Unfassbar unwiderstehlich: Olaf Schubert weiß schon lange, dass er sein sexy Potenzial nur noch abrufen muss. Das Betonen seiner schönen Frisur gehört dazu. - © Amac Garbe
Unfassbar unwiderstehlich: Olaf Schubert weiß schon lange, dass er sein sexy Potenzial nur noch abrufen muss. Das Betonen seiner schönen Frisur gehört dazu. | © Amac Garbe

Olaf Schubert im Interview: "Comedians sind eine Plage"

Interview: Am morgigen Mittwoch, 18. April, spielt Olaf Schubert sein aktuelles Programm "Sexy forever" im Stadtgarten Bünde

Nicolas Bröggelwirth

Olaf, wann oder wie hast Du erkannt, dass Du sexy sein sollst? Schubert: Das war im Volkshochschulkurs "Sexy für Anfänger". Da wurde ich am Ende  Jahrgangsvierter, und da habe ich erkannt: das Potenzial ist da, jetzt muss ich es nur noch abrufen. Dein Programm heißt ja nicht nur "Sexy", sondern gleich "Sexy forever". Abgesehen davon, dass Du auf den amerikanischen Markt zielst, darf ich mich also auf einen ganzen Abend voller Schönheitstipps freuen? Schubert: Nein, im Grunde stelle ich ja den Schönheitswahn in Frage. Dieser ganze Leistungsdruck, ist der notwendig? Muss man denn unbedingt bis zum Anschlag sexy sein? Ist das alles, was einen auszeichnen sollte? Also richtest Du Dich auch gegen TV-Formate wie "Germany?s Next Top Model"? Schubert: Dagegen ist übertrieben, aber ich beschäftige mich natürlich damit. Schönheit ist eine schöne, aber übertriebene Nebensächlichkeit. 2018 bist Du wieder komplett mit diesem Programm unterwegs; was fasziniert die Menschen daran? Schubert: Das frage ich mich auch. Oder können die Leute einfach nicht genug von Dir bekommen? Schubert: Ja! Im optimalen Fall ist das so. Es ist wie ein Unfall: schrecklich, aber man kann einfach nicht weggucken. Du bist Träger zahlreicher Preise wie dem Deutschen Comedy-Preis, dem Deutschen Kleinkunstpreis, des Salzburger Stiers oder Tegtmeiers Erben. Welcher ist für Dich der wichtigste? Schubert: Der Benzinpreis, ganz klar. Ansonsten gebe ich gar nichts auf Preise. Hauptsache ist, die Menschen kommen und werden gut unterhalten. Alles andere ist primär. Du bist schon sehr lange dabei und unter anderem Schirmherr der Humorzone Dresden. Wie hat sich die Comedy-Szene in den letzten Jahren verändert? Schubert: Es gibt immer mehr Comedians. Es ist eine Plage! Kaum ist einer weg, kommen zwei neue nach. Jedes Thema findet mittlerweile wie Industriesparten eine Nische. Es gibt keine Thematik, die nicht explizit mit Humor besudelt wird. Es heißt, wäre Olaf Schubert ein Keks, könnte man sagen, er wäre mürbe. Heißt das, Du bist leicht zu lutschen? Schubert: (lacht) Ja, wie so ein Fisch. Er schmeckt gut, hat aber Gräten. Du selbst bezeichnest Dich als freiberuflicher Betroffenheitslyriker. Was macht Dich denn betroffen? Schubert: Na ja, es gibt so viele Probleme auf der Welt. Die machen mich alle betroffen, sei es die Politik, sei es die Zwischenmenschlichkeit. Aber es sind die mittleren Probleme, um die sich keiner kümmert, und ich kümmere mich um eben diese mittleren Probleme. Du siehst Dich ja auch als Weltverbesserer. Welche Möglichkeiten  hat man, nicht zu resignieren? Schubert: Ich resigniere ja auch, aber ich lasse es mir nicht anmerken. Sollte Deine Sprache zum Weltverbessern nicht weniger ironisch, sondern etwas konkreter sein? Schubert: Präziser als ich kann man sich gar nicht ausdrücken. Das ist manchmal natürlich ein wenig umständlich. Oliver Welke wird es nie erfahren, aber wie würde ein so analytisch begabter Sachse wie Du Ostwestfalen und seine Bewohner beschreiben? Schubert: Öööhhh... (überlegt) Auch nicht schlimmer als die Menschen in anderen Landstrichen. Und das ist als Kompliment gemeint. Sie haben ein gesundes Mittelmaß! Wann bin ich noch mal bei Euch in Bünde? Nächsten Mittwoch. Schubert: Oh, dann müssen wir ja auch schon bald losfahren.

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