Bünde Wenn Baby-Wildtiere mitgenommen werden

Tierschutzverein: Viele Menschen wissen nicht, wie wilde Tiere leben und reagieren oft falsch

Bünde. Das Tierheim Bünde blickt in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlass fand nun eine Feierstunde statt. Zu den Gästen zählten die Landtagsabgeordneten Angela Lück und Stephen Paul, Landrat Jürgen Müller, die stellvertretenden Bürgermeister Ulf Dreier (Bünde) und Andreas Rödel (Herford), die Tierärzte Reinhard Zwingelberg und Tanja Hochstetter vom Kreisveterinäramt sowie der Vizepräsident des Landestierschutzverbandes, Lutz Kaczmarsch und als Vertreterin des Deutschen Tierschutzbundes, Judith Schönenstein. Wie in jedem Jahr - seit der Gründung des Vereins - gibt es auch in 2018 mehr als genug zu tun für die Tierschützer. WILDTIERE So werden nach eigenen Angaben immer mehr hilfsbedürftige Wildtiere im Tierheim abgegeben. In Bünde wurden unter anderem fünf verwaiste Eichhörnchenbabys, eine junge Amsel und mehrere Feldhasenkinder aufgenommen. "Ganz wichtig ist es, dass alle Hunde- und Katzenbesitzer ab sofort Bello und Mieze intensiv beaufsichtigen und betreuen, um auf Wildtiere und ihren Nachwuchs Rücksicht zu nehmen", heißt es in einer Mitteilung des Tierschutzvereins. Und weiter: "Jeder Tierfreund sollte Interesse daran haben, die vierbeinigen und gefiederten Eltern und ihre Kinder nicht zu stören und zu beunruhigen." Es gehöre nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass Wildtiere in Todesangst versetzt werden, wenn frei laufende Hunde über Felder und Wiesen toben. Ein Problem tritt immer wieder auf: Oft werden Tierkinder aus Unkenntnis in menschliche Obhut genommen. Besonders häufig werden junge Feldhasen Opfer falsch verstandener Tierliebe und als vermeintliche Waisenkinder von besorgten Tierfreunden eingesammelt. Viele Menschen wüssten nicht, dass es zur Überlebensstrategie dieser Tierart gehört, dass die Mutter nur ein- bis dreimal täglich ihre Jungen zum Säugen aufsucht und diese die meiste Zeit alleine sind. NEUES AUS DEM TIERHEIM Im Bünder Tierheim befinden sich zur Zeit zehn Hunde, 48 Katzen, sieben Zwergkaninchen, zwei Meerschweinchen, drei Farbmäuse, drei Wasserschildkröten und drei Ziervögel. Drei der 48 Katzen wurden am Tag der offenen Tür ausgesetzt gefunden. Außerdem wurde am Nachmittag noch eine Kornnatter eingefangen, die sich inzwischen in einer Pflegestelle befindet. Für die Neuzugänge und mehrere vierbeinige Sorgenkinder im Tierheim werden Paten gesucht, die durch Spenden helfen, Kost, Logis und medizinische Versorgung der Vierbeiner sicherzustellen. TIERE UND SONNE In diesem Zusammenhang möchten die Tierschützer darauf hinweisen, dass Tiere nicht in parkenden Autos zurückgelassen werden dürfen, da schon bei einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius im Innenraum der Fahrzeuge eine unerträgliche und somit tödliche Hitze entstehen kann. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.tierschutzverein-herford.de

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