Überglücklich: Swetlana und Mané Bagiev mit ihrer Eisprinzessin Mila am Sonntag im Klinikum Herford. Die Blitzeis-Nacht hat die kleine Familie aus Bünde gut überstanden. Mutter, Vater und auch Kind sind wohlauf und können in den nächsten Tagen nach Hause. - © Schulz
Überglücklich: Swetlana und Mané Bagiev mit ihrer Eisprinzessin Mila am Sonntag im Klinikum Herford. Die Blitzeis-Nacht hat die kleine Familie aus Bünde gut überstanden. Mutter, Vater und auch Kind sind wohlauf und können in den nächsten Tagen nach Hause. | © Schulz

Bünde/Hiddenhausen/Herford Hochschwangere sitzt Stunden auf der A 30 fest

Mila ist Herfords Blitzeis-Baby

Friderieke Schulz

Bünde/Hiddenhausen/Herford. Mit einem Lächeln schaut Swetlana Bagiev auf die kleine Mila, die in ihrem Arm liegt. Seit Freitagabend haben die 29-Jährige und ihr Mann Mané kaum geschlafen, denn die Geburt ihrer Tochter war alles anderen als entspannt – Blitzeis stoppte die werdenden Eltern auf ihrem Weg ins Herforder Klinikum. Das Paar aus dem Bünder Stadtteil Ahle musste fast zwei Stunden lang auf der Autobahn 30 ausharren. Ein Bus hatte sich dort quergestellt – faktisch eine Vollsperrung. „Um halb eins bin ich in der Nacht von Freitag auf Samstag wach geworden", erzählt Swetlana. Es habe sich angefühlt, als ob die Fruchtblase geplatzt sei. „Wir haben uns direkt auf den Weg zum Krankenhaus nach Herford gemacht", erzählt der 30-Jährige Mané . Den Weg hatte die Bagievs in den vergangenen Wochen genau geplant – über die Autobahn 30 sollte es am schnellsten zum Klinikum gehen. 50 Meter vor der Autobahnausfahrt Hiddenhausen lief aber nichts mehr. Ein Bus hatte sich wegen des Blitzeises quer gestellt, dahinter Stau. 45 Minuten ging gar nichts. „Ich war sehr nervös und hatte Angst. Swetlana war eigentlich recht entspannt", erinnert sich Mané Bagiev. Als die Bünderin zu ihrem Mann sagte, sie spüre etwas, machte der nervöse Vater sich auf den Weg zum querstehenden Bus. „Es war so glatt, dass man nicht laufen konnte. Ich musste mich an der Leitplanke festhalten. Fahren war ebenfalls nicht möglich", berichtet der Bünder. Bus vom Eis bekommen Mit dem Fahrer überlegte er, wie sie den Bus wortwörtlich vom Eis bekommen könnten, um vorbeizukommen. „Aber niemand hatte Salz oder Sand dabei. Inzwischen setzten die Wehen ein", so Mané Bagiev. In seiner Not rief der werdende Vater die Polizei um Hilfe. „Der Polizist sagte nur: Oh mein Gott, das hat uns gerade noch gefehlt und versprach diesen Stau zu priorisieren." Inzwischen wurden die Wehen regelmäßiger und Swetlana überlegte bereits, wie sie ihr Kind im Auto gebären könnte, falls nichts mehr ginge. Mané rief seinen Vater um Hilfe und bat ihn, zur Autobahnausfahrt Hiddenhausen zu kommen, um dort die Wagen zu tauschen. „Doch dann ging es endlich weiter", erzählt das Ehepaar. Mit Salz und Sand auf dem Weg Erst später erfuhren sie, dass ein Mitarbeiter der Stadt, dessen Dienst eigentlich erst um fünf Uhr begonnen hätte, im Radio von ihrer Situation hörte und sich gleich mit Salz und Sand auf den Weg machte, um den werdenden Eltern zu helfen. „Wir bedanken uns wirklich herzlich dafür", sagen die Eltern. Von der Autobahn runter ging es dann schnell ins Klinikum, inzwischen war es 3 Uhr. Auf der Geburtsstation kamen Mutter und Kind zur Ruhe und am Samstagnachmittag um 16.13 Uhr erblickte Mila, 2.520 Gramm schwer und 48 Zentimeter groß das Licht der Welt. „Sie ist zwar zwei Wochen zu früh, aber wohl auf", strahlt Mutter Swetlana, die die Angst inzwischen schon fast verdrängt hat. Mila bereits jetzt berühmt Und Mila ist bereits jetzt eine Berühmtheit. Eisprinzessin wird sie nicht nur von den Schwestern der Geburtsstation genannt. Auch im Fernsehen und Radio war bereits von ihr die Rede, bevor sie auf der Welt war. „Das hat natürlich auch den Vorteil, dass wir niemanden anrufen mussten. Alle haben sich selbst bei uns gemeldet, um zur Geburt zu gratulieren", lacht Mané Bagiev. Nur eines, das steht für die Bünder fest: „Das nächste Baby soll bitte im Sommer kommen."

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