe nehmen mussten. Denn: Die Löhner Straße (L?782), Verbindung zwischen Herforder und Bünder Straße, ist wieder frei. Radfahrer können sich über einen neu angelegten Bürgerradweg freuen, der Oberbehme und Hiddenhausen miteinander verbindet. Über rund 1,3 Kilometer erstreckt sich der neue Bürgerradweg. Insbesondere die scharfe Kurve auf etwa der Hälfte der Strecke bedeutete für Radfahrer einen Gefahrenpunkt. Zusätzlich war die Löhner Straße sehr schmal. Es blieb kein „Überlebensraum“ für Radfahrer, wenn zwei Lkw aneinander vorbeifahren. Das hatten Mitglieder der Fahrradgruppe des Heimatvereins Eilshausen jahrelang moniert, war aber auch bei vielen Kirchlengeranern immer wieder Thema. 2011 fiel dann die Entscheidung vom Landesbetrieb Straßen NRW, bei einer Sanierung der Straße zugleich einen Bürgerradweg anzulegen. Denn wer von Kirchlengern über Radwege nach Hiddenhausen fahren wollte, musste enorme Umwege in Kauf nehmen. Für Kirchlengeraner Radfahrer fehlt die Anbindung vom Radweg an der B?239 nach Eilshausen. Federführend waren bei dieser Straßenbaumaßnahme die Mitarbeiter der Gemeinde Hiddenhausen. Gemeinsam arbeiten und Projekte verwirklichen, darin sind beide Seiten schon geübt. Denn schon seit 1999 teil sich Kirchlengern und Hiddenhausen das Gewerbegebiet Oberbehme. „Interkommunal“ nennt sich die langfristige Kooperation. Der neue Radweg, der zum Teil auch als Wirtschaftsweg von Landwirten genutzt werden kann, führt künftig von der Bundesstraße 239 die Löhner Straße entlang bis nach Hiddenhausen. Dort sind neue Fahrradschutzstreifen beidseitig bis zur Kreuzung Bünder Straße aufgebracht worden. Sie sind sind Teil der Fahrbahn und durch eine dünne, unterbrochene Linie gekennzeichnet. Autos dürfen auf Schutzstreifen nicht parken und nur ausnahmsweise fahren, zum Beispiel in einer engen Straße, wenn zwei Busse sich begegnen. Der Bürgerradweg heißt übrigens deshalb so, „weil sich die Anlieger beteiligen“, erklärt Alexander Graf, der zuständige Mitarbeiter im Hiddenhauser Rathaus. Beide Bauabschnitte mitsamt Bürgerradweg kosten zusammen 1,14 Millionen Euro. Den größten Teil übernimmt der Landesbetrieb Straßen NRW, der die Fahrbahndecke instand gesetzt hat mit gut 730.000 Euro, wie Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes auf Anfrage der NW mitteilt. Außerdem werden die Entwässerungsrinnen an beiden Fahrbahnrändern erneuert. Rund 400.000 Euro kostet nur der neue Bürgerradweg. Gut 30.000 Euro übernehmen die Anlieger der Löhner Straße. Die Gemeinde Kirchlengern zahlt gut 33 Prozent, Hiddenhausen etwa 66 Prozent. Witterungsbedingt war die Löhner Straße gut zwei Wochen länger als geplant in Hand der Bauarbeiter. „Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist die Verzögerung noch moderat“, so die Einschätzung von Graf, der insgesamt zufrieden ist. Einen letzten, dritten Bauabschnitt muss die Löhner Straße noch über sich ergehen lassen. Dann nämlich, wenn der neue Verbrauchermarkt bei Edeka Wehrmann fertig ist. Dann soll der Teil zwischen Bünder und Kurzer Straße verbreitert werden. Denn der neue Markt wird dann eine eigene Linksabbiegerspur bekommen.

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