Gewinner unter sich: Die Gewinner von "Final Toast", "ist denn dein hertze gar erfroren" und "Afghanistan" stehen mit Henning Worm und Christian Kowalewsky (vorne) sowie Christian Ebmeier und Jan-Aiko Tag zusammen. - © Noah Wedel
Gewinner unter sich: Die Gewinner von "Final Toast", "ist denn dein hertze gar erfroren" und "Afghanistan" stehen mit Henning Worm und Christian Kowalewsky (vorne) sowie Christian Ebmeier und Jan-Aiko Tag zusammen. | © Noah Wedel

Bünde Kurzfilmfestival im Universum

Der Streifen "Final Toast" aus Kirchlengern erreichte den 1. Platz und gewann den Publikumspreis

Noah Wedel

Bünde. Eine Frau sitzt morgens am Frühstückstisch und möchte den Tag mit Toast starten. Wie es der Zufall möchte, verbrennen anfangs zwei Scheiben im Toaster, eine frisst der Hund, während ein Toast durch das Schmieren zerfällt - und das letzte zu Boden fällt. Es klingt nach einem schlechten Start in die Woche, der mit blutiger Hand, leerer Kaffeetasse und dreckiger Küche endet. Doch die Geschichte gewann am Samstag das 15. Bünder Kurzfilmfestival. "Final Toast" nennt sich der Film, der die Fachjury unter den insgesamt 20 eingereichten Beiträgen zum Thema "Grande Finale - Der große Tag" - am meisten überzeugt hat. Die dreiköpfige Jury stammt aus den Bereichen "Schauspiel", "Kunst" sowie "Medienwissenschaft" und begründet ihr Urteil damit, dass die schauspielerische Leistung und die professionelle Kameratechnik genauso überzeugend gewesen sei, wie die humorvolle Darstellung. Damit ernteten Christian Marx, Thea Wattler, Anna Faltin, Christina Isatschenko, Alexandra Golfinger sowie Karin Allaouni auch auf Zuschauerseite Sympathiepunke. Das Team aus Kirchlengern gewann auch den Publikumspreis und sahnte neben den 250 Euro und einem Wanderpokal Geld aus einer Filmrolle ab, das von den Zuschauern im gut gefüllten Saal gespendet wurden. Platz zwei und drei gewann der in Köln lebende Lukas Fabry. Mit "ist denn dein hertze gar erfroren" interpretiert er das gleichnamige Gedicht von Christian Hofmann von Hofmannswaldau. Sein "Double" erreichte er mit der Kriegsdokumentation "Afghanistan" - er nahm das von der Volksbank gesponserte Preisgeld von 150 und 100 Euro mit. "Die Beiträge waren in diesem Jahr sehr abwechslungsreich dargestellt. Wir hatten viele verschiedene Genres wie Liebe, Action oder Drama", sagte Christian Kowalewsky als Mitorganisator des BKF und Literaturlehrer am Gymnasium am Markt (GaM). Dort bestand vor einigen Jahren Ahmed El Nagar sein Abitur. Auch er gastierte am Samstag im Universum. Im September hatte er den Studenten-Oskar in Hollywood für seinen Film "Invention of Trust" gewonnen, der sich mit Social-Media befasst und im kommenden Februar im Bayrischen Rundfunk ausgestrahlt wird. 2007 stieß El Nagar zu Kowalewskys Video-AG und gewann prompt zweimal hintereinander den kleineren "Bünder Oskar" in den Themen "Realität" und "Leben". "Dem Festival habe ich es zu verdanken, dass ich mit dem Filmemachen weitergemacht habe", meint der bodenständig gebliebene 28-Jährige heute. In einer Fragerunde mit Jan-Aiko Tag und Christoph Ebmeier las er alte E-Mail Konversationen mit seinem ehemaligen Lehrer vor: "Da ich für das nächste Festival mit besserem Equipment teilnehmen möchte, wollte ich Sie fragen, was Sie mir empfehlen könnten". Darauf antwortete sein Lehrer, dass die Bildidee und Umsetzung der Filmtechniken viel wichtiger seien, als das Equipment selbst. Diese Botschaft richtete der Münchner Student, der bei "Bavaria Film" ausgebildet wurde, am Samstag an alle Filmemacher und bewies mit einem alten gezeigten Film von ihm, dass die filmische Umsetzung nicht zwingend eine hundertprozentig professionelle Ausrüstung voraussetzt. Kowalewsky, der seit der ersten Stunde das Festival mitorganisierte und 360 Filme in 15 Jahren begutachtete, scheidet wie Moderator Henning Worm zum kommenden Jahr aus. "Vor einem Jahr haben die Zebra-Papageien alle Preise gewonnen, also fiel uns die Entscheidung einfach", sagte Worm, so dass für das kommende Jahr Christian Ebmeier, Jan-Aiko Tag sowie Christoph und Jan-Henrik Gerdener den Kern des Organisationsteams bilden, die allesamt aus der Talentschmiede Kowalewskys stammen. Durch den Wechsel werde man im Dezember anfangen , das 16. Festival zu planen, so dass das nächste Thema am 1. Januar im Internet unter www.buender-kurzfilmfestival.de bekanntgegeben wird.

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