"Bitte recht freundlich": Bewohner und ehrenamtliche Mitarbeiter wurden von einem Profifotografen und mehreren Hobbyfotografen bei ihren Tätigkeiten begleitet. Eine ganz besondere Situation für alle Beteiligten. Fotos: Angelina Kuhlmann|| - © Angelina Kuhlmann
"Bitte recht freundlich": Bewohner und ehrenamtliche Mitarbeiter wurden von einem Profifotografen und mehreren Hobbyfotografen bei ihren Tätigkeiten begleitet. Eine ganz besondere Situation für alle Beteiligten. Fotos: Angelina Kuhlmann|| | © Angelina Kuhlmann

Bünde Seniorenheim wirbt mit Fotoaktion für das Ehrenamt

Tag des Ehrenamtes: Mit professionellen Fotos von freiwilligen Mitarbeitern und Bewohnern möchte das Jacobi-Haus Reklame für mehr Engagement machen

Angelina Kuhlmann

Anneliese König ist mit ihren 82 Jahren ganz aus der Puste. Eine Sitzgymnastikgruppe leiten und dabei immer freundlich in die Kamera lächeln: Das gibt es im Seniorenheim auch nicht alle Tage. Im Jacobi-Haus Bünde sind knapp 30 ehrenamtliche Helfer wie Anneliese König tätig. Sie holen Bewohner zu Spaziergängen ab, singen gemeinsam, bieten Gymnastikgruppen an und sind manchmal auch einfach nur zum Reden da. Aber wie in vielen anderen Bereichen wird die Zahl dieser Helfer auch im Bünder Seniorenheim immer kleiner. "Die Ehrenamtlichen werden immer älter und es kommen nur wenig jüngere nach", sagt Bernd Hainke, Hausleiter im Jacobi-Haus. Dabei sei ihre Arbeit für die Einrichtung unverzichtbar: "Wenn sie da sind, dann ist hier richtig was los. Das tut den Bewohnern gut". Im Rahmen einer Festwoche zum 500. Jahrestag der Reformation haben Hausleitung, Mitarbeiter und Bewohner deshalb einen "Tag des Ehrenamtes" veranstaltet. Ehrenamtliches Engagement gibt es schon seit Jahrhunderten Das Jacobi-Haus hat dafür alle seine ehrenamtlich Tätigen eingeladen. Um 14 Uhr wurde im Treppenhaus mit einem Vortrag von Klaus Hillringhaus, theologischer Leiter des Evangelischen Johanneswerks, die Veranstaltung eröffnet. Von der Antike bis hin zu Martin Luther berichtete er, dass es das ehrenamtliche Engagement in seinen verschiedenen Formen schon seit Jahrhunderten gebe. Gerade die Bedeutung des Hospiz stellte er heraus. "Erinnert Sie das an etwas?", fragte er dabei in die Runde. Zustimmendes Gemurmel. Besonders bei Martin Luther spielte das Thema Ehrenamt eine sehr große Rolle, denn "sobald man sich ehrenamtlich engagiert, trägt man zu guter Gesellschaft bei". Schon während des Vortrages merkten die Bewohner: Hier ist heute etwas anders. Vier Leute mit Kameras in den Händen schlichen auf leisen Sohlen durch den Raum, um die Bewohner im bestmöglichen Licht zu fotografieren. Der zweite Teil war nämlich ein kleines Fotoshooting, bei dem Bewohner und ehrenamtliche Mitarbeiter von drei Hobby- und einem Profifotografen während der Veranstaltung abgelichtet werden, um mit den entstandenen Fotos für neue ehrenamtliche Mitarbeiter zu werben. Aus diesem Grund wurden Bewohner und Ehrenamtler dann nach dem Vortrag in ihren "natürlichen Lebensraum" geschickt, um ihre Arbeit festzuhalten. Es ist aufregend, wenn man mit 90 Jahren noch mal Fotomodell wird In der Cafeteria stand schon Kuchen und Kaffe bereit und im Raum daneben inszenierte Anneliese König zu Beginn 15 Minuten lang ihre Sitzgymnastikgruppe, immer begleitet von dem Klicken der Kameras. Für die Bewohner eine aufregende Situation: Da wird man mit 90 Jahren noch einmal Fotomodell. Eine andere Gruppe machte sich auf den Weg in die Innenstadt, um dort vor die Linse zu treten. "Das ist schon ein bisschen aufregend. Aber wenn man das den Bewohnern erklärt, geht das", sagte eine Mitarbeiterin des Jacobi-Hauses über die Aktion. Anneliese König ist selber schon seit 10 Jahren als Ehrenamtliche im Jakobihaus aktiv. Jeden Donnerstag leitet sie ihre Sitzgymnastikgruppe. Mit den Fotos will das Jacobi-Haus werbend aktiv werden, um hoffentlich genauso engagierte Ehrenamtler zu werben wie Anneliese König.

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