Dicht an dicht: Zahnputzbecher in einer Kita. - © DPA
Dicht an dicht: Zahnputzbecher in einer Kita. | © DPA

Bünde 100 Kita-Plätze fehlen

Planung für die kommenden Jahre: Es muss gebaut und investiert werden. Experten prüfen diverse Projekte und Vorhaben, rund 800.000 Euro sollen bereitgestellt werden

Stefan Boscher

Bünde. Es gibt für das nächste Kindergarten-Jahr, das im Sommer beginnt, deutlich mehr Anmeldungen, als Plätze zur Verfügung stehen. Die Stadt reagiert und will kurzfristig zusätzliche Plätze bereit stellen. Bis zum Sommer wird das allerdings nicht mehr zu schaffen sein. Auch in den kommenden Jahren rechnet man mit mehr Kindern, nach aktuellen Stand werden in zwei Jahren vier bis fünf neue Kita-Gruppen gebraucht. KURZFRISTIGE PLÄNE Nach Informationen der Neuen Westfälischen fehlen im Sommer etwa 100 Plätze. Die Nachfrage übersteigt deutlich das Angebot mit knapp 1.400 Plätzen. Die Stadt Bünde allerdings ist in der Pflicht, möglichst jedem Kind eine Unterbringung zu ermöglichen. Die Zahlen geben den aktuellen Stand der Anmeldungen wieder, sie können sich bis zum Sommer zum Beispiel durch Zuzug oder Wegzug noch verändern. In diesen Tagen finden Gespräche zwischen Jugendamt und Evangelischem Kirchenkreis statt, ob dieser eine Möglichkeit sieht, einen Großteil der fehlenden Plätze zusätzlich anzubieten. Dazu müsste einer der Kindergärten in Mitte umgebaut oder zusätzliche Räume in einer Einrichtung in einem anderen Stadtteil angebaut werden. Bis zum Sommer wird das allerdings nichts, frühestens im November sollen diese neuen Plätze zur Verfügung stehen. Ü3 Entlastung bringen zusätzlich 20 Plätze, die der neue Waldkindergarten in Dünne ab dem Sommer anbieten wird. Etwa 45 neue Plätze könnten durch die Umbauarbeiten an einer Kita des Evangelischen Kirchenkreises entstehen. Nur wenn die Gespräche mit dem Kirchenkreis erfolgreich verlaufen, so die Einschätzung aus dem Jugendamt, kann die Stadt Bünde den Rechtsanspruch von Eltern nach einem Betreuungsplatz erfüllen. Auch dann kann allerdings nicht garantiert werden, dass jedes Kind auch einen Platz in der Wunsch-Kita bekommt. U3 Von „stark gestiegenen Kinderzahlen" und einer stark erhöhten Nachfrage von Eltern spricht das Jugendamt. Bereits jetzt übersteige das Angebot an U3-Plätzen die Nachfrage fürs nächste Kita-Jahr „ganz deutlich". „Das hat die Verwaltung sehr überrascht", so die ehrliche Einschätzung des Jugendamtes. Nach aktuellen Berechnungen stehen noch „52 Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren auf den Wartelisten der Kitas, die keinen Platz erhalten werden". Nach NW-Informationen geht man im Rathaus nicht davon aus, bis zum Sommer für alle 52 Kinder eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Für „dringende Bedarfe" soll es nach Möglichkeit Lösungen geben, unter anderem bei Tagesmüttern. Zahlreiche Eltern müssen sich aber darauf einstellen, in diesem Jahr kein Betreuungsangebot für ihren Nachwuchs zu bekommen. Auch bei den U3-Kindern soll nach Möglichkeit gegengesteuert werden, bis zu zwölf neue Plätze könnten durch ein Engagement des Kirchenkreises entstehen. TAGESPFLEGE 23 Tagespflegestellen mit 112 U3-Plätzen gibt es im Moment in Bünde, vier weitere mit insgesamt 18 U3-Plätzen sollen in diesem Jahr noch dazu kommen. PLÄNE FÜR 2019 Die Anstrengungen in diesem Jahr reichen „bei weitem nicht aus", um die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen ab 2019 zu denken, so die Einschätzung des Jugendamtes. Noch mal rund 100 zusätzliche Plätze werden dann benötigt – oder vier bis neue Kita-Gruppen. Die bestehenden Kitas lassen sich dabei nur noch schwer ausbauen oder erweitern, mehrere zusätzliche Maßnahmen werden daher geprüft: ehemalige Grundschule Ahle: Hier könnten in leerstehenden Räumen Kitagruppen eingerichtet werden, die vor allem den Bedarf in Ahle, Holsen und auch Werfen decken könnten Haßkampstraße: Im OGS-Gebäude der Grundschule Mitte könnten bis zu drei zusätzliche Gruppen eingerichtet werden, die dann der AWO-Kita in direkter Nachbarschaft zugeordnet würden. Jugendheim Ennigloh: Hier könnte eine neue zweizügige Kita eröffnen.

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