Will vor allem Jugendliche und junge Männer für das Thema sensibilisieren: Der Bünder Urologe Hanns Grübbel - hier bei der Begutachtung von Röntgenbildern im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung. Röntgenaufnahmen kämen bei der Untersuchung im Zusammenhang mit Hodenkrebs nicht infrage, sondern in erster Linie das Abtasten. - © GERALD DUNKEL
Will vor allem Jugendliche und junge Männer für das Thema sensibilisieren: Der Bünder Urologe Hanns Grübbel - hier bei der Begutachtung von Röntgenbildern im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung. Röntgenaufnahmen kämen bei der Untersuchung im Zusammenhang mit Hodenkrebs nicht infrage, sondern in erster Linie das Abtasten. | © GERALD DUNKEL

Bünde Meistens nur ein Zufallsbefund

Urologische Themenwoche zum Hodenkrebs: Vor allem Jugendliche ab 14 Jahren und junge Männer können betroffen sein.

Gerald Dunkel

Bünde. Untersuchungen in der Krebsvorsorge gibt es längst nicht nur für die älteren Semester. Ist es für Eltern mit den so genannten "U-Untersuchungen" für ihre Kinder beim Kinderarzt erledigt, folgt der nächste Arztbesuch oft erst, wenn Krankheitssymptome oder Verletzungen vorliegen. Pro Jahr werden in Deutschland aber 4.000 Fälle von Hodenkrebs diagnostiziert - und da sollte die Vorsorge schon im Alter von 14 Jahren beginnen, raten Urologen. Die kommende Woche widmet die Medizin dem Thema Hodenkrebs und bedient die entsprechende Klientel dabei vorwiegend über Onlinekanäle mit Videoclips, Diskussionen und textlichen Informationen. "Früher ist der Hodenkrebs bei vielen jungen Männern schon bei der Musterung für die Bundeswehr aufgefallen", sagt der Bünder Urologe Hanns Grübbel. Er hatte in diesem Jahr zwei Patienten, bei denen er ein Hodenkarzinom feststellte. "Dabei ist das fast ausschließlich ein Zufallsbefund", sagt der Mediziner. Besondere Aufmerksamkeit sollten Jungen und Männer zwischen 14 und 45 haben, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie. "Das heißt nicht, dass die Vorsorge von einem Urologen vorgenommen werden muss", so Grübbel weiter. Hier sei vielmehr die Selbstuntersuchung durch Abtasten gefragt - einmal monatlich. Denn tückisch ist bei einem Hodenkarzinom, dass es selten Schmerzen verursacht, oder erst in einem sehr späten Stadium. Auffällig könnte beim Abtasten eine einseitige schmerzlose Vergrößerung oder Verhärtung sein. Oder aber auch ein kleiner schmerzloser Knoten. Ferner könne auch ein Schweregefühl oder ein Ziehen in dem Bereich ein Warnhinweis sein. "Erst wenn dabei dann etwas aufgefallen ist, sollte sich das möglichst schnell ein Urologe ansehen", sagt Mediziner Hanns Grübbel, der auf verschiedene Informationsportale im Internet hinweist, zum Beispiel www.urologenportal.de. "Risikofaktoren", so Grübbel, "sind vorrangig genetischer Natur. Wenn also der Vater oder ein Bruder an Hodenkrebs erkrankt sind." Auch ein Hodenhochstand in der Kindheit könne das Risiko erhöhen. Von Montag bis Freitag informiert die Deutsche Gesellschaft für Urologie in der kommenden Woche über das Thema auf ihrer Internetseite www.urologenportal.de sowie in den sozialen Medien und auf dem Videokanal youtube.de.

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