Süßes für Außergewöhnliches: Philipp Hesse (v.l.), Hendrik Brinkmann und Christian Kristan holten am Samstag die Ärzte ab. Hans-Ulrich Sorgenfrei, Michaela Schmidt und Sven Kampeter vom Lukas-Krankenhaus dankten den Polizisten dafür und für die generelle, gute Zusammenarbeit. - © Friderieke Schulz
Süßes für Außergewöhnliches: Philipp Hesse (v.l.), Hendrik Brinkmann und Christian Kristan holten am Samstag die Ärzte ab. Hans-Ulrich Sorgenfrei, Michaela Schmidt und Sven Kampeter vom Lukas-Krankenhaus dankten den Polizisten dafür und für die generelle, gute Zusammenarbeit. | © Friderieke Schulz

Bünde Bünder Ärzte mit dem Streifenwagen zum Krankenhaus gefahren

Glatteis: Lukas-Krankenhauses dankt für den außergewöhnlichen Fahrdienst

Friderieke Schulz

Als die Ärzte Bernd-Wolfgang Bär und Alexander Härter beim Glatteis am Samstagabend nicht mit ihren Autos in das Lukas-Krankenhaus kamen, sprang die Polizei als Fahrdienst ein und transportierte die Ärzte zur Klinik, damit diese dort die zahlreichen Verunfallten operieren konnten. Nun bedankt sich das Krankenhaus bei den Polizisten für diese außergewöhnliche Amtshilfe. „Für uns ist das selbstverständlich. Wenn eine solche Amtshilfe nicht gehen würde, würde was schief laufen", sagt Hauptkommissar Christian Kristan, der als Wachdienstführer am Samstagabend das Telefon bediente. Den Anruf aus dem Krankenhaus nahm Hendrik Brinkmann entgegen, der dem anrufenden Sven Kampeter sofort die Hilfe zusagte. „Die Polizei war nicht unsere erste Anlaufstelle", verrät Kampeter, der an diesem Abend in der Telefonzentrale des Krankenhauses Dienst hatte. Weil sich die Notaufnahme zunehmend füllte, alarmierte Kampeter die Ärzte Bernd-Wolfgang Bär und Alexander Härter zur Unterstützung. „Beide riefen wenig später an und sagten, dass sie nicht weg kämen", erinnert sich Kampeter, der daraufhin zunächst die Feuerwehr, dann den Rettungsdienst anrief, die beide aufgrund des aktuellen Einsatzgeschehens abwinkten. Auch die Taxiunternehmen hatten zu dieser Zeit bereits ihren Dienst eingestellt: „Also rief ich die Polizei an. Ich dachte mir: Fragen kann man ja mal." Offiziell sind Reifen mit Spikes verboten Da zu diesen Zeitpunkt nicht alle Einsatzwagen in Glatteisprobleme involviert waren, schob Brinkmann den außergewöhnlichen Fahrdienst dazwischen und griff selbst zum Schlüssel, um gemeinsam mit dem Kollegen Kenan Zilyas den Arzt Alexander Härter abzuholen.„Ich fuhr dann mit dem BMW, für den wir Reifen mit Spikes haben, Bernd-Wolfgang Bär abholen", sagt Philipp Hesse und erklärt, dass diese Reifen mit den Metallsporen offiziell verboten seien: „Für Einsatzfahrzeuge gibt es aber eine Sonderregelung." An einen solchen Fahrdienst kann sich keiner der Polizisten erinnern. „Das war die Premiere", sagt Kristan und spricht von den beiden zentralen Aufgaben der Polizei, nämlich Gefahrenabwehr und Strafverfolgung: „Dies fällt für uns unter den ersten Punkt." Wegen dem Fahrdienst gab es ein zweites OP-Team Hans-Ulrich Sorgenfrei, der Vorstandsvorsitzende vom Lukas-Krankenhaus, ist diesem Fahrdienst sehr dankbar. „Für uns ist das nicht selbstverständlich. Die Beamten sind schließlich auch ein Risiko eingegangen. Die Patientenversorgung wäre ohne ihre Hilfe nicht so schnell möglich gewesen. Nur durch den Fahrdienst gab es ein zweites OP-Team." Deshalb übergab er gemeinsam mit Kampeter und Pressesprecherin Michaela Schmidt einen deftigen Wurstkorb und eine große Schachtel Pralinen: „Es heißt ja nicht umsonst: Merci, dass es dich gibt."

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