Startklar: Das Auto fuhr von Band, als Sven Schüngel und Verena Schmitz noch in ihren Kinderschuhen steckten. 29 Jahre später soll es das Paar sicher 3.500 Kilometer weit durch das Vereinigte Königreich bringen. - © Katharina Georgi
Startklar: Das Auto fuhr von Band, als Sven Schüngel und Verena Schmitz noch in ihren Kinderschuhen steckten. 29 Jahre später soll es das Paar sicher 3.500 Kilometer weit durch das Vereinigte Königreich bringen. | © Katharina Georgi

Bünde Bünder fährt wieder bei Charity-Oldtimerrallye mit

Abenteuer: Sven Schüngel fährt mit seiner Freundin eine Oldtimer-Rallye. Bei diesem Road-Trip geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Kreativität - und einen guten Zweck

Katharina Georgi

Bünde. Ein "wilder Ritt durch das Vereinigte Königreich" soll es werden. Ein Abenteuer wird der Linksverkehr für den Bünder Sven Schüngel (40) und seine Freundin Verena Schmitz bestimmt. Auf der "falschen Straßenseite" geht es vorbei an Burgen und Schlössern, durch die schottischen Highlands und die wilden Berglandschaften von Wales. Auf ihrer zehntägigen Tour müssen sie knifflige Rätsel lösen, um einen Sieg einzufahren. Und das beste daran: Ihr Abenteuer hilft dabei, das Meer zu schützen. "Knights of the Island" heißt die Charity-Rallye, an der das Duo teilnimmt. Ihr 29 Jahre alter VW Scirocco erfüllt die wichtigste Teilnahmebedingung: Das Gefährt muss mindestens 20 Jahre alt sein. Zusätzlich gibt's weder durch GPS noch Navi eine Orientierungshilfe. Die gute alte Straßenkarte muss dafür reichen. "Außerdem dürfen keine Autobahnen genutzt werden, nur Landstraßen", sagt Schüngel. Los ging es am Samstag in Brüssel, das Ziel ist in Edinburgh. 3.500 Kilometer müssen sie in zehn Tagen schaffen, also pro Tag etwa 400 bis 500 Kilometer fahren. Wo genau ihre Route entlangführen wird, erfahren sie erst, wenn ihnen kurz vorm Start das Roadbook übergeben wird. Das wiederum ist vollgepackt mit Etappenvorschlägen, den erwähnten Aufgaben sowie Tipps rund um ihre Tagesstrecke. Punkte für jede gelöste Aufgabe Für jede gelöste Aufgabe gibt es Punkte - je kreativer, desto besser. "Zum Beispiel muss man eine Filmszene aus einem britischen Film nachstellen, oder das legendäre Beatles-Cover von Abbey Road." Das waren zumindest die Aufgaben vergangener Jahre. "Unsere eigenen kennen wir noch nicht", sagt Schmitz. Wer am Ende die meisten Punkte auf sein Team vereint, gewinnt. Und Konkurrenz gibt es viel: 79 andere Teams wetteifern mit ihnen um den Siegertitel. Sven Schüngel und sein Kultauto kennen sich mit derlei kuriosen Strecken und Aufgaben schon aus. Vergangenes Jahr fuhr er bei einer anderen Rallye bis ans Nordkap und zurück. "Letztes Jahr habe sie mit Sven bei seiner Tour um die Ostsee nur mitgefiebert, diesmal wollte ich auch mal dabei sein", erklärt Schmitz. Das werde auch für ihre Beziehung spannend: "Zehn Tage auf dem engen Raum eines Autos. Mal sehen, wie wir das schaffen", sagt sie und lacht. Schüngel macht sich da eher keine Sorgen: "Es gibt jeden Tag so viel zu sehen, da geht einem nicht der Gesprächsstoff aus." Ein paar alte Kassetten und Hörspiele haben sie außerdem dabei. Fest eingeplant hat das Duo Zwischenstopps in Stonehenge und im walisischen Städtchen Aberystwyth. "Da wollte ich immer schon mal hin, den Ort kenne ich noch aus dem Englischbuch in der Schule", erzählt Schüngel. Sie freuen sich auf die tolle Landschaft der Highlands - und als Abschluss des Tages auf einen Whisky in einem urigen Pub. Spendenziel: 3.500 Euro Für den Scirocco gab's vor der Tour noch einmal eine Verjüngungskur: "Der ist jetzt besser in Schuss als letztes Jahr, zieht nun viel besser", sagt Schüngel. Mit ihnen fahren außerdem zwei Freunde in einem alten Nissan. Gemeinsam treten sie als Team "Fast and Curious" (dt. schnell und neugierig) an. Über ihre Erlebnisse berichten die beiden auf einer eigenen Facebook-Seite und in dieser Zeitung. Wenn sie durch das Ziel in Edinburgh fahren, wollen sie auch ihr Spendenziel von 3.500 Euro für die Meeresschutzorganisation "Sea Shepherd Deutschland" erreicht haben. Damit würde Schüngel das Ziel der vergangenen Rallye übertreffen: 2017 hatte er 2.800 Euro an die Organisation Black Fish übergeben.

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