Gemeinsam für das Wohl von Tieren: Bürgermeister Wolfgang Koch, Landrat Jürgen Müller, Landtagsabgeordnete Angela Lück, Renate Siekkötter (Vorsitzende des Tierschutzvereins), Tierärztin Tanja Hochstetter, Sandra Hagemeier (Tierrettung Herford) und Wilfried Rominski (Pfotenhilfe Löhne, v.l.). - © Tierschutzverein
Gemeinsam für das Wohl von Tieren: Bürgermeister Wolfgang Koch, Landrat Jürgen Müller, Landtagsabgeordnete Angela Lück, Renate Siekkötter (Vorsitzende des Tierschutzvereins), Tierärztin Tanja Hochstetter, Sandra Hagemeier (Tierrettung Herford) und Wilfried Rominski (Pfotenhilfe Löhne, v.l.). | © Tierschutzverein

Bünde/Enger Herausforderungen für Tierschützer

Tierheim Ahle: Verein ist mit dem Tag der offenen Tür zufrieden. Im Moment bereiten den ehrenamtlichen Helfern vor allem Wildtiere Probleme

Bünde/Enger. Ein voller Erfolg war nach eigenen Angaben der Tag der offenen Tür im Bünder Tierheim. Einer Mitteilung zufolge nutzten mehr als 1.000 interessierte Besucher die Gelegenheit, sich über aktuelle Tierschutz-Themen, die vielfältige Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Aktiven und die vierbeinigen Bewohner zu informieren. Landrat Jürgen Müller eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Die Landtagsabgeordnete Angela Lück (SPD), Bürgermeister Wolfgang Koch sowie die Tierärztin Tanja Hochstetter vom Kreisveterinäramt gehörten ebenfalls zu den Besuchern. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Info-Stand der Arbeitsgemeinschaft Tierschutz für den Kreis Herford zuteil. Die ARGE-Tierschutz ist ein Zusammenschluss von sieben im Kreis Herford tätigen Tierschutzorganisationen, deren Projekte vom Kreisveterinäramt begleitet werden. "Eine derartige Arbeitsgruppe in enger Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt ist wohl einmalig in Deutschland", heißt es in einer Mitteilung des Tierschutzvereins. PROJEKTE Die Kastration von verwilderten Hauskatzen ist eine der wichtigsten Aufgaben, die sich die Tierschützer gestellt haben. In einem neuen Projekt geht es um die Resozialisierung von verhaltensauffälligen Hunden. Die Mitglieder der ARGE werden immer häufiger mit diesem Problem konfrontiert. Haupt- und ehrenamtliche Aktive der Vereine sollen im Umgang mit solchen Vierbeinern intensiv geschult werden, um eine schnellere Vermittelbarkeit der Problem-Hunde zu erreichen. WILDTIERE Immer öfter müssen die Aktiven des Tierschutzvereins und des Tierheims Bünde-Ahle sich um verletzte, kranke und Wildtiere kümmern. "Junge Feldhasen werden besonders häufig Opfer falsch verstandener Tierliebe und als vermeintliche Waisenkinder von besorgten Tierfreunden eingesammelt", heißt es von den Tierschützern. Viele Menschen wüssten nicht, dass es zur Überlebensstrategie dieser Tierart gehöre, dass die Mutter nur ein- bis dreimal täglich ihre Jungen zum Säugen aufsuche und diese die meiste Zeit alleine seien. Zur Zeit wird wieder ein junger Feldhase von den Tierschützern mit der Flasche aufgezogen, der aus Unkenntnis in menschliche Obhut genommen wurde. VÖGEL In Kirchlengern fegte ein Schornsteinfeger ein Dohlennest mit sieben Jungtieren aus dem Schornstein. Der Hausbesitzer brachte die Jungvögel ins Tierheim. Es kommt auch häufig vor, dass verletzte Vögel geborgen werden, in den vergangenen Wochen auch ein junger Buntspecht. Sämtliche Kosten, die mit der Bergung, Aufzucht und Versorgung von Wildtieren in Zusammenhang stehen, werden vom Verein nur durch Spenden finanziert. HUNDE Im Tierheim werden immer mehr Abgabetiere aufgenommen, unter anderem die junge Hündin Sheila. Sie wurde von ihren Vorbesitzern "unüberlegt angeschafft", wie es von den Tierschützern heißt. Als diese dann feststellten, das sie den Hund nicht den ganzen Tag alleine lassen können, wurde das Tier abgegeben. Sheila ist eine seltene Mischung aus Harzer Fuchs und Labrador. KATZEN Auch Kater Moritz ist ein Abgabetier. Sein Frauchen konnte sich aufgrund ihres Alters und Gesundheitszustandes nicht länger um den Kater kümmern. Moritz wog 17 Kilo als er von den Mitarbeitern des Tierheims Ahle abgeholt wurde. "Bei einem derartigen Übergewicht wundert es nicht, dass seine Leberwerte nicht in Ordnung sind. Inzwischen hat Moritz schon etliche Kilo abgenommen", so die Tierschützer. Katzendame Julchen wurde nach dem Tod ihres Frauchens in Obhut genommen. Auch Julchen hat gesundheitliche Probleme, die aber medikamentös gut behandelbar sind. Im Tierheim haben sich Julchen und Moritz angefreundet.

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