Die Gründungsmitglieder mit ihren Kindern: In Dünne versammelten sich gestern zwölf Gründungsmitglieder für den Verein Waldkindergarten Bünde. Ziel ist es, bis August dieses Jahres die Kita im Grünen zu eröffnen. - © GERALD DUNKEL
Die Gründungsmitglieder mit ihren Kindern: In Dünne versammelten sich gestern zwölf Gründungsmitglieder für den Verein Waldkindergarten Bünde. Ziel ist es, bis August dieses Jahres die Kita im Grünen zu eröffnen. | © GERALD DUNKEL

Bünde Verein für ersten Bünder Waldkindergarten gegründet

Elterninitiative: Im Norden Bündes soll möglichst noch im August dieses Jahres ein Waldkindergarten eröffnen. Der Verein, der sich gestern offiziell gegründet hat, plant derzeit noch mit drei möglichen Standorten

Gerald Dunkel

Bünde. Eines weisen die Gründungsmitglieder des Vereins "Waldkindergarten Bünde" gleich von sich und sagen: "Wir sind keine Eltern, die ausschließlich ökologisch leben. Wir wollen unseren Kindern nur eine schöne Kindheit bescheren." Am Neujahrstag gründete sich der Verein offiziell. Und an der Planung, noch in diesem Jahr mit einem Waldkindergarten im Bereich Dünne/Randringhausen zu starten, halten die Initiatoren fest, wenn sie auch selbst zugeben, dass das Ziel "sportlich" ist. Amtliche Unterstützung ist ihnen sicher. Zwei Standorte in Dünne und ein dritter in Randringhausen stehen noch zur Wahl. "Bis März müssen wir uns entschieden haben, dann tagt der Jugendhilfeausschuss", sagt Catharina Lehradt, die gestern in Dünne zur Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Wie berichtet, haben sich vor einiger Zeit Eltern aus Dünne zusammengefunden, die einen Waldkindergarten gründen wollen. Catharina Lehradt ist Wald- und Erlebnispädagogin und ist von dem Konzept überzeugt. Ihr Kind wird selbst in dem Waldkindergarten in Bad Holzhausen betreut. "Das ist aber weit weg und wir dachten uns, dass es ein solches Angebot auch hier in Bünde geben sollte", sagte sie gestern nach der Vereinsgründung. "Wir hatten doch früher auch eine unglaublich schöne Kindheit, weil wir oft draußen spielen konnten", erinnert sich Christina Wille. "Das wollen wir unseren Kindern eben auch ermöglichen", fügt sie an. Mit der Idee eines Waldkindergartens verfolgen die Initiatoren aber einen noch wesentlich weitreichenderen Gedanken. "Was ich kenne, kann ich auch besser schützen", heißt ein Grundsatz. Catharina Lehradt: "Kinder, die die Natur kennen, mit ihr groß geworden sind, werden sie im Erwachsenenalter besser zu schätzen wissen." Das Konzept der Waldkindergärten ist grundsätzlich nicht neu. Bereits vor Jahrzehnten wurden die ersten in Skandinavien gegründet, um Kinder ganzjährig die Natur erleben zu lassen. Gespielt und gelernt wird fast ausschließlich draußen. Das bedeutet aber nicht, dass die Kinder gegen jedwede Wetterform abgehärtet würden, so Wille. Bei schlechter Witterung könne natürlich auch in den beheizten Bauwagen gebastelt und gespielt werden. Zum Toben ginge es aber grundsätzlich rauß. Mahlzeiten wie Frühstück und Mittagessen werden je nach Witterung drinnen oder draußen eingenommen. "In der ersten Zeit würde es allerdings so sein, dass die Kinder für ihr Mittagessen ein Butterbrot mehr einpacken müssten", erklärt Catharina Lehradt. Erst im weiteren Verlauf würde dann bei Bedarf ein externer Lieferant hinzugezogen. Das Jugendamt der Stadt Bünde unterstützt die Idee und sagt Eltern, die sich bereits um einen Kita-Platz in einer anderen Einrichtung gekümmert haben und auf Nachricht warten, laut Catharina Lehradt zu, dass sie keine Nachteile hätten, wenn sie sich auch parallel im künftigen Waldkindergarten anmelden würden. "In Absprache mit dem Jugendamt sind in diesem Fall Doppelanmeldungen gestattet", so Christina Wille. Der Stadt Bünde spielt die Idee in die Karten, denn sie muss ihre Kita-Bedarfsplanung anpassen. Bis 2020 werden mindestens drei bis vier Betreuungsgruppen allein für Kinder über drei Jahre benötigt, weil bis dahin mit etwa 75 zusätzlichen Kindern gerechnet wird als bislang prognostiziert wurden, teilte Jugendamtsleiterin Karin Schäffer kürzlich erst dem Jugendhilfeausschuss mit. Schäffer begrüßt die Initiative der Eltern ausdrücklich und sagt: "Das wird ein tolles zusätzliches Angebot für Bünde werden."

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