Tierliebhaberin: Sabine Waza hat erfolgreich das dreistufige Testverfahren durchlaufen und einen Sachkundenachweis vom Kreisveterinäramt erhalten. Die Auflagen des Amtes sind für sie kein Problem, weil sie nach eigenen Angaben bereits zuvor nur mit positiven Verstärkungsmethoden gearbeitet hat. - © Corinna Schwanhold
Tierliebhaberin: Sabine Waza hat erfolgreich das dreistufige Testverfahren durchlaufen und einen Sachkundenachweis vom Kreisveterinäramt erhalten. Die Auflagen des Amtes sind für sie kein Problem, weil sie nach eigenen Angaben bereits zuvor nur mit positiven Verstärkungsmethoden gearbeitet hat. | © Corinna Schwanhold

Bünde Hundeschulen-Betreiber brauchen eine Erlaubnis

Novellierung des Tierschutzgesetzes NRW/ Hundeschulen-Besitzer müssen Testverfahren durchlaufen

Corinna Schwanhold

Bünde. Seit vielen Jahren arbeitet Sabine Waza als Hundetrainerin, vor knapp fünf Jahren hat sie sich mit einer eigenen Hundeschule selbstständig gemacht. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung musste die Trainerin in den vergangenen Monaten noch einmal ein dreistufiges Testverfahren beim Kreisveterinäramt absolvieren. Nötig wurde dieses durch eine Novellierung des Tierschutzgesetzes NRW, die auch Betreiber im Bünder Land betrifft. Im Paragrafen 11 des Tierschutzgesetzes werden berufliche Tätigkeiten geregelt, die unter einer Erlaubnispflicht stehen. Während bislang jeder Besitzer eines Gewerbescheins eine Hundeschule eröffnen durfte, hat sich das mit der Novellierung vom Juli 2013 geändert. Seitdem müssen Betreiber einen Sachkundenachweis beim Kreisveterinäramt erbringen, das die betroffenen Betreiber seit Inkrafttreten der Neuerung informiert hat: "Wir haben zunächst recherchiert, wie viele Hundeschulen es gibt und haben diese angeschrieben. Im Kreis waren es 29 Schulen, 20 haben davon das Verfahren durchlaufen", sagt Tanja Hochstetter vom Kreisveterinäramt.Dreistufiges Testverfahren Zunächst müssten die Betreiber nachweisen, dass sie bereits ohne Beanstandungen im Bereich tätig waren, danach müssten sie ein dreistufiges Testverfahren durchlaufen. "Es ist aber auch möglich, sich externe Qualifizierungen anerkennen zu lassen." Insgesamt sechs Hundeschulen-Besitzer im Kreis hätten diese Option wahrgenommen. Nach dem erfolgreichen Durchlaufen des dreistufigen Verfahrens, das einen Test am Computer, eine Videoanalyse mit Hunden und eine Prüfung des Trainers im direkten Kontakt mit einem fremden Hund umfasst, erhalten die Betreiber Auflagen für die weitere Arbeit. So ist Trainern explizit verboten, Stachelhalsbänder und andere tierschutzwidrige Hilfsmittel zu benutzen, und das Veterinäramt hat das Recht, die Hundeschule unangekündigt zu betreten. Aktuell durchlaufen noch zwölf Schulen im Kreisgebiet das Prüfverfahren, das vermutlich in den kommenden Wochen abgeschlossen wird. "Neue Hundeschulen sind aber in der Pflicht, sich in Zukunft selbstständig bei uns zu melden", sagt Tanja Hochstetter."Es wird geprüft, ob wirklich kein Tier gequält wird" Während einige Besitzer noch auf ihre Sachkundigenbescheinigung warten, hat Sabine Waza aus Bünde diese in der vergangenen Woche erhalten. 520 Euro hat die Betreiberin der Schule "Dogschool - Hundeschule an der Elsemühle" bezahlt und darf damit ihre Einrichtung weiter betreiben. "Am Anfang habe ich mich gefragt, warum ich das Prüfverfahren noch einmal absolvieren muss, obwohl ich schon mein halbes Leben lang in dem Bereich tätig bin", sagt Sabine Waza, die vor der Selbstständigkeit bereits acht Jahre bei einer anderen Schule gearbeitet hat. "Mittlerweile finde ich die Gesetzgebung angemessen. Es wird geprüft, ob wirklich kein Tier gequält wird." Außerdem habe sie ihre Kurse bereits zuvor den Auflagen entsprechend gestaltet und nicht die inzwischen verbotenen Geräte wie das Stachelhalsband genutzt. "Ich besuche regelmäßig Fortbildungen und arbeite nur mit positiver Verstärkung."

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