Bünde Feuer und Rauch in Fleischerei zerstören 30 Tonnen Salami

Eine Nacht, zwei Brände: Feuerwehr war von Montag auf Dienstag schwer beschäftigt. Einsätze in Fleischerei und Druckerei

Meiko Haselhorst

Rauchig riecht es hier immer. „Aber sonst ein bisschen appetitlicher“, sagt Rainer Störmer, Produktionsleiter der Fleischerei Hellmann. Während hier für gewöhnlich das Aroma von reifenden Salami die Nase des Besuchers umweht, riecht es heute einfach nur nach Feuer. In der Nacht zuvor, von Montag auf Dienstag, hat es hier unterm Dach heftig gebrannt. So sehr, dass die Feuerwehr fünfeinhalb Stunden brauchte, um den Ort ruhigen Gewissens wieder verlassen zu können. Und da war an einer anderen Stelle der Stadt tatsächlich noch ein zweites Feuer ausgebrochen. Um 0.28 Uhr waren die Bünder Einheiten der Feuerwehr zum ersten Mal alarmiert worden – in Holsen stand ein Raum unterm Dach der Fleischerei Hellmann in Flammen – direkt vor den Räucher- und Reifekammern. „Das Feuer selbst war nach etwa einer Stunde unter Kontrolle“, sagt Stadtbrandmeister Rüdiger Meier. Mit stolzen 25 Fahrzeugen und 73 Einsatzkräften sei die Wehr vor Ort gewesen, berichtet Meier. Der Einsatz habe sich dennoch bis 6 Uhr morgens hingezogen, weil man „immer wieder Brandnester in der Dachkonstruktion entdeckt und Funken gesehen“ habe. Meier selbst war „nur“ bis kurz vor vier Uhr vor Ort, sein Kollege und Einsatzleiter Sven Kuhlmann hingegen konnte nach getaner Arbeit bei Hellmann gleich weiter nach Bünde-Mitte fahren, um noch ein zweites Feuer in der Druckerei Rahning zu löschen. „Dieser Einsatz war aber relativ schnell beendet, weil das brennende Elektroteil sehr rechtzeitig entdeckt worden war“, erklärt Meier. Probleme im Produktionsbereich wird es dort nach seiner Einschätzung nicht geben.Geschäft bleibt wegen Brandschadens geschlossen Anders beim Bünder Traditionsbetrieb Hellmann: Von außen war vom Brand am Folgetag nichts zu sehen, ein Schild an der Ladentür erklärte den Kunden allerdings, dass „das Geschäft wegen eines Brandschadens vorübergehend geschlossen“ ist. Wie lange, steht in den Sternen. Schaden ist nicht nur durch die Flammen, sondern auch durch Löschwasser und geplatzte Leitungen entstanden. Störmer ging gestern jedoch davon aus, dass „die Sache in ein paar Tagen wieder in Ordnung ist“. Ein kleiner Teil der Belegschaft war gestern Nachmittag mit Aufräumarbeiten beschäftigt, die weitaus meisten Mitarbeiter der Produktion waren beim Kooperationspartner Wittler im nahen Sankt Annen/Melle schon wieder fleißig mit der Herstellung von Würsten beschäftigt. „Dort können wir einen Großteil unseres Ausfalls kompensieren, so dass es kaum Lieferengpässe geben wird“, klingt Produktionsleiter Störmer einigermaßen erleichtert. Dass ihm das Feuer völlig wurscht ist, kann man aber auch nicht behaupten: „Eine komplette Tagesproduktion ist durch den beim Feuer entstandenen Rauch nicht mehr genießbar“, erklärt er. „Das sind etwa 30 Tonnen Fleisch – in erster Linie Salami.“ Personen, das ist die positive Nachricht, sind beim Feuer nicht zu Schaden gekommen.Brandursache: Wahrscheinlich technischer Defekt Stadtbrandinspektor Rüdiger Meier mochte sich zur Brandursache noch nicht festlegen. Er und seine Kollegen waren aber schon vor Ort stark davon ausgegangen, dass es sich um einen technischen Defekt gehandelt haben muss. „Es hatte in der Decke gebrannt, das deutet sehr darauf hin“, erklärt Meier. „Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die Brandursachen noch nicht abschließend geklärt“, sagte gestern Nachmittag auch Steven Haydon, Sprecher der Herforder Kreispolizei, auf Anfrage der NW. Brandstiftung könne zumindest im Fall Hellmann bereits ausgeschlossen werden, beim Feuer in der Druckerei Rahning sei das ebenfalls sehr unwahrscheinlich.

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