Das Ehrenmal am Nordring in Bünde. - © Gerald Dunkel
Das Ehrenmal am Nordring in Bünde. | © Gerald Dunkel

Bünde Die Bünder Parteien befürworten eine Gedenkfeier am Volkstrauertag

Volkstrauertag: Die UWG-Fraktion nimmt die Sozialdemokraten in die Pflicht. CDU spricht sich für Feier aus, sieht aber nicht die Politik in der organisatorischen Verantwortung. SPD wünscht sich bessere Kommunikation

Björn Kenter
Katharina Georgi

Bünde. Wie berichtet, wird es in diesem Jahr in Bünde erneut keine zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am Sonntag, 13. November, geben. Einer der Hauptgründe ist die noch ungeklärte Frage, wer eine solche Feier federführend organisieren solle. Bürgermeister Wolfgang Koch (CDU) sieht hier neben dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK) auch die Politik in der Pflicht, einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Die NW-Redaktion hat bei den einzelnen Fraktionen nachgefragt, wie die im Stadtrat vertretenen Parteien darüber denken. "In der CDU gibt es zu diesem Thema durchaus unterschiedliche Meinungen", berichtet Georg Kruthoff, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat. "In Gänze würden wir so eine Feier befürworten. Erinnern sollte man in jedem Fall. Die Feier mit der Realschule Bünde-Nord war damals eine schöne Veranstaltung. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass die Politik nicht zuständig ist, so eine Gedenkfeier zu organisieren", schließt sich der Fraktionsvorsitzende der Auffassung des Bürgermeisters an. "Das sollten Vereinigungen wie der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge übernehmen", so Kruthoff. Seit 2013 keine zentrale Gedenkfeier mehr "Wir haben schon damals den Vorstoß der SPD nicht verstanden und auch nicht mitgetragen. Wir bedauern die Auswirkungen ausdrücklich. Die UWG-Fraktion würde einen neuen Vorstoß unterstützen", betont deren Sprecher Armin Kuschel. Er sieht die Bringpflicht aber nicht in den eigenen Reihen, sondern nimmt die Sozialdemokraten in die Pflicht. "Die SPD hat es gestoppt und soll es auch wieder in Gang bringen", erinnert der UWG-Sprecher an den Vorstoß der SPD-Fraktion, die die Verwendung der Reichskriegsflagge durch die Marinekameradschaft 2013 kritisiert hatte. Im Zuge der darauf folgenden Streitigkeiten zwischen den beteiligten Institutionen hatte seitdem keine zentrale Gedenkfeier mehr stattgefunden. Die Verwaltung sieht Kuschel allerdings sehr wohl in der Verantwortung der Organisation - zumindest nach einem politischen Beschluss. SPD wünscht sich Initiative der Verwaltung Die SPD-Fraktion hat sich nach Auskunft von Andrea Kieper bislang nicht mit dem Thema beschäftigt. Die Fraktionsvorsitzende zeigt sich jedoch verwundert, dass Wolfgang Koch die Fraktionen nicht über sein Gespräch mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge informiert hat. "Ich hätte mir gewünscht, dass Wolfgang Koch mal auf uns zugekommen wäre, um gemeinsam zu überlegen, wie man eine Gedenkfeier auf die Beine stellen kann. Ich halte eine solche Veranstaltung in der heutigen Zeit, wo auch Bundeswehrsoldaten international im Einsatz sind, für aktueller denn je", betonte Kieper. Auch die Ratsfraktion Bündnis 90/die Grünen hat sich nach Auskunft von Stefanie Janßen nicht mit dem Thema befasst. "Es war allerdings auch sehr unschön, wie die Sache 2013 auseinandergegangen ist, auch wenn die Verwendung der Reichskriegsflagge sehr bedenklich war. Da ist es nicht so einfach, die Kommunikation wieder aufzunehmen", gibt Janßen zu bedenken. "Es ist schwierig, die Veranstaltung wieder zu etablieren, wenn es vorher eine Person über viele Jahre organisiert hat. Daher wäre es schön, wenn sich jemand fände, der damit etwas anfangen kann." Die FDP-Fraktion im Stadtrat war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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