Bünde Enttäuschung über Stellungnahme zur Bekenntnisschule

UWG-Ratsmitglied Norbert Darnauer wirft Leiterinnen und Leitern der Grundschulen vor, christlichen Glauben mit islamistischem Fundamentalismus gleichzusetzen

Gerald Dunkel

Bünde. Mit einem Schreiben hat sich UWG-Ratsherr Norbert Darnauer an die leitenden Grundschulpädagoginnen und -pädagogen gewandt. Er kritisiert dabei unter anderem, dass die Behauptung aufgestellt würde, dass eine von Kolleginnen bzw. Kollegen angefragte Hospitation bei den Georg-Müller-Schulen abgelehnt worden sei. Darnauer behauptet mit Berufung auf die Georg-Müller-Schulen, dass es eine solche Anfrage nie gegeben habe. "Es waren die Holser Grundschullehrer und -lehrerinnen, die den Standort Ahle ohne Not aufgegeben haben. Jetzt besteht für diesen Ortsteil die Möglichkeit, diesen Standort wieder zu beleben und damit die Entwicklung eines ganzen Dorfes zu fördern. Sie setzen alles daran, dies zu verhindern", so Darnauer in seinem Schreiben. Vor zwei Wochen gaben die Grundschulleitungen gegenüber der Bünder Politik eine Stellungnahme zur geplanten evangelikalen Bekenntnisschule in Ahle ab. Dabei hieß es auch, dass sie diese Form der Schulen als fundamentalistisch sehen würden. "Ich finde es erschreckend, mit welcher Einstellung Sie als Landesbeamte einer durch das Land NRW genehmigten und von der Verfassung des Landes geschützten Schule gegenüberstehen", so Darnauer. Sogar vor dem Vorwurf des Rassismus? macht der Ratsherr nicht Halt: "Sie urteilen pauschal über eine ganze Gruppe, in diesem Fall über die Russlanddeutschen. Die pauschalen Verurteilungen ganzer Gruppen werden als Rassismus benannt." Auch das Argument, die geplante Bekenntnisschule würde andere Grundschulen in ihrem Bestand gefährden, lässt er nicht gelten. Der Trägerverein der Georg-Müller-Schulen plant eine zweizügige Grundschule mit 50 Schülern pro Jahrgang. "Wahrscheinlich werden maximal 25 Schüler aus Bünde pro Einschulungsjahrgang diese Schule besuchen. Bei circa 400 Einschulungskindern pro Jahr haben Sie Sorge, die öffentlichen Grundschulen in Bünde wären im Bestand bedroht. Dies ist mathematisch unmöglich." Der SV Ahle übt in diesem Zusammenhang Kritik an der Entscheidung der Verwaltung der Stadt.

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