Auch für die Drei- bis Sechsjährigen könnten die Plätze bald knapp werden. - © DPA
Auch für die Drei- bis Sechsjährigen könnten die Plätze bald knapp werden. | © DPA

Bünde Lösungen händeringend gesucht

Kindergärten: In der U3-Betreuung werden voraussichtlich 86 Kinder keinen Platz erhalten. Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist die Lage besser. Jedoch droht hier in den kommenden Jahren auch ein Engpass

Niklas Krämer

Bünde. Bei der Betreuung von Kindern im Alter von bis zu drei Jahren drückt in Bünde mächtig der Schuh. Laut Jugendamtsleiterin Karin Schäffer werden voraussichtlich 86 Kinder keinen Platz erhalten. Diese Zahlen hat sie vor dem Jugendhilfeausschuss präsentiert. "Das liegt einerseits an den stark gestiegenen Kinderzahlen in dieser Altersklasse durch Geburtenanstieg und Zuzug", erklärte Schäffer. Andererseits habe sich die Nachfrage stark erhöht. "Nun müssen wir schauen, ob es unter den Kindern Ernstfälle gibt, bei denen Eltern einen dringenden Bedarf haben." Eine Alternative sei das "tolle Angebot der Kindertagespflege." Daher bliebe zu hoffen, dass sich noch einige interessierte Personen für diesen Beruf in Bünde finden würden, so dass weitere Betreuungsplätze geschaffen werden können. Da in der Tagespflege alle Plätze (170 Stück) in der Regel mit Kindern belegt seien, soll beim Land ein Bedarf von 20 neuen Plätze angemeldet werden. Der weitere Ausbau von neuen U3-Plätzen in den Kitas scheitere daran, dass zunächst die geplanten Baumaßnahmen umgesetzt werden müssten. Auch seien die Fördermittel des Bundes beziehungsweise Landes begrenzt. Bei der Betreuung des Nachwuchses im Alter über drei Jahren sieht die Lage dagegen besser aus. "Wenn alle unsere geplanten Gruppen bis zum Beginn des Kindergartenjahres in Betrieb gehen, können wir allen Kindern einen Platz anbieten", sagte Karin Schäffer. So soll am evangelischen Kindergarten in Hüffen eine vierte Gruppe starten, in der 22 Kinder einen Platz finden. Außerdem sollen das ehemalige Pfarrhaus am Nordring sowie das Jugendheim Ennigloh umgebaut werden. Diese Maßnahmen schaffen zusammen 68 Plätze. Die Bedarfsdeckungsquote liege laut Schäffer in der Ü3-Betreuung bei 97,99 Prozent - und damit geringfügig über der Quote im laufenden Kindergartenjahr (97,5 Prozent). "Es kann jedoch nicht immer ein Platz in der Wunscheinrichtung zur Verfügung gestellt werden", wies Schäffer hin. So liege laut Jugendamt die Versorgungsquote in Dünne bei 123 Prozent (96 Plätze für 78 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren), beispielsweise in Bustedt nur bei 78 und in Südlengern bei 86 Prozent. Insgesamt werden im kommenden Kindergartenjahr voraussichtlich 1.478 Kinder in Tageseinrichtungen betreut. Das sind 46 Kinder mehr als im laufenden Jahr. Laut Jugendamt werde der Bedarf an Kindergartenplätzen stark ansteigen: Demnach werde sich die Anzahl der Drei- bis Sechsjährigen von 1.193 Kindern im Jahr 2018/19 auf voraussichtlich 1.293 Kindern im Jahr 2020/21 steigen - ein Plus von 100. "Wir werden weitere Kindergärten bauen müssen", sagte Oliver Uhlich (CDU). Laut Stadt müssen bis zum 1. August 2019 mindestens 97 zusätzliche Plätze in der Ü3-Betreuung zur Verfügung gestellt werden - das sind vier bis fünf zusätzliche Gruppen. Verwaltung hat schon zwei Ideen für neue Kita-Plätze Damit später kein Drei- bis Sechsjähriger bei der Vergabe eines Kita-Platzes leer ausgehen muss, sucht die Stadt nach Lösungen: Die ehemalige Grundschule Ahle soll zu einer zweigruppigen Kita umgebaut werden. Eine weitere Gruppe soll in das umgebaute OGS-Gebäude an der Haßkampstraße. Auch in Südlengern und Spradow will die Verwaltung Lösungsideen entwickeln. "Dieser Anstieg wird uns auch in der OGS erreichen. Ich bitte das zu bedenken", sagte Oliver Uhlich.

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