Hiervon rät die Stadtverwaltung ab: Die Häuser an der Robert-Schumann-Straße in Hunnebrock könnte die Stadt für 1,77 Millionen Euro von der BImA kaufen. Bei einer Vermietung wären später 6 Euro pro Quadratmeter kostendeckend. Zu viel, um sozialverträglich zu sein. Foto: Gerald Dunkel - © GERALD DUNKEL
Hiervon rät die Stadtverwaltung ab: Die Häuser an der Robert-Schumann-Straße in Hunnebrock könnte die Stadt für 1,77 Millionen Euro von der BImA kaufen. Bei einer Vermietung wären später 6 Euro pro Quadratmeter kostendeckend. Zu viel, um sozialverträglich zu sein. Foto: Gerald Dunkel | © GERALD DUNKEL

Das kosten die „Briten-Wohnungen“

Haupt- und Finanzausschuss: Nächste Woche muss das Gremium entscheiden. Die Varianten liegen zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Wesentlich billiger würde der Kauf, wenn für zehn Jahre Asylsuchende untergebracht würden

Gerald Dunkel

Bünde. In der kommenden Woche werden die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses über das Millionen-Projekt der BImA-Wohnungen beraten. Und die Zeit drängt, denn die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat angekündigt, dass das Erstzugriffsrecht, das sie der Stadt Bünde für die ehemaligen Briten-Wohnungen zugesichert hat, jetzt abläuft. Für den Haupt- und Finanzausschuss, der am Dienstag, 13. März, tagt, ergeben sich verschiedene Optionen. Einerseits ist da der Antrag der SPD-Fraktion auf den Ankauf sämtlicher Wohneinheiten der BImA, aber es geht auch billiger. Wofür man sich entscheidet, hängt letztlich von der angestrebten Nutzung der Wohnungen ab. 5 Millionen für die Häuser, die in Hunnebrock bereits angemietet sind Aktuell haben die Kommunalbetriebe Bünde nur einen Teil der Wohnungen in Hunnebrock angemietet, die früher von hier stationierten britischen Soldaten bewohnt wurden. Zurzeit sind dort Asylsuchende untergebracht. Ferner wird das ehemalige Naafi-Gebäude an der Kleiststraße für Schulungszwecke und als Lager genutzt. Als Kaufpreis für diese Häuser ruft die BImA etwa 5 Millionen Euro auf. Nicht angemietet sind Häuser an der Robert-Schumann-Straße sowie ein Teil der Häuser an der Karl-Arnold-Straße, Carl-Severing-Straße und Eichholzstraße. Die Objekte an der Robert-Schumann-Straße werden der Stadt Bünde derzeit für 1,77 Millionen Euro angeboten. Insbesondere bei diesen Gebäuden macht die Bundesanstalt darauf aufmerksam, dass das Vorkaufsrecht der Stadt Bünde in diesen Tagen ablaufen wird. Die Verwaltung drängt die Politik deshalb, hierbei schnell zu einer Entscheidung zu kommen, will man sich die günstigeren Konditionen, die an das Vorkaufsrecht gebunden sind, sichern. Für die übrigen, nicht angemieteten Gebäude an den genannten Straßen kämen noch 2 Millionen Euro hinzu, so dass für alle entsprechenden Häuser in Hunnebrock 8,7 Millionen Euro veranschlagt werden müssten. 80 Prozent Abschlag, wenn Flüchtlinge untergebracht werden Stadt und Politik werden von der BImA jetzt vor die Wahl gestellt, ob sie die Gebäude mit der Zweckbindung kaufen wollen, darin für die kommenden zehn Jahre Flüchtlinge und Asylsuchende unterzubringen. Dafür gäbe es einen Nachlass auf die Gebäude von bis zu 80 Prozent (maximal 500.000 Euro pro Kaufvertrag). Die Verwaltung selbst hält diese Zweckbindung jedenfalls für die Häuser an der Robert-Schumann-Straße für „nicht sinnvoll". Das geht aus Unterlagen für Ausschuss und Rat hervor. Kauft sie diese Häuser für 1,77 Millionen Euro – also ohne zweckgebundene Verbilligung – hat sie für den Fall einer künftigen Vermietung einen kostendeckenden Mietzins von knapp 6 Euro pro Quadratmeter errechnet. Sozialverträgliche Mieten, die kostendeckend sind, wären nicht realisierbar Eine sozialverträgliche und kostendeckende Miete sei somit nicht zu realisieren, da der Kreis Herford für Wohnungen dieser Kategorie nur Wohngeld bis zu 4,50 Euro pro Quadratmeter zahlt. Daher schlägt die Stadtverwaltung vor, auf einen Kauf der Wohnungen an der Robert-Schumann-Straße komplett zu verzichten – ebenso auf die weiteren Häuser, die noch nicht angemietet wurden. Stattdessen favorisiere sie den Kauf aktuell gemieteter Häuser für 5 Millionen Euro. Noch einmal 5 Millionen Euro (ohne Nachlass) stehen für die Häuser an der Behringstraße an. Würde die Stadt Bünde gemäß Antrag der SPD-Fraktion von der BImA aber alle zur Verfügung stehenden Häuser kaufen – also auch die, die derzeit ungenutzt sind, läge der Kaufpreis inklusive Nebenkosten laut Informationen der NW bei rund 15 Millionen Euro. Der Haupt- und Finanzausschuss tagt am Dienstag, 13. März, um 19 Uhr, im Ratssaal des Rathauses.

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