Das richtige Selfie: Angie Gerhardt (v. l.), Eva-Lotte Heine und Katrin Pankoke zeigen Mädchen in einem Workshop, wie man schöne Fotos macht. - © Foto: Carina Hörstemeier||
Das richtige Selfie: Angie Gerhardt (v. l.), Eva-Lotte Heine und Katrin Pankoke zeigen Mädchen in einem Workshop, wie man schöne Fotos macht. | © Foto: Carina Hörstemeier||

Bünde Sicherer Umgang mit Selfies

Für Mädchen: Das Jugendzentrum Atlantis veranstaltet einen Fotoworkshop. Den Teilnehmerinnen sollen auch Ängste genommen werden

Carina Hörstemeier

Bünde. Das Handy ist ein ständiger Begleiter für Jugendliche. Deshalb veranstaltet das Kinder- und Jugendzentrum Atlantis am Samstag, 10. März, in Kooperation mit dem Mädchenhaus femina vita einen Fotoworkshop. Dieser ist für Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren interessant. Sie lernen, wie sie schöne Fotos von sich machen können und sich in sozialen Netzwerken angemessen präsentieren. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie sie sich vor missbräuchlichem Umgang mit ihren Bildern schützen. "Es geht darum, einen geschützten Raum für Mädchen zu schaffen", sagt Eva-Lotte Heine, Projektleiterin und Medienpädagogin bei femina vita. Immer wieder bemerken die Mitarbeiter des Jugendzentrums, dass junge Mädchen zu anzügliche Bilder von sich machen und damit zu leichtsinnig umgehen. Thema ist bei jungen Frauen mit Ängsten behaftet Der Workshop wird von Eva-Lotte Heine geleitet und dauert vier Stunden. Die Mädchen können ihre Smartphones und andere Geräte mitbringen, es werden aber auch Tablets zur Verfügung gestellt. Eine Installation von Apps oder Programmen ist nicht nötig. Den Kindern wird gezeigt, was gute und schlechte Selfies sind und welche für Apps wie Instagram, Snapchat oder Whatsapp angemessen sind. Sie lernen auch, wie sie Filter und Perspektiven richtig nutzen, um sich möglichst positiv darzustellen. Dabei sollen Fragen geklärt und über die Rechtslage bei der Bildbenutzung aufgeklärt werden. Mädchen, die Bilder mit anderen Personen machen, sind zum Beispiel dazu verpflichtet, das Einverständnis aller abgelichteten Personen für die Veröffentlichung einzuholen. Weitere wichtige Bestandteile des Workshops sind der Umgang mit Selfies innerhalb einer Beziehung und die Vorgehensweise, wenn ein Foto in die falschen Hände gerät. "In der Mädchen-Beratungsstelle kommen immer wieder Mädchen aus Bünde zu mir, die schon sehr schlimme Erfahrungen mit Bildern und Videos gemacht haben, die missbräuchlich verwendet wurden", sagt Heine. Die Stigmatisierung von Frauen und Mädchen bei zu freizügigen Fotos ist deutlich höher als bei Jungs. Deshalb ist das Thema bei jungen Frauen auch mit Ängsten behaftet. Diese sollen den Teilnehmerinnen genommen und gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten geschaffen werden, um sich zu schützen. Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren können sich noch bis Freitag, 9. März, im Atlantis anmelden. Dafür brauchen sie die Einverständniserklärung ihrer Eltern. Es wird zu einer möglichst zeitnahen Anmeldung geraten, da nur zehn Kinder an dem Workshop teilnehmen können.

realisiert durch evolver group