Entlastung: Die neuen Paten bieten eine frühe Hilfe für junge Familien in Bünde. Als Dankeschön gab?s für alle Absolventen eine Urkunde und - passend zum beginnenenden Frühling - eine weiße Tulpe. - © Carina Hörstemeier
Entlastung: Die neuen Paten bieten eine frühe Hilfe für junge Familien in Bünde. Als Dankeschön gab?s für alle Absolventen eine Urkunde und - passend zum beginnenenden Frühling - eine weiße Tulpe. | © Carina Hörstemeier

Bünde Elf Helfer für gestresste Eltern

Kinderschutzbund: Familienpaten unterstützen ehrenamtlich frisch gebackene Mütter und Väter. Auch in diesem Jahr wurden neue Betreuer ausgebildet. Organisatoren freuen sich über steigenden Bekanntheitsgrad

Carina Hörstemeier

Bünde. Der Kinderschutzbund in Bünde hat dieses Jahr elf ehrenamtliche Paten für Familien ausgebildet, die Unterstützung im Alltag brauchen. Die Paten besuchen die Eltern regelmäßig und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sie beantworten Fragen zum Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern, helfen bei der Alltagsbewältigung und bei Arzt- und Behördenkontakten oder zum Beispiel Krabbelgruppen. Mit viel Einfühlungsvermögen, Lebenserfahrung und Zeit entlasten sie so die Eltern. Dadurch haben diese mal wieder Zeit für Dinge, die sie wegen ihrer Kinder hinten anstellen mussten. "Wir wollen Familien erreichen, die erschöpft sind und einfach mal wieder mehr Ruhe brauchen, bevor die Überlastung zu schlimmeren Problemen führt", sagt Annette Hartwig, Sozialpädagogin beim Kinderschutzbund. Hartwig betreut das Patenprojekt, und wenn Anfragen von Familien kommen, vermittelt sie zwischen beiden Instanzen. Sie besucht die Familien, um sie kennenzulernen, und fragt dann bei einem Paten an, der den Bedürfnissen der Familie gerecht werden könnte. Weder die Eltern, noch der Pate sind dazu verpflichtet, das Betreuungsangebot anzunehmen. Kommt der Kontakt jedoch zustande, besuchen die Paten ihre Familien einmal pro Woche für etwa zwei bis drei Stunden. Dabei handelt es sich um eine langfristige Patenschaft. "Wir haben auch schon einmal für einen kurzen Zeitraum die Kinder zum Kindergarten gebracht, als sich ihre Mutter das Bein gebrochen hatte, das ist aber eher die Ausnahme", erklärt Annette Hartwig. Seit 2006 wurden zum fünften Mal Familienpaten ausgebildet. In einer 20-stündigen Schulung, die dieses Jahr an fünf Freitagnachmittagen stattfand, ließen sich zehn Frauen und erstmalig auch ein Mann zu Paten ausbilden. Claudia Dröll von der Jugendhilfe Schweicheln leitet die Schulung. "Wir freuen uns auf den neuen Zuwachs, da wir bereits einige Familien haben, die dringend Unterstützung brauchen", sagt Susanne Hoss vom Kinderschutzbund. Vergangenen Freitag erhielten die Teilnehmer eine Urkunde, die bescheinigt, dass sie nun bereit sind, eine Patenschaft zu übernehmen. Aus den älteren Patenprojekten sind noch immer elf weitere Paten aktiv. Das Angebot ist für die Familien kostenlos und die Paten arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Jeder kann sich zu einem Paten ausbilden lassen, dafür ist keine Qualifikation im pädagogischen Bereich notwendig. "Inzwischen wird das Projekt immer bekannter", sagt Hartwig. Kinderärzte und -gärten würden die Patenschaften mittlerweile empfehlen, so die Sozialpädagogin. Wer eine solche Unterstützung für seine Familie in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter Tel. (0 52 23) 4 31 00 beim Kinderschutzbund einen Termin für einen ersten persönlichen Kontakt geben lassen.

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