Ort des Geschehens: Was sich hier am Abend des 6. Februar 2016 abgespielt hat, soll bald eine Videoaufzeichnung zeigen. - © GERALD DUNKEL
Ort des Geschehens: Was sich hier am Abend des 6. Februar 2016 abgespielt hat, soll bald eine Videoaufzeichnung zeigen. | © GERALD DUNKEL

Bünde 33-Jähriger für Kopfnuss an Tankstellenmitarbeiterin angeklagt

Amtsgericht: Wegen Körperverletzung muss sich ein Bünder seit gestern vor Gericht verantworten. Er hat am Tatabend unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden. Die Verhandlung wird noch fortgeführt

Gerald Dunkel

Bünde. Anfang Februar vergangenen Jahres soll ein 33-jähriger Bünder einer Mitarbeiterin einer Tankstelle an der Herforder Straße eine "Kopfnuss" verpasst haben, so dass die heute 23-jährige Frau Verletzungen im Gesicht davontrug. Er hat dabei unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gestanden und musste sich gestern wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Bünde verantworten. Zeugin und Angeklagter kannten sich von anderem Vorfall Der Mann, der zum Zeitpunkt der Tat auch ein Methadon-Programm zum Drogenentzug absolvierte und derzeit in der Justizvollzugsanstalt Remscheid einsitzt, soll laut seiner Verteidigerin auch bald eine Therapie beginnen. An dem Abend soll er laut Anklageschrift gegen 22 Uhr der Tankstellenmitarbeiterin die Verletzung zugefügt haben. Der Angeklagte gab zwar zu, alkohol- und drogenbedingt Erinnerungslücken zu haben, wollte sich aber ganz genau erinnern können, dass er diese Tat nicht begangen habe. Die Geschädigte und eine eine 27-jährige Frau, die von ihr zu der Zeit als Aushilfe an der Tankstelle angelernt wurde, sagten als Zeuginnen aus. Heikel dabei: Die 27-Jährige kannte den Angeklagten bereits aus einem anderen Zusammenhang. Beide sahen sich bereits am Mittwoch dieser Woche bei einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Herford. Dabei saß allerdings die 27-Jährige auf der Anklagebank und der gestrige Angeklagte war als Zeuge geladen. Sie soll einem Mann Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben, obwohl sie den 33-Jährigen damit treffen wollte, der sie durch Blicke provoziert haben soll und mit Freunden von ihr daraufhin in Streit geraten war. Überwachungsvideo soll für Klarheit sorgen Diese vorherige Begegnung der beiden Personen ließ beim Gericht in Bezug auf die Bewertung der Schilderungen der Zeugin Skepsis aufkommen. Die beiden Frauen wurden gemäß ihren Worten an dem Abend von ihren Freunden nach Feierabend um 22 Uhr an der Tankstelle abgeholt. Der Angeklagte wollte sich dort mit einem Bekannten treffen und kaufte Minuten zuvor noch Bier, das er draußen trank. Er wurde von beiden Frauen deren Worten nach gebeten, den Verkaufsraum zu verlassen, da sie die Tankstelle schließen müssten. Draußen habe der Angeklagte sie beschimpft und sich auch mit einem der Freunde der Frauen gestritten. Als die Geschädigte die Tür der Tankstelle schließen wollte, soll der Angeklagte sie mit der "Kopfnuss" verletzt haben. Ferner soll er einen der Freunde versucht haben, mit der Tüte voller Bierflaschen zu schlagen. Dabei seien Flaschen zu Bruch gegangen und das Rolltor zur Waschanlage soll beschädigt worden sein. Tür, vor der die Tat geschah, soll im Sichtbereit von Überwachungskameras liegen Das Gericht glaubte der 23-jährigen Geschädigten zwar, wollte in Übereinstimmung mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft aber noch den zweiten Freund, der im Auto auf dem benachbarten Discounter-Parkplatz gewartet, aber nicht hinzugekommen sein soll sowie eine Polizistin als Zeugen laden. Auch auf Drängen der Verteidigerin veranlasste das Gericht die Tankstellenleiterin, das Überwachungsvideo von jenem Abend zu liefern. Denn nach ihren Worten soll sich die Tür, vor der die Geschädigte die Kopfnuss bekommen haben soll, im Sichtbereich der Kameras liegen. Angesehen habe sich das Video in den vergangenen elf Monaten seit der Tat aber niemand. Die Verhandlung wird am 29. Januar fortgesetzt.

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