Nur zum Glattbügeln: Mit dem Geld würde nicht das Freizeitangebot erweitert, sondern nur Schäden beseitigt und Technik erneuert. - © Gerald Dunkel
Nur zum Glattbügeln: Mit dem Geld würde nicht das Freizeitangebot erweitert, sondern nur Schäden beseitigt und Technik erneuert. | © Gerald Dunkel

Bünde Bürger sorgen sich um ihre Bäder

Freibad Bünde-Mitte und "Welle": Bünder diskutieren die "Bäder-Frage" in den sozialen Medien.

Gerald Dunkel

Bünde. Wie hoch der Sanierungsbedarf an den beiden Bünder Bädern ist, haben viele Bürger offenbar nicht erwartet. Die NW berichtete am Samstag exklusiv über die schon in den kommenden Jahren notwendig werdenden Sanierungsarbeiten. 5,5 Millionen Euro müsste die Stadt dafür in die Hand nehmen. Das geht aus einem internen Gutachten der Stadt Bünde hervor, das der Redaktion vorliegt. Als eine Bürgerin am Donnerstag in der Einwohnerfragestunde im Stadtrat die Frage nach den zu erwartenden Kosten für die Sanierung des Freibades Bünde-Mitte und der Bünder "Welle" stellte, erhielt sie als Antwort, dass man das zurzeit nicht beantworten könne. Wie aber aus dem unter Verschluss gehaltenen Papier hervorgeht, summieren sich die Arbeiten auf einen Gegenwert von mehr als 5,5 Millionen Euro für beide Bäder. In den sozialen Medien haben Bürger hierüber diskutiert. Eine Frau schrieb: "Es geht ja nicht, dass man immer nur spart und ich finde die Neugestaltung des Hallenbades von 2004 auch noch nicht so alt. Traurig, dass es nun schon wieder so marode ist. Was die Unattraktivität betrifft: Wenn die Eintrittskosten so hoch sind und dabei kein vernünftiges warmes Wasser da ist, außer samstags, wo eine sehr schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln da ist, die sonntags noch schlimmer ist, dann ist es kein Wunder, wenn die Besucherzahlen rückläufig sind." Ein andere Leserin schreibt: "Ich fände die Idee von einem Allwetterschwimmbad gut..." Auch die Variante, dass Bünde und Kirchlengern ein gemeinsames Bad bauen, kann sie sich vorstellen. Eine weitere Frau kritisiert die Idee eines kompletten Neubaus: "Was kostet wohl mehr? Ein neues Bad zu bauen, oder sie wieder in Schuss zu bekommen? Wie soll das gehen? Man muss nur mal öfter was an den Bädern machen, dann kommen auch nicht so hohe Kosten auf die Stadt zu." Noch eine Leserin merkt an: "Ich habe nur die Befürchtung, dass weitere innerstädtische Grünflächen zugebaut werden sollen. Erst die Geschichte mit dem Buddenberg-Haus und dem Park, dann vielleicht Freibadgelände und Sportplatz?" Die fünfte Frau in der Diskussionsrunde schreibt: "Bei allen Überlegungen nicht vergessen: Die Schwimmer der TG Ennigloh brauchen Trainingsmöglichkeiten. DLRG auch." Ein Bürger geht auf die Kosten ein, die ihm in Teilbereichen zu hoch erscheinen: "Freibad-, Gebäudesanierung, Dusche, Umkleide für 570.000 Euro? Für das Geld bekommt man ein modernes Zwei-Familienhaus mit Grundstück. Sprungturmsanierung für 270.000 Euro halte ich ebenfalls für arg teuer. Ich kann mich täuschen, habe aber den Eindruck, als ob die Kosten extra hoch angesetzt wurden, warum auch immer?" Etwa 1,65 Millionen Euro müssten in den nächsten fünf Jahren laut dem Gutachten in die "Welle" investiert werden. Langfristig kommen noch 630.000 Euro hinzu. 3,3 Millionen Euro wären es laut Gutachten in den kommenden fünf Jahren beim Freibad. Mit diesen etwas mehr als 5,5 Millionen Euro würden allerdings nur Schäden und Abnutzungserscheinungen beseitigt und die Technik auf Stand gebracht. Das Freizeitangebot beider Bäder würde sich dadurch nicht verändern.

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