Trat enttäuscht zurück: Martin Lohrie ist nicht mehr Vorsitzender der Bünder Schützengesellschaft. - © Thorsten Mailänder
Trat enttäuscht zurück: Martin Lohrie ist nicht mehr Vorsitzender der Bünder Schützengesellschaft. | © Thorsten Mailänder

Bünde Chef der Schützen wirft Amt hin

Dringend auf der Suche: Die Bünder Schützengesellschaft von 1838 braucht einen neuen Vorsitzenden und einen neuen Schatzmeister. Martin Lohrie trat zurück

Thorsten Mailänder

Bünde. Als Martin Lohrie im Januar aus dem Schuldienst ausschied und in den Ruhestand wechselte, kündigte er seinen geordneten Rückzug aus den vielen Ehrenämtern an, die er inne hat. Bei den Schützen ging das jetzt allerdings schneller als erwartet. Schon im November 2017 gab er den Vorsitz des Stadtsportverbands Bünde nach 16 Jahren an seinen Nachfolger Marcel Ta weiter. Seit elf Jahren ist Lohrie Vorsitzender beim TuS "Frisch Auf" (FA) Dünne. Lohrie ist stellvertretender Bürgermeister in Bünde und Vorsitzender der Bünder FDP. Eigentlich wollte Martin Lohrie seine Amtszeit als Präsident der Bünder Schützengesellschaft zum Ende der Wahlperiode im nächsten Jahr auslaufen lassen. Nun führt Lohrie die Bünder Schützengesellschaft nur noch kommissarisch bis zum 18, Mai. Auf einer Mitgliederversammlung müssen am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr in der Gaststätte "Zur Klinke" ein neuer Vorsitzender und ein neuer Schatzmeister gewählt werden. Lohrie trat etwa 14 Tage nach der letzten Mitgliederversammlung zurück. Hier war Schatzmeister Hartmut Hebeler zwar knapp gewählt worden, aber er verweigerte die Annahme der Wahl wegen des Ergebnisses von 27 Ja-Stimmen, 22 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Er erklärte sich jedoch bereit, das Amt kommissarisch bis zur nächsten Generalversammlung weiterzuführen. Noch am selben Abend reagierte Martin Lohrie schwer enttäuscht über das Wahlverhalten einiger seiner Schützenbrüder. Lohrie kündigte wenige Tage später eine Überprüfung seines weiteren Engagements für die Bünder Schützen an und zog die Konsequenzen. "Ich laufe eigentlich vor Problemen nicht weg. Man investiert viel Zeit und oft auch Geld. Das Ehrenamt muss Spaß machen. Hier war es nicht mehr ausreichend der Fall", begründet Lohrie seinen Schritt zum Rückzug. Viele Mitglieder sprechen von einem Riss innerhalb der Bünder Schützengesellschaft, der zu kitten sei. "Es haben sich einige Mitglieder intern beraten, wie es mit den vakanten Posten weitergehen soll", sagte der scheidende Vorsitzende. Eine Stellungnahme durch den Presse-Offizier der Bünder Schützengesellschaft, Klaus Kuhlmann, gibt es ebenfalls nicht. Die heimische Presse wird am Freitag im Saal der Gaststätte "Zur Klinke" nicht zugelassen sein. Die Berichterstattung über die Generalversammlung der Bünder Schützengesellschaft soll über den Presse-Offizier erfolgen.

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