Ab 18 Uhr wird?s stressig: Nachdem am Abend die Wahllokale schließen, gilt es für die ehrenamtlichen Helfer, die Stimmen auszuzählen. Zuvor sorgen sie für einen reibungslosen Ablauf in den Wahlkabinen und an den Wahlurnen. foto: Thilo Schmülgen/dpa || - © dpa
Ab 18 Uhr wird?s stressig: Nachdem am Abend die Wahllokale schließen, gilt es für die ehrenamtlichen Helfer, die Stimmen auszuzählen. Zuvor sorgen sie für einen reibungslosen Ablauf in den Wahlkabinen und an den Wahlurnen. foto: Thilo Schmülgen/dpa || | © dpa

Bünder Land Landtagswahl: Kommunen sind gut vorbereitet

Landtagswahlen: Viele Städte in NRW haben Probleme, genügend Wahlhelfer zu finden. Im Bünder Land sieht das anders aus - in den Wahlbezirken der Städte haben sich schon jetzt viele Helfer gefunden

Lena Vanessa Niewald
Katharina Georgi

Bünder Land. Die Plakate sind nicht mehr zu übersehen. Die ersten Unterlagen zur Briefwahl sind schon in den Postkästen gelandet. Am 14. Mai wird der neue Landtag in Nordrhein-Westfalen gewählt. Damit der Wahlsonntag reibungslos abläuft, ist jede Kommune auf Wahlhelfer angewiesen. Viele Städte in NRW haben aktuell damit zu kämpfen, genügend freiwillige Helfer zu finden. Im Bünder Land ist die Lage entspannter. Sowohl in Bünde als auch in Kirchlengern und Rödinghausen haben sich schon jetzt zahlreiche Wahlhelfer gemeldet. Theoretisch kann sich jeder Volljährige und Wahlberechtigte als Helfer einbringen. "Das ist zwar eine ehrenamtliche Tätigkeit", erklärt Michael Doemke, "nach der Gemeindeordnung ist aber jeder Bürger verpflichtet, diese wahrzunehmen, wenn er nicht einen wichtigen Grund hat, dies nicht zu tun." Doemke ist in der Verwaltung für die Wahlen zuständig, "Wahlsachbearbeiter", sagt er. Die Aufgaben am Wahlsonntag sind vielfältig: "Ein Wahlhelfer kontrolliert unter anderem die Wahlmitteilungen oder überprüft Personen." Dafür hat er Zugriff auf das Wählerverzeichnis. Auch dürfe jeder nur einzeln in die Wahlkabine treten. Doch die richtige Arbeit beginnt erst nach der Stimmabgabe um 18 Uhr. Dann werden die Stimmen ausgezählt und vom Schriftführer, der von der Verwaltung gestellt wird, dokumentiert. Ein Wahlgremium, in Kirchlengern sind das sieben Personen, ist zuständig. Das Gremium mit Vorsitzendem, Stellvertreter und Schriftführer bekommt außerdem Hilfsmittel an die Hand, um beispielsweise festzustellen, wann eine Stimme ungültig ist. "Zum Beispiel, wenn jemand den Wahlzettel unterschreibt", erklärt Doemke. Dann sei schließlich das Wahlgeheimnis nicht mehr gewahrt. Honoriert werden die Wahlhelfer von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Bünde Im Stadtgebiet Bünde sind am 14. Mai rund 34.800 Bürger stimmberechtigt. Dazu benötigen die 20 Wahllokale (5. Briefwahlvorstände) 165 Wahlhelfer. "Dafür kann ich auf einen Wahlhelferpool von etwa 450 Personen zurückgreifen", sagt Wolfgang Kissing, in der Bünder Verwaltung für die Wahl zuständig. Oft versuche er, die Wahlvorstände so zu halten, wie sie im Vorjahr waren. "Viele möchten das auch so", weil man ein gespieltes Team ist. Fällt ein Wahlhelfer aus, greift Kissing auf Freiwillige zurück, um die Lücken aufzufüllen. Generell versuche er, die Helfer möglichst wohnortnah einzusetzen. Teilweise würden auch Mitarbeiter der hiesigen Behörden angeschrieben, beispielsweise von Finanz- und Arbeitsamt oder der Zollverwaltung. Derzeit sind neun Wahlhelferposten noch nicht besetzt. "Ich warte auf die Rückmeldungen", so Kissing. Das so genannte Erfrischungsgeld beträgt 40 Euro. Kirchlengern Auch in Kirchlengern blickt man dem Wahlsonntag entspannt entgegen. Dort werden für die 12.716 Stimmberechtigten 140 Wahlhelfer benötigt. Pro Wahllokal - es gibt 17 - werden mindestens drei Helfer je Schicht eingesetzt. So soll eine Selbstkontrolle gewährleistet werden. Als Vorsitzender wird meist ein erfahrener Wahlhelfer nominiert, der schon Erfahrungen bei vergangenen Wahlen gesammelt hat. Zu jeder Wahl werden in Kirchlengern auch 18-Jährige verpflichtet, die "so Demokratie live erleben sollen", erklärt Doemke. Als Aufwandsentschädigung erhält jeder Helfer im Anschluss an die Wahl 45 Euro. Rödinghausen In Rödinghausen sind bei den kommenden Landtagswahlen im Mai rund 7.700 Bürger wahlberechtigt. Für einen reibungslosen Ablauf benötige die Gemeinde 103 Wahlhelfer für die vier Wahllokale in der Grundschule Bieren, der Gesamtschule Rödinghausen, im Haus des Gastes und in der Grundschule Bruchmühlen-Ostkilver. "Es hat keine Probleme gegeben, genügend Wahlhelfer zu bekommen", sagt auch der Leiter des Rödinghauser Wahlamtes, Fritz Stephan. Das Erfrischungsgeld beträgt in Rödinghausen 45 Euro.

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