Lederschuhe fürs Pferd: Museumsleiter Michael Strauß und Ute Christina Koch vom LWL zeigen das ungewöhnliche Schuhwerk, das in der Ausstellung zu sehen ist. - © Foto: Myriam Domke-Feiner||
Lederschuhe fürs Pferd: Museumsleiter Michael Strauß und Ute Christina Koch vom LWL zeigen das ungewöhnliche Schuhwerk, das in der Ausstellung zu sehen ist. | © Foto: Myriam Domke-Feiner||

Bünde Ausstellung: So lebten die Westfalen vor 200 Jahren

Museum Bünde: Wanderausstellung zeigt zahlreiche Exponate aus der Region. Besucher können sich die Ausstellung noch bis zum 14. Mai anschauen

Myriam Domke-Feiner

Ein Tier - halb Ziege, halb Gans, Lederschuhe fürs Pferd, eine Backform mit besonderer Historie, ein Shakespeare Bühnenbild, eine Nena-Schallplatte oder eine Bergmannskluft. In der jüngsten Wanderausstellung "200 Jahre Westfalen. Jetzt!" im Bünder Doberg-Museum gibt es diese und weitere Exponate zu sehen. Jedes erzählt seine ganz eigene, interessante - manchmal aber auch kuriose - Geschichte. Erarbeitet wurde die Ausstellung vom Landesverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund sowie dem Westfälischen Heimatbund. Entstanden ist eine Ansammlung von Gegenständen und Schaubildern, die die Region in vielerlei Hinsicht plastisch zur Schau stellt. Museumsleiter Michael Strauß und Ute Christina Koch vom LWL-Museumsamt für Westfalen erklärten den Besuchern der Ausstellungseröffnung am Sonntag den Aufbau der Ausstellung. Es gibt drei große Abschnitte: Den Gang durch die Geschichte, den Blick auf die regionale Wirtschaft sowie das sogenannte Musée sentimental, das Alltagsgegenstände mit persönlichem Bezug zeigt. Zoodirektor erfindet Fabelwesen Besonders Letzteres ließen auch so manch einen Geschichtskenner staunen. Nach Kochs Erfahrung sind es besonders diese Exponate, die bei den Besuchern ein "Ach wie interessant" hervorriefen. Jeder der 18 Kreisstädte sowie die neun kreisfreien Städte stellten sich mit einem Exponat vor. Auch dabei zeigte sich die Vielfalt und der Ideenreichtum, die für eine Ausstellung mit solch großer Zeitspanne und den unterschiedlichen Regionen charakteristisch ist. Und immer gab es eine Geschichte dazu: Wie zu einem der wohl kuriosesten Exponate - der Gänseziege von Professor Landois. Der unkonventionelle Zoodirektor des Münsteraner Zoos erfand kurzerhand dieses Fabelmischwesen zu Werbezwecken. Sogar ein täuschend echt aussehendes Exponat fertigte er seinerzeit an. Eben dieses ist nun in Bünde zu bestaunen. Herford zeigt sich in einer Farblithografie von Friedrich Gottlob Müller. Diese zeigt elf Ansichten von Herford, um 1860. Die Eisenbahn ist im Vordergrund zu sehen, daneben gibt es Bilder von zentralen Plätzen, wie dem Bahnhof, dem Markt, dem Krankenhaus und verschiedenen Kirchen. "Das ist eine Kopie. Das Original ist leider zu fragil, um es auszustellen", sagt Koch bedauernd. So ist es mit Dingen aus der Vergangenheit. Vieles wird durch den Zahn der Zeit zerstört. Um so interessanter ist es, so viele historische Zeitzeugen in einer Ausstellung zu sehen. Wer die Gelegenheit nutzen möchte, sich in die Vergangenheit der Region einzufühlen und Interesse an Geschichte, Wirtschaft oder Kuriosem hat, ist in dieser Ausstellung gut aufgehoben. Sie ist noch bis zum 14. Mai zu sehen.

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