Bünde Zaungespräche, Kunst und Kaffee

Von Garten zu Garten: Am Sonntag von 11 bis 18 Uhr bietet der NABU die Möglichkeit, Einblicke in drei besondere Kleinode zu bekommen. Dabei geht’s nicht nur ums Naturnahe, sondern auch um Vielfalt und Originalität

Meiko Haselhorst

Bünde. „Als wir hier 2005 eingezogen sind, war das nur eine Rasenfläche mit ein paar Lebensbäumen“, sagt Natalie Pietsch und blickt um sich. Ein bisschen Rasen ist immer noch da – ansonsten hat sich das Bild mächtig gewandelt. Ein großes Tipi aus Weiden, Brombeeren und Clematis sticht sofort ins Auge, zahlreiche einheimische Sträucher und Blumen locken Insekten und Vögel, weiter hinten steht jede Mange Gemüse. Und wer zweimal hinguckt, entdeckt unzählige kleine Details mit künstlerischem Anspruch. „Dieser Garten zeigt, dass man auch auf kleinem Raum sehr viel machen kann“, sagt Friedhelm Diebrok vom NABU. Und genau das, so sagt Natalie Pietsch, sei auch der Grund gewesen, warum sie sich in diesem Jahr erstmals zu der NABU-Aktion „Von Garten zu Garten“ angemeldet habe. „Ich verfolge das ja jetzt schon seit ein paar Jahren“, sagt Pietsch und setzt sich auf einen der vielen Stühle, die in allen möglichen Ecken des kleinen Gartens stehen. „Und ich finde das auch alles ganz toll – ich hab’ mich aber immer ein bisschen darüber geärgert, dass das häufig so riesige Gärten waren, die da vorgestellt wurden – diese Möglichkeit hat ja leider nicht jeder.“ Natalie Pietsch und ihr Ehemann haben das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht. Warum eigentlich? „Ich bin so aufgewachsen, dass da immer irgendwas rumkreucht und fleucht – und so wollte ich’s halt wieder haben“, sagt Pietsch und zuckt mit den Schultern. Und nun möchten sie und ihr Mann gerne Leute mit ähnlichen Ausgangsvoraussetzungen und ähnlichen Vorstellungen zu ähnlichen Werken inspirieren. Zwischen 11 und 18 Uhr ist am kommenden Sonntag, 14. Juni, jeder eingeladen, sich das Kleinod am Lehmweg 1 anzuschauen. „Das ist eine Landschaft, die in der heutigen Zeit leider immer seltener wird“ Der Garten am Kleinen Bruchweg 18 ist schon eine etwas größere Nummer. Hier zeigt Regina Meyer ihre großen Staudenbeete, ihre alten Obstbäume, und ihren Blumenrasen einschließlich Laufenten. Ferner haben einige Künstler des Kunst-Karree in Meyers Garten Bilder aufgehängt. Und Kaffee und Kuchen wird’s dort ebenfalls geben. Wie bislang in jedem Jahr, ist auch diesmal wieder der Garten an der Engerstraße 151 dabei. Das Grundstück von Freyja und Friedhelm Diebrok gehört zu den besagten etwas größeren ihrer Art. Direkt vorm Wintergarten – bei NABU-Aktionstagen wird er zum „Café Gartengucker“ umfunktioniert – liegt der große Teich. Drumherum wachsen zahlreiche einheimische Bäume, Sträucher und Stauden, im vorderen Teil auch Gemüse. „Aber in diesem Jahr soll es bei uns vor allem um den hinteren Teil des Gartens gehen“, sagt der Naturschützer. Dort stehen auf einer großen Wiese Schafe und Obstbäume. „Das ist eine Landschaft, die in der heutigen Zeit leider immer seltener wird.“ Diebrok möchte den Besuchern gerne zeigen, was der Region dadurch verloren geht. ´ Der NABU ist schon jetzt auf der Suche nach Vorzeige-Gärten fürs kommende Jahr. Wer sein Kleinod im Frühsommer 2019 für einen einzelnen Tag der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte, kann sich unter Tel. (0 52 23) 90 41 63 mit dem Vorsitzenden der NABU-Kreisgruppe kurzschließen.

realisiert durch evolver group