Fleißig: Benjamin Mettenbrink steht in der Sprunggrube des leeren Beckens und beseitigt dort den letzten Schmutz. In Kürze muss hier wieder frisches Wasser rein - und auf die richtige Temperatur gebracht werden. Fotos: Meiko Haselhorst - © Meiko Haselhorst
Fleißig: Benjamin Mettenbrink steht in der Sprunggrube des leeren Beckens und beseitigt dort den letzten Schmutz. In Kürze muss hier wieder frisches Wasser rein - und auf die richtige Temperatur gebracht werden. Fotos: Meiko Haselhorst | © Meiko Haselhorst

Bünde Mit Hochdruck Richtung Sommer

Freibaderöffnung: Noch haben sie rund vier Wochen Zeit - Schwimmmeister & Co. sind aber jetzt schon fleißig dabei, alles für die kommende Saison herzurichten. Das leere Becken bietet zurzeit einen ungewöhnlichen Anblick

Meiko Haselhorst

Anlauf nehmen, Nase zuhalten und abheben. Zugegeben: Die Vorstellung, sich vom Dreimeterbrett ins kühle Nass zu stürzen, fällt in Anbetracht der Witterung zurzeit noch etwas schwer - zumal noch gar kein Wasser im Becken ist. Aufs Wetter haben die Schwimmmeister keinen Einfluss, auf den Zustand des Beckens schon - im Moment stehen sie dort mit Gummistiefeln an den Füßen und Hochdruckreinigern in den Händen. "Wir sind hier schon seit knapp vier Wochen am Gange", sagt Benjamin Mettenbrink, nachdem er dem Becken entstiegen ist. Die Kollegen Robin Wehowsky und Daniela Haubrok bleiben unten und machen weiter. Zunächst mal, so der Schwimmmeister-Gehilfe, habe man das alte Wasser aus dem Becken herauspumpen müssen. "Ziemlich trübe", habe das ausgesehen, nach einem halben Jahr Pause. Die Angelegenheit habe sich über ein paar Tage hingezogen, nun sei man dabei, mit den Hochdruckreinigern den groben Schmutz von den Beckenwänden zu holen. "Um Fettrückstände zu beseitigen, wird das Becken alkalisch gereinigt", erklärt der 40-Jährige. Kalkrückständen rücke man mit einem "sauren Reiniger" zu Leibe. Bis das frische Wasser ins Becken kommt, steht den Mitarbeitern noch viel Arbeit bevor. Vor allem in den Außenbereichen liegt das Freibad noch im Dornröschenschlaf: Eine von Nivea gesponserte Tafel, die - nicht nur rein markentechnisch - den Charme der 70er-Jahre versprüht, hängt noch unbeschriftet an der Wand. Im Sommer werden hier mit Kreide die tagesaktuellen Luft- und Wassertemperaturen notiert. Zurzeit wäre das ziemlich deprimierend. Im Kabuff der Schwimmmeister riecht's nach Kaffee Vor den Schließfächern an den Umkleidekabinen dreht sich noch ein wenig Herbstlaub im Wind. "Vor ein paar Tagen stand man hier noch knöcheltief in den Blättern - kein Wunder bei den vielen Bäumen hier", erzählt Mettenbrink. Die Sitzbänke, die im Moment alle auf einem Fleck stehen, sehen schon frisch gewienert aus - sie warten nur darauf, ihren endgültigen Sommerplatz zugewiesen zu bekommen. Im "Kabuff" der Schwimmmeister riecht?s nach Kaffee. An der Wand hängt noch ein Kalender vom vergangenen Jahr, eingestellt auf den 4. September. "Das war der letzte Öffnungstag", sagt Mettenbrink und lacht. Sprungturm, Planschbecken, Gänge - das alles müsse in den kommenden Wochen noch salonfähig gemacht werden, erzählt Mettenbrink. Immerhin: Die große Wiese ist schon gemäht. Kann noch nicht allzu lange her sein - der Geruch von frisch geschnittenem Gras liegt noch in der Luft. "Das haben aber andere gemacht, das war nicht unsere Aufgabe", sagt Mettenbrink und schaut auf die Fläche, auf der sich im Moment nur ein paar Amseln und Bachstelzen herumtreiben. Ab Mitte Mai liegen hier hoffentlich die ersten Besucher und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen - wenn sie nicht gerade Anlauf vom Dreimeterbrett nehmen. Bis dahin wird das Becken auch wieder voll sein.

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