Albert-Schweitzer-Schule in Herford: Sie soll - wie die Pestalozzischule in Bünde - in die Trägerschaft des Kreises übergehen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Albert-Schweitzer-Schule in Herford: Sie soll - wie die Pestalozzischule in Bünde - in die Trägerschaft des Kreises übergehen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford Kreis will Lern-Förderschulen übernehmen

Das Gutachten für die Schulentwicklungsplanung hinsichtlich der Förderschulen liegt vor

Corina Lass

Kreis Herford. Der Kreis Herford will die Trägerschaft für die Förderschulen Lernen in Herford (Albert-Schweitzer-Schule) und Bünde (Pestalozzischule) übernehmen. Dabei sollen beide Standorte erhalten bleiben. Das gab Herfords Sozialdezernentin Birgit Froese-Kindermann jetzt im Herforder Schulausschuss bekannt. Sie rechne mit einer Übergabe der Herforder Albert-Schweitzer-Schule zum 1. Februar, sagte Froese-Kindermann. Das diene auch der Sicherstellung des Herforder Standorts, so die Sozialdezernentin. Die Pestalozzi-Schule in Bünde laufe derzeit über. "Es gibt viele Eltern, die ihre Kinder doch lieber wieder an einer Förderschule anmelden wollen", sagte Ausschussvorsitzender Hans-Jürgen Rühl (SPD). Vorausgegangen war ein Gutachten, dessen Ergebnisse in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses des Kreises am Montag, 18. Juni, vorliegen werden. Es dient als Planungs- und Entscheidungsgrundlage, mit dessen Hilfe der Kreis und die Kommunen als Schulträger die Förderschulen zukunftssicher aufstellen können. Das Gutachten bezieht auch das Johannes-Falk-Haus mit dem Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" des Kirchenkreises ein. Die Gutachter empfehlen die Zusammenführung der Förderschulen Lernen an den beiden bestehenden Standorten. Hinsichtlich der Schulen mit anderen Förderschwerpunkten legen sie den Verantwortlichen ein Verbundsystem mit allen oder mit zwei Förderschwerpunkten nahe. Bei den anderen Optionen würden die negativen Effekte überwiegen. Kurzfristig sollen demnach die Förderschulen Lernen unter der Trägerschaft des Kreises an zwei Standorten zusammengeführt werden. Zwar sänken die Schülerzahlen, aber die organisatorischen Vorteile überwögen: Das sei billiger als ein Neubau; die Schüler könnten wohnortnah eine Schule besuchen; und eine Schulträgerschaft des Kreises ermögliche eine bessere Verteilung der Schüler zwischen den Standorten. Die meisten Bürgermeister teilen die Einschätzung der Verwaltung Als mittelfristige Maßnahme empfehlen die Gutachter dem Kreis und den Schulträgern, Verbundsysteme zu prüfen und eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln. So könnten sie sicherstellen, dass bei weiter sinkenden Schülerzahlen die Gestaltungsmöglichkeiten erhalten bleiben. Angesprochen sind hier also besonders die Schulen. Denn sie müssen die pädagogischen Grundlagen für die Umsetzung schaffen. Zudem sei die Schulaufsicht einzubinden, da sie letztlich die Genehmigung erteile. Als flankierende Maßnahme empfehlen die Gutachter zu prüfen, welchen Bedarf es für die Einführung eines gebundenen Ganztags an der Wittekindschule in Hiddenhausen gibt. Zu klären wäre in einem nächsten Schritt, welche flexiblen Modelle für die gemeinsame Beschulung von Kindern und Jugendlichen in Regel- und Förderschulen in Frage kommen und wie Kooperationen ausgebaut werden können. Die Kreisverwaltung befürwortet den Vorschlag, die Förderschulen Lernen unter seiner Trägerschaft an zwei Standorten zu übernehmen. Das geht aus der Vorlage für den Schul- und Kulturausschuss hervor. Vor dem Hintergrund, dass Verbundsysteme geprüft werden, sei dies auch für den Fall von Vorteil, dass die Schülerzahlen weiter sinken. Zudem ermögliche die Trägerschaft in einer Hand eine flexible Reaktion auf die vom Land angekündigte Änderung der Mindestgrößen der Förderschulen. Und schließlich sei so das Wahlrecht der Eltern sichergestellt. Der Kreisverwaltung zufolge teilt eine Mehrheit der Bürgermeister diese Einschätzung. Für September will sie nun, abgestimmt mit Bünde und Herford, einen Beschlussvorschlag für den Kreistag vorbereiten. Darin geht es dann auch um die konkreten Kosten. Die Trägerschaft für die Förderschulen Lernen könnte der Kreis dann zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2018/ 2019 übernehmen.

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