Bünde An die 50 Neuzugänge im Tierheim Ahle

Tierschutzverein bedauert, dass immer mehr Tiere ausgesetzt werden und appelliert, zu Ostern keine lebenden Tiere zu verschenken

Bünde. Der Tierschutzverein Herford musste in diesem Jahr bereits 50 Neuzugänge aufnehmen und liegt damit bereits wieder über den Vergleichszahlen des Vorjahres. Positiv zu verzeichnen sei, dass von den 18 Fundhunden, die ins Tierheim Bünde-Ahle kamen, 17 an ihre Besitzer zurückgegeben werden konnten. Beim nicht abgeholten Vierbeiner handelt es sich um Dobermann-Mischlingshündin "Frieda". Auch eine neue Unfallkatze bewohnt eine Krankenbox im Tierheim. "Der schwarz-weiße Kater Fabio hatte ,Feindkontakt' mit einem Auto und erlitt einen komplizierten Beckenbruch", teilt der Verein mit. In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Tiere ausgesetzt oder abgegeben würden, die sicher oder vermutlich für Kinder angeschafft worden seien, appellieren die Tierschützer an Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten, zu Ostern keine Tiere zu verschenken. "Lebende Küken und ,Osterhasen? - gleichgültig ob Zwerg- oder Rassekaninchen - gehören nicht ins Osternest." Bedauerlicherweise würden diese gerade zu Ostern im Handel und auf Wochenmärkten angeboten. "Küken und junge Kaninchen sind aber zarte Geschöpfe und nur zu schnell totgedrückt. Außerdem bleiben sie nicht klein und flauschig und nur wenige Haushalte sind in der Lage, Hühner, Enten, Gänse und Kaninchen artgerecht zu halten", so der Tierschutzverein. Kaninchenbraten sei vor allem in der Osterzeit beliebt. Jedes Jahr werden allein in Deutschland 33.000 Tonnen Kaninchenfleisch produziert, was etwa 25 Millionen Kaninchen entspreche. Die Mastkaninchen fristeten ihr Leben in engen eintönigen Drahtgitterkäfigen, häufig sogar in mehreren Etagen übereinander, vergleichbar mit der tierquälerischen Haltung von Legehennen in einer Legebatterie. Die Tiere litten unter schmerzhaften Pfotengeschwüren, Gelenkproblemen und schweren Verhaltensstörungen. Seit 2014 regele die Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung auch die Haltung von Mastkaninchen. "Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber es gelten Übergangsfristen bis zu zehn Jahren." Die Politik habe versagt, doch die Verbraucher könnten handeln, in dem sie auf dieses Kaninchenfleisch verzichten würden. Ein weiteres Problem für die Tierschützer sind die Osterfeuer, die für viele Tiere zur Todesfalle würden. "Viele Wildtiere nutzen aufgeschichtete Reisighaufen als Unterschlupf oder sogar als Brutstätte. Doch der Rückzugsort wird für Kleintiere wie Igel, Mäuse, Kröten oder Vögel schnell zu einer tödlichen Falle", teilt der Tierschutzverein mit, der all denen, die nicht auf die Ostertradition verzichten wollen, dringend empfiehlt, besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen: Das Brennmaterial erst kurz vorher aufschichten und unbedingt vor dem Anzünden noch einmal umschichten, um den Tieren die Möglichkeit zur Flucht zu geben. Es reiche nicht aus, nur am Brennmaterial zu rütteln. Die Tierschützer sind bei der Versorgung der vierbeinigen Sorgenkinder laufend auf die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen und bitten deshalb um finanzielle Hilfe. Infos hierzu auf der Homepage www.tierschutzverein-herford.de

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