Grüße aus den USA: Horst Menke (r.) überbrachte gute Wünsche von Alfred Spiegel an v.l. Tilza, Günter, Maria und Dirk Meise-Reckefuß. - © Thorsten Mailänder
Grüße aus den USA: Horst Menke (r.) überbrachte gute Wünsche von Alfred Spiegel an v.l. Tilza, Günter, Maria und Dirk Meise-Reckefuß. | © Thorsten Mailänder

Bünde Helenenhof: Das Ende des Traditions-Cafés

Das Café ist geschlossen, die letzten Stücke Torte sind rausgegeben. Der Pensionsbetrieb wird wie gewohnt weitergeführt. Alfred Spiegel übermittelt Grüße aus den USA

Thorsten Mailänder

Bünde. Das Traditions-Café Helenenhof ist Geschichte. Viele Stammgäste waren gekommen um "Tschüss" und "Danke" zusagen. Das Café im Helenenhof war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Inhaberin Maria Meise-Reckefuß war nicht anzumerken, dass es der letzte Tag des Cafés im Helenenhof sein sollte. Wie immer freundlich, aber energisch, gab sie die großen Stücke der selbstgebackenen Torten heraus. Ihr Sohn Dirk musste einige Liter Kaffee an den Tischen servieren. Rund 50 Torten wurden an den letzten zwei Öffnungstagen im Familienbetrieb Helenenhof verspeist. Schon in den 1950-er- Jahren hatte die Familie Meise-Reckefuß den Pensionsbetrieb aufgenommen. "Es herrschte ein reger Kurgastbetrieb. Weitere Gästezimmer kamen durch den Umbau des Schweine- und Kuhstalls im Jahre 1973 hinzu. Das Café wurde eröffnet", erzählt die Inhaberin im Gespräch mit der NW. Viele Jahre war das Café von morgens bis abends täglich als Frühstücks- und Speiseraum für die Gäste geöffnet. Eine weitere Vergrößerung entstand 1991 durch den Wintergarten um 42 Sitzplätze auf eine Gesamtkapazität von 120 Plätzen. Das Besitzerehepaar Günter und Maria Meise-Reckefuß bediente im Café Besucher aus ganz Ostwestfalen. Es gab Stammgäste, die regelmäßig aus Bielefeld kamen. Mit dem zunehmenden Alter des Ehepaares Meise-Reckefuß wurden den Öffnungszeiten reduziert, zuletzt war das Café nur noch sonntags und montags geöffnet. Nun haben sich Günter (75) und Marie Meise-Reckefuß (70) entschlossen, das Café aus Altersgründen aufzugeben. Ganz zur Ruhe setzten werden sie sich aber noch nicht. "Der Pensionsbetrieb mit Übernachtung und Frühstück mit 30 Betten wird wie bisher fortgeführt", sagt Maria Meise-Reckefuß. Zur Beendigung des Café-Betriebes kamen gar Grüße aus Amerika. Alfred Spiegel, der 1938 auf Flucht vor den Nazis Bünde verlassen hatte, war im Helenenhof untergebracht, als er im Mai 2001 nach über 60 Jahren in seine Heimat zurückkehrte. Sein Freund Horst Menke überbrachte die guten Wünsche Spiegels an die Familie Meise-Reckefuß in Form eines adventlichen Blumenstraußes. "Viele Familienmitglieder von Alfred Spiegel haben die Pension Helenenhof in bester Erinnerung als sie später hier übernachtet haben", sagte Horst Menke.

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