Tiefes Loch: Das Schlagloch liegt neben der Fahrbahn, deshalb ist Straßen NRW nicht zuständig. - © Foto: Anne Webler
Tiefes Loch: Das Schlagloch liegt neben der Fahrbahn, deshalb ist Straßen NRW nicht zuständig. | © Foto: Anne Webler

Bünde Ein Schlagloch, für das niemand zuständig ist

Lesertelefon: Ein Bünder wies kürzlich auf ein Schlagloch vor der Poststelle in Holsen hin. Doch weder Straßen NRW, noch die Stadt Bünde, noch der Eigentümer sind zuständig. Autofahrer rumpeln auf eigene Gefahr durch das Loch

Anne Webler

Bünde. Ein NW-Leser aus Holsen meldete sich vor Kurzem besorgt am NW-Lesertelefon und wies auf das Schlagloch vor der Poststelle in Holsen hin. Kürzlich habe sich dort ein tiefergelegter Wagen festgefahren. Manchmal stünden rot-weiße Pylonen dort, dann wieder nicht. Er habe sich bereits in der Poststelle erkundigt, dort habe er die Auskunft bekommen, man sei nicht zuständig. "Wer ist denn zuständig?", will der Holser wissen. Maik Schinkel vom Baubetriebshof der Stadt Bünde sagte, da es sich bei der Rödinghauser Straße um eine Landesstraße handele (L775), sei die Stadt Bünde nicht zuständig. Die Stadt Bünde pflege lediglich die Grünstreifen an Landesstraßen, um einen solchen handelt es sich hier aber nicht. Er verwies an Straßen NRW. Doch die Landesbehörde ist auch nicht zuständig für das Schotterloch. Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW, sagte auf Anfrage der NW, Straßen NRW sei nur für Straßen, nicht aber für Zufahrten zuständig. An einer solchen liegt das Schotterloch. Für die Zufahrt ist der Grundstücks-Eigentümer verantwortlich. Das besagten die Paragrafen 18 und 20 des Straßen-Wegegesetzes NRW, sagt Johanning. Danach ist der Eigentümer der Zufahrt verpflichtet, sie in einem verkehrssicheren Zustand zu halten. Das Schlagloch befinde sich jedoch neben der Zufahrt, deshalb sei in diesem Fall auch der Eigentümer nicht zuständig. Die Zufahrt sei gepflastert und mit einem Kantstein eingefasst und somit eindeutig erkennbar, wo gefahren werden soll. Das Loch liege in einem nicht befestigten Bereich daneben. "Wer hier durchfährt, tut dies auf eigene Gefahr", sagt Johanning. Straßen NRW fotografiert Straßen ähnlich wie Google Streetview Er konnte die Situation vor Ort so schnell erfassen, weil er sich ein Foto von der Stelle anschauen konnte: Straßen NRW sei für mehr als 2.000 Kilometer Straße zuständig, erzählt Johanning. Die würden sie abfotografieren, indem sie alle fünf Meter eine Aufnahme machen. Das passiere von einem Fahrzeug ähnlich denen von Google Streetview. Die Fotos würden ausschließlich für dienstliche Zwecke genutzt. Auf dem Bild, das er der NW zur Verfügung gestellt hat, sei sehr gut zu sehen, dass das Schotterloch neben der Zufahrt liege. In der Zufahrt parkt gerade ein Pkw und verengt diese dadurch. So hätten einbiegende Autos weniger Platz und führen unter Umständen durch das Schotterloch. So behinderten sich die Nutzer des Parkplatzes gegenseitig. Zusammengefasst: Für das Loch ist niemand zuständig und niemand muss es ausbessern.

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