Musikalisches Element: Zwischen den zehn Akten des Dramas gab es Rapeinlagen der Schüler. Das Lied mit Sprechgesang thematisiert das harte Leben im Senegal. - © Foto: Carina Hörstemeier||
Musikalisches Element: Zwischen den zehn Akten des Dramas gab es Rapeinlagen der Schüler. Das Lied mit Sprechgesang thematisiert das harte Leben im Senegal. | © Foto: Carina Hörstemeier||

Bünde Vorhang auf für die Unicef-AG des Marktgymnasiums

Guter Zweck: Die Schülre zeigen mit dem Theaterstück „Sintaju – Ein Junge in Afrika“ die geringe Lebensqualität im Senegal auf

Carina Hörstemeier

Bünde. Es ist ein Drama, wie es das Leben schreibt - und eine Schülerin der Unicef-AG des Gymnasiums am Markt. Das Stück "Sintaju - Ein Junge in Afrika" wurde von der Zehntklässlerin Ronja Ferri eigenständig zu einem Theaterstück umgeschrieben. "Als Vorlage diente ihr eine Erzählung von Ursula Wölfel mit dem Titel Sintajehu", sagt Gudrun Ledendecker, eine der Leiterinnen der AG. Am Donnerstag wurde das Stück in der Aula der Schule erstmals aufgeführt. Das Drama handelt von einem Jungen, der im Senegal lebt und schon als Kind körperlich schwere Arbeit verrichten muss, um seine Familie ernähren zu können. Doch der kleine Feldarbeiter träumt von einem besseren Leben und zieht in die Stadt, um zur Schule zu gehen. Sintaju durchlebt dort emotionale Höhen und Tiefen. Er sorgt sich um seine Familie. Dann erfährt er, dass in seinem Heimatdorf Unicef und andere Hilfsorganisationen eingetroffen sind und dort seine Familie medizinisch versorgen. Dank der Hilfe konnte auch sein neugeborenes Geschwisterkind überleben. Als Sintaju von den guten Nachrichten hört, schöpft er Mut, um weiterzumachen und erkennt, dass man gemeinsam die Welt verbessern kann. Proben seit November "Das Theaterstück zielt darauf ab, dass durch die Unterstützung von Unicef und ähnlichen Hilfsorganisationen etwas besser werden kann", sagt Ledendecker. "Es soll den Zuschauern das Leiden und die Armut im Senegal deutlich machen und zum Nachdenken anregen." Die Schüler haben das Stück seit November geprobt. Herausgekommen ist ein vierzigminütiges Drama in zehn Akten. Hinzu kamen musikalische Elemente wie Rapeinlagen, die von einer afrikanischen Trommel begleitet wurden. Nach der Aufführung wurden Spendengelder gesammelt, die einem Dürreprojekt von Unicef im Südsudan zugute kommen sollen. Die Unicef-AG wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen und wird von Marleen Kürbis geleitet, die ebenfalls Lehrerin am Gymnasium am Markt ist. Carlotta Becker, Schülerin der Jahrgangsstufe zehn, hat sich von Unicef zur Junior-Teamerin ausbilden lassen und unterstützt die AG-Leitung tatkräftig. Neben Theaterstücken engagiert sich die AG auch regelmäßig mit anderen Spendensammelaktionen für Unicef. "Diesmal war es allerdings der Wunsch der Schüler, ein Schauspiel aufzuführen", erklärt Ledendecker. Die Teilnahme an der AG ist freiwillig. "Wir machen mit, um Menschen zu helfen - einfach mal was Gutes tun", so die 13-jährige Alexandra Dehl, die die Hauptrolle des Sintaju spielt. 30 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zur Oberstufe gehören zum Team. Davon hatte jeder eine andere wichtige Aufgabe. Neben den Akteuren gab es auch Kinder hinter der Bühne, die für die Lichteffekte oder die Kulissen zuständig waren. Die wiederum wurden von den Schülern selbst gestaltet. "Jeder hat Utensilien von Zuhause mitgebracht", sagt Alexandra. Sintaju ist nicht das erste Theaterstück der Unicef-AG. So wurde 2011 ein Schauspiel mit einer ähnlichen Thematik unter dem Namen "Shelter" aufgeführt. Ein Jahr später wurde der Schule für ihr Engagement die Auszeichnung "Schule aktiv für Unicef" durch das Kinderhilfswerk verliehen.

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