Emsiges Treiben: Die Postbediensteten räumen das alte Gebäude an der Kaiser-Wilhelm-Straße 3 (links). In den neuen Räumlichkeiten an selber Straße, wo Postfachanlage und Postausgabe unterkommen sollen, streichen Maler schon die Decken und Wände (r.). Repro: NW/Heidbrink|| - © Peter Heidbrink
Emsiges Treiben: Die Postbediensteten räumen das alte Gebäude an der Kaiser-Wilhelm-Straße 3 (links). In den neuen Räumlichkeiten an selber Straße, wo Postfachanlage und Postausgabe unterkommen sollen, streichen Maler schon die Decken und Wände (r.). Repro: NW/Heidbrink|| | © Peter Heidbrink

Bünde Bünde vor 50 Jahren: Die Post zieht um

Die Dienststellen "Postfachanlage und Ausgabeschalter" werden in die Kaiser-Wilhelm-Straße 22 verlegt

Peter Heidbrink

Bünde. Emsiges Gewusel herrschte damals in der alten Postfiliale an der Kaiser-Wilhelm-Straße 3, wie die Neue Westfälische in der 7. Kalenderwoche des Jahres 1968 berichtete. Nicht aber, weil so viele Briefe, Postkarten und Pakete verschickt wurden, sondern weil ein Umzug der Dienststellen "Postfachanlage und Ausgabeschalter" anstand. Während im alten Gebäude Handwerker und Postbedienstete mit dem Ausbau und Abtransport der Postfächer und dem Ausräumen von Tischen, Schränken und sonstigem Mobiliar beschäftigt waren, strichen Maler die Decken und Wände in den neuen Räumlichkeiten im Gebäude der Firma Rehling & Blank an der Kaiser-Wilhelm-Straße 22. "Das neue Gebäude befindet sich etwa 200 Meter weiter zur Marktstraße und ist den meisten Abholern bekannt", schrieben die Berichterstatter damals. Und weiter: "Die Notwendigkeit der Verlegung dieser Dienststellen ergibt sich aus einer Kündigung, die der Post bereits im vergangenen Jahr zugegangen ist. Die derzeitigen Räume im Hause Steinmeister & Wellensiek werden von einer Möbelfirma in Anspruch genommen. Dem Hausbesitzer kann man es nicht verdenken, dass er diesem Mieter den Vorzug gibt, weil ja die Post einen Neubau an der Bismarckstraße plant und bei dessen Fertigstellung sowieso ausgezogen wäre." Ferner tat sich auch in der Bünder Schullandschaft etwas, denn die Pläne für den Bau einer Realschule an der Turnerstraße wurden heiß diskutiert. "Wenn die Stadt Bünde in den nächsten Tagen ihr Einverständnis gibt, können wir damit rechnen, dass diese Schule zu Beginn des neuen Schuljahres im August steht", sagte Amtsdirektor Buddemeier bereits im November 1967. Mitglieder des Schulausschusses hatten die bereits vorhandene Realschule in Bünde besichtigt und äußerten 1967, dass ein größerer Neubau aus Platzgründen notwendig sei: "Dies ist der dringendste Fall im gesamten Regierungsgebiet, diese Schule muss schnellstens neue Räume haben." Zuschüsse für Realschule waren bereits verplant Nun kam in der 7. Kalenderwoche 1968 allerdings das Gerücht auf, dass es in dem Jahr keine Zuschüsse mehr für den Neubau geben soll. "Für 1968 ist - wie man hört - alles verplant", so die NW damals. Und weiter: "Fest steht, das darf man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen, dass die neue Schule zu Beginn des neuen Schuljahrs im August kaum stehen wird. Unsere Annahme gründet sich auf folgende Tatsachen: Einmal ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht einmal ein Bauplan vorhanden und zum anderen weiß kein Mensch, wo er das Geld für den Bau hernehmen sollte oder könnte." Ein durchschlagender Erfolg für die Realschul-Pläne in Bünde war demnach erst einmal nicht in Sicht. Einen Erfolg konnte allerdings in der besagten Woche die Kriminalpolizei verbuchen, denn die Ursache für das Explosionsunglück in der Lackfabrik O. Nolte in Kirchlengern (die NW berichtete im vorherigen Teil) konnte zweifelsfrei geklärt werden. Im Badezimmer der Lackfabrik wurde zur Produktion von verschiedenen Nitrolacken Xylol mit Wachs vermischt erwärmt, wobei feuer- und explosionsgefährliche Dämpfe entstanden. Die elektrischen Geräte im Badezimmer waren entgegen der Vorschriften nicht explosionsgeschützt. Beim Ein- und Ausschalten entstand am Schutzschalter eines solchen Geräts ein Abrissfunken, an dem sich die im Raum gebildeten Dämpfe schließlich entzündeten.

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