Der mehr als fünf Tonnen schwere MRT hängt am Haken eines Krans über dem Lukas-Krankenhaus. Patienten und Mitarbeiter in dem Gebäudeflügel mussten für die kurze Zeit die Räume verlassen - zur Sicherheit. - © GERALD DUNKEL
Der mehr als fünf Tonnen schwere MRT hängt am Haken eines Krans über dem Lukas-Krankenhaus. Patienten und Mitarbeiter in dem Gebäudeflügel mussten für die kurze Zeit die Räume verlassen - zur Sicherheit. | © GERALD DUNKEL

Bünde Lukas-Krankenhaus bekommt seinen ersten MRT geliefert

Großinvestition: Im Januar soll der Magnetresonanztomograph in Betrieb genommen werden

Gerald Dunkel

Bünde. Er ist ein hochsensibler Koloss, der Magnetresonanztomograph, im Volksmund besser als "Kernspin", "Röhre" oder einfach nur als "MRT" bekannt. Grandiose Bilder liefert er aus dem Körperinneren - berührungsfrei und ohne Strahlung, einzig und allein durch die Kraft von Magnetfeldern. Aber so ein Gerät schiebt man nicht einfach in den Untersuchungsraum und steckt den Stecker in die Dose. Einige Mitarbeiter des Lukas-Krankenhauses hatten den eigenen Worten nach in der Nacht zu Dienstag einen eher unruhigen Schlaf. Früh am Morgen wurde auf der Seite zur Kronprinzenstraße schon der Autokran aufgebaut. Der sollte später den mehr als fünf Tonnen schweren MRT vom Lkw auf der Straße über den Gebäudeflügel hinweg in den Innenhof ins Erdgeschoss bewegen. Jörg Horst, der Technische Leiter des Lukas-Krankenhauses, hatte mit seinem Team dort eine entsprechend große, raumhohe Öffnung in der Außenwand gelassen, durch die das Gerät zentimeterweise nach innen bewegt wurde. Patienten und Mitarbeiter in dem Gebäudeflügel mussten für einige Zeit in allen Etagen ihre Zimmer und Arbeitsräume verlassen. Eine Sicherheitsvorkehrung. Techniker haben berechnet, dass die tonnenschwere Last - sollte sie sich unvorhergesehen vom Haken lösen - durchaus das Dach und die darunterliegenden Etagen durchschlagen würde. Nur etwa 30 Minuten dauerte es von der Ladefläche bis vor die Öffnung in der Wand des künftigen Untersuchungsraums. "Drei Monate haben wir auf diesen Tag hingearbeitet", sagte Jörg Horst. Umbauten im Erdgeschoss inklusive dem Bau einer sogenannten Hochfrequenzkabine, in der sich das Gerät später befindet und die dazu dient, das enorm starke Magnetfeld abzuschirmen, Installation eines Kühlaggregats für das flüssige Helium, mit dem der MRT funktioniert, statische Berechnungen. Jörg Horst und seinen Mitarbeitern gebührte gestern auch das Schulterklopfen der gesamten Krankenhausleitung. "Mit der Anschaffung eines MRT ist ein weiterer Meilenstein für das Lukas-Krankenhaus gelegt", so Krankenhausvorstand Hans-Ulrich Sorgenfrei. Inklusive der Baumaßnahmen hat das Haus mehr als eine Million Euro in das neue Gerät investiert, das einer verbesserten Versorgung der stationären Patienten dienen soll. "Bislang mussten wir etwa 250 bis 300 Patienten pro Jahr für eine MR-Tomographie zum Radiologischen Versorgungszentrum nach Löhne fahren. Das fällt mit diesem Gerät nun weg", erklärte Sorgenfrei gegenüber der NW. Bereits vor drei Jahren gab es schon Überlegungen zur Anschaffung eines MRT, die wegen der damaligen kostspieligen Sanierung von Teilen des Hauses zunächst zurückgestellt werden mussten. Der Dezember wird noch zur Installation und Einrichtung des Tomographen benötigt. Im Januar soll er dann in Betrieb gehen.

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