Der Nissan der 29-jährigen Unfallfahrerin wurde von Ermitllern genau untersucht. - © POLIZEI
Der Nissan der 29-jährigen Unfallfahrerin wurde von Ermitllern genau untersucht. | © POLIZEI

Bünde/Rödinghausen 52-Jährige lebensgefährlich verletzt: Fahrerin täuschte Wildunfall vor

Aufgeklärt: Eine 29 Jahre alte Frau aus Rödinghausen fuhr am 14. Dezember eine Passantin auf der Klinkstraße an und verletzte sie lebensgefährlich. Danach versuchte sie, den Vorfall zu vertuschen und täusche einen Wildunfall vor.

Gerald Dunkel
Stefan Boscher

Bünde/Rödinghausen. Für alle Beteiligten war es unbegreiflich, dass man eine schwer verletzte Person auf der Straße einfach sich selbst überlässt. Der Unfall, bei dem am 14. Dezember auf einem Fußgängerüberweg auf der Klinkstraße eine 52-jährige Fußgängerin lebensgefährlich verletzt wurde, ist aufgeklärt. Die 29 Jahre alte Unfallfahrerin versuchte die Tat als Wildunfall zu vertuschen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Eine Kfz-Werkstatt half bei der Aufklärung Gegen 16.50 Uhr am Donnerstag, 14. Dezember, erfasste die 29-jährige Rödinghausenerin die Passantin auf dem Zebrastreifen vor der Autobahnbrücke auf der Klinkstraße. Nach Angaben von Zeugen sei das Unfallopfer etwa zehn Meter durch die Luft geschleudert worden. Das teilte die Polizei nach ersten Ermittlungen mit. Ein nachfolgender Autofahrer beobachtete den Unfall, hielt an und kam der 52 Jahre alten und schwer verletzten Frau zu Hilfe und rief Polizei und Rettungsdienst. Unterdessen entfernte sich das Unfallauto immer weiter, das, wie sich jetzt herausstellte, von der 29-Jährigen gefahren wurde. Nach NW-Informationen befand sie sich allein im Auto. Bekannte waren laut Polizei in Vertuschung verwickelt Die Ermittlungen waren am Ende unter anderem durch die Hilfe einer Werkstatt erfolgreich. Am Unfalltag selbst gaben Personen aus Rödinghausen für einen dunklen Nissan Qashqai, der angeblich durch einen Wildunfall beschädigt worden war, die Reparatur einer neuen Windschutzscheibe in Auftrag. Zur Verschleierung der eigentlichen Beteiligung am Unfall auf der Klinkstraße meldeten die Verursacher den Unfall sogar der Versicherung, teilt die Polizei mit. Unfallopfer noch im Krankenhaus, aber nicht mehr in Lebensgefahr „Die Rückbetrachtung des Ereignisses ergab in den Ermittlungen, dass die Fahrerin und weitere Personen ihres sozialen Umfeldes tief in die Vertuschung der Unfallbeteiligung verwickelt wurden. Die Fahrerin selbst täuschte über den Notruf der Polizei den Wildunfall vor. Sogar der Jagdpächter ist beauftragt worden, nach einem verletzten Reh zu suchen und den vorgetäuschten Wildunfall zu bescheinigen", erklärt ein Sprecher der Kreispolizeibehörde. Wenige Stunden nach dem Unfall auf der Klinkstraße meldete die 29-Jährige oder eine Person aus ihrem Umfeld den fingierten Wildunfall bei der Haftpflichtversicherung. Ermittler untersuchten den Nissan Qashqai der Unfallverursacherin sehr genau. Sie fanden Kleinstteile, welche die Beteiligung an dem Unfall auf der Klinkstraße klar belegten. Staatsanwaltschaft hat ein "lichttechnisches Gutachten" angeordnet Unter der erdrückenden Last der Beweise habe die 29-jährige Fahrerin die Verkehrsunfallflucht an der Klinkstraße gestanden, so ein Polizeisprecher. „Hinzu kommen die rechtlichen Folgen in dem anhängigen Versicherungsbetrug und der schwere Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung." Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat zur weiteren Klärung der Geschehnisse nach wie vor die Begutachtung des Unfallortes und -geschehens an der Klinkstraße durch ein analytisches Gutachten eines Unfallsachverständigen angeordnet. „Die Betrachtung wird in Kürze zu einem lichttechnischen Gutachten führen", so der Polizeisprecher. Die Fahrerlaubnis der 29-Jährigen ist bis auf Weiteres entzogen. Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiterhin an. Das schwer verletzte Opfer des Verkehrsunfalls ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Der Fall hatte regional für ein besonderes öffentliches Interesse gesorgt. Das Verkehrskommissariat erfuhr eine außergewöhnliche Unterstützung in der Ermittlungstätigkeit durch regional ansässige Betriebe aus dem Kfz-Gewerbe, deren Mitarbeiter sofort hilfsbereit zur Seite standen, lobt ein Polizeisprecher.

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