Die letzte Ehrung vor dem Eklat: Die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 2012 mit Wolfgang Koch (3. v. l) und dem damaligen Organistor Thorsten Kröger von der Realschule Nord (4. v. l.). archiv - © Foto: Thomas Klüter
Die letzte Ehrung vor dem Eklat: Die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 2012 mit Wolfgang Koch (3. v. l) und dem damaligen Organistor Thorsten Kröger von der Realschule Nord (4. v. l.). archiv | © Foto: Thomas Klüter

Bünde Am Ehrenmahl bleibt es am Volkstrauertag wieder still

Auch in diesem Jahr wird es keine gemeinsame Veranstaltung am Ehrenmal am Nordring geben. Bürgermeister Wolfgang Koch sieht neben den Vereinen die Politik am Zug

Björn Kenter

Bünde. In knapp vier Wochen, am Sonntag, 13. November, ist wieder Volkstrauertag. Eine gemeinsame Gedenkveranstaltung von Stadt und Vereinen am Ehrenmal am Nordring wird es jedoch aller Voraussicht nach zum dritten Mal in Folge nicht geben. Grund sind offenbar Probleme in der Kommunikation zwischen den beteiligten Vereinen und Institutionen und die ungeklärte Frage, wer die Veranstaltung organisieren soll. Ursprünglich war nach den ausgefallenen Gedenkfeiern 2014 und 2015 bereits für Anfang dieses Jahres ein runder Tisch mit Bürgermeister Wolfgang Koch, der Marinekameradschaft, den Vereinen und Ratsmitgliedern geplant, um über eine Fortführung der Veranstaltung zu beraten. Dieser war jedoch nicht zustande gekommen. "Ich habe mit Vertretern der Realschule Nord und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) verschiedene Gespräche geführt. Wir waren alle konsterniert über die Art und Weise, wie die Veranstaltung am Nordring zum Erliegen gekommen ist", so Wolfgang Koch. Zudem habe er darauf gewartet, dass auch die Vereine sich zu Wort melden, von diesen sei jedoch keine klare Aussage gekommen. Die Politik ist am Zug "Die Verwaltung hat ein Interesse daran, die Gedenkfeier wieder durchzuführen. Der Impuls für die Veranstaltung muss aber aus den Reihen der Politik, nicht aus der Verwaltung kommen", sieht Koch in dieser Angelegenheit aber auch die Ratsfraktionen am Zug. Es sei außerdem nicht Aufgabe der Verwaltung, die Veranstaltung zu organisieren. "Wir haben keine Veranlassung, uns die Rolle als Veranstalter zuschreiben zu lassen", ergänzt der Bürgermeister. "Wir empfehlen allen Städten und Gemeinden bundesweit, dass die Verantwortung für die Gedenkveranstaltungen in den Händen der Kommune liegt", betont Jens Effkemann, Regionalgeschäftsführer beim Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Es habe im Juni dieses Jahres ein Gespräch mit Bürgermeister Koch gegeben. Von den Ratsfraktionen sei damals jedoch niemand erschienen. "Für den VDK ist die Durchführung einer solchen Veranstaltung von hauptberuflicher Seite aus nicht leistbar. Es wäre lediglich auf ehrenamtlicher Ebene möglich, die es in Bünde nicht mehr gibt. Wir sind aber gerne bereit, eine beratende Funktion einzunehmen und die Traditionsverbände sowie Schulen mit ins Boot zu holen, wenn es ein einheitliches Zeichen aus der Politik und der Bürgerschaft gibt, dass die Veranstaltung gewünscht ist", so Effkemann. Streit um traditionelle Fahne Ende 2013 war eine heftige Diskussion in der Öffentlichkeit über das Zeigen der Reichskriegsflagge entbrannt. Mit dieser Fahne waren die Mitglieder der Marinekameradschaft Bünde zuvor über viele Jahre bei der Veranstaltung vertreten gewesen. Im Jahr darauf wäre die Marinekameradschaft mit der Fahne des Deutschen Marinebundes angetreten, aus Solidarität mit der Marinekameradschaft hatten andere Vereine jedoch ihre Teilnahme abgesagt. Thorsten Kröger, Lehrer an der Realschule Bünde-Nord, der für den VDK die Veranstaltung organisiert hatte, war von dieser Funktion Anfang 2014 zurückgetreten. Die Marinekameradschaft hat auf ihrer Monatsversammlung am vergangenen Freitag beschlossen, an der vom Schützenverein Ennigloh organisierten Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Friedhof an der Hochstraße teilzunehmen. Wie der stellvertretende Vorsitzende Eligius Fisch mitteilte, wird voraussichtlich der Shantychor einige Gedenklieder singen. Näheres soll in der nächsten Vorstandssitzung am Dienstag, 25. Oktober, besprochen werden.

realisiert durch evolver group