Trotzt der Gefahr: Der Bünder IT-Experte Maik Langerwisch schaut sich die Einstellungen der Firewall an. Er empfiehlt Nutzern, besonders vorsichtig beim Öffnen von E-Mails mit Datei-Anhängen zu sein. - © Foto: Niklas Krämer
Trotzt der Gefahr: Der Bünder IT-Experte Maik Langerwisch schaut sich die Einstellungen der Firewall an. Er empfiehlt Nutzern, besonders vorsichtig beim Öffnen von E-Mails mit Datei-Anhängen zu sein. | © Foto: Niklas Krämer

Bünde Diese Gefahren lauern im Internet für Unternehmen

Cyber-Kriminalität: Unternehmen und Verwaltungen müssen sich gegen Angriffe von Hackern wappnen, um ihre eigenen Computernetzwerke zu schützen

Niklas Krämer
Dirk Windmöller

Bünde. Die modernen Piraten bedrohen ihre Opfer nicht mit Messer oder Pistole. Sie versuchen die Computernetzwerke zu kapern, um Daten zu klauen. Um sich vor Hacker-Angriffen zu schützen, setzen heimische Unternehmen und die öffentliche Verwaltung auf IT-Experten. Für die Energie- und Wasserversorgung Bünde (EWB) ist die Sicherheit der eigenen IT - in direkter Verbindung mit der Sicherheit der Kundendaten - nach eigener Aussage von äußerster Wichtigkeit. "Wir schützen uns über ein vielstufiges Firewall-Konzept, professionelle Virenscanner, umfangreiche Verschlüsselungsmechanismen und eine Separierung von Netzwerken", sagt Geschäftsführer Alfred Würzinger. Die EWB selbst sowie deren Dienstleister werden dabei durch externe Datenschutzexperten beraten. "Bislang sind wir von einem Hacker-Angriff verschont geblieben", berichtet Würzinger. Die Überprüfung und Verbesserung der IT-Sicherheit werde bei der EWB als ständige Managementaufgabe gesehen. "Die Zahl der Angriffe nimmt stetig zu", sagt Reinhold Harnisch, Geschäftsführer des Kommunalen Rechenzentrums (KRZ) in Lemgo, das unter anderem die IT-Dienstleistung der Stadt Bünde übernimmt. Die Mails, die zum Beispiel an die Stadt Bünde und auch an alle anderen Kommunen aus dem Kreis Herford geschickt werden, landen auf dem Server des KRZ in Lemgo. "Wir filtern 96 Prozent Spam aus den kommunalen Mails heraus", sagt Harnisch. Spam zu öffnen bedeute immer eine potenzielle Gefahr. Schadsoftware könne zum Beispiel Rechnerleistung klauen. "Dann kann der Rechner mit vielen tausend anderen zusammengeschaltet und für einen großen Angriff genutzt werden." Vor zwei Jahren wurde das KRZ Ziel eines großen Angriffs. In der Anmeldephase für die Berufskollegs, die über die Server des KRZ laufen, kam es zu einer DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) mit dem Ziel, die Server komplett lahm zu legen. "Wir konnten diese Attacke mit eigenen Kräften abfangen." Das Anmeldeportal sei nur vier Stunden vom Netz gewesen. Spam-Mails sind getarnt "Einen 100-prozentigen Schutz vor Hacker-Angriffen gibt es nicht", sagt Maik Langerwisch, der mit seinem Bünder Unternehmen "Cornix IT" unter anderem IT-Sicherheitssysteme für Firmen einrichtet. Die Anzahl von Viren und Malware (Schadprogramme) sei in den vergangenen Jahren gestiegen. "Viele Viren kommen mit einer E-Mail", sagt Langerwisch. Die E-Mails seien getarnt und wirken so, als kämen sie von seriösen Unternehmen wie DHL oder Amazon. "Doch wenn man einen Link in der E-Mail oder den Anhang öffnet, hat man sich im Hintergrund einen Virus eingefangen."  Deshalb sollte man den Link vorher prüfen, ob dieser überhaupt auf die Website des Unternehmens führt. "Bei Anhängen ist es wichtig, keine ausführbaren Dateien wie Exe-Dateien zu öffnen", sagt der IT-Experte. Grundsätzlich sollte man nicht online gehen, ohne eine Firewall oder ein Anti-Virenprogramm installiert zu haben.

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