Sieht noch etwas wüst aus: Die Umgestaltung des Dustholzes in ein Naherholungsgebiet ging allmählich voran. Im damals abgebildeten Quellteich hinter dem Jugendheim sollte der Grundwasserspiegel gehalten werden und das Wasser zum Abfluss in den geplanten Stauteich gebracht werden. ReproS: NW/Heidbrink - © Peter Heidbrink
Sieht noch etwas wüst aus: Die Umgestaltung des Dustholzes in ein Naherholungsgebiet ging allmählich voran. Im damals abgebildeten Quellteich hinter dem Jugendheim sollte der Grundwasserspiegel gehalten werden und das Wasser zum Abfluss in den geplanten Stauteich gebracht werden. ReproS: NW/Heidbrink | © Peter Heidbrink

Bünde Bünde vor 50 Jahren: Das Dustholz wird verschönert

Die Pläne zur Gestaltung des Naherholungsgebietes werden peu a peu umgesetzt. Die Mehrwertsteuer tritt in Kraft

Peter Heidbrink

Bünde. "Der Übergang vom alten Jahr 1967 in das neue Jahr verlief im Bünder Land allgemein ruhig, wenngleich auch nicht gerade lautlos", so die Neue Westfälische am Dienstag der 1. Kalenderwoche des Jahres 1968. Und weiter: "Das Spektakel, mit dem um Mitternacht das neue Jahr begrüßt wurde, das farbenprächtige Feuerwerk, das überall in Stadt und Land abgebrannt wurde und die Silvesternacht mit Leuchtkugeln in allen Regenbogenfarben verschönte, waren ein Beweis dafür, dass die Einwohner sich diesen Jahreswechsel etwas haben kosten lassen." Für Einzelhändler verlief der Jahresanfang hingegen alles andere als ruhig, denn mit dem neuen Jahr trat auch die Mehrwertsteuer in der gesamten Bundesrepublik in Kraft. "Wenn die normale, gesetzlich vorgeschriebene Jahresinventur der Einzelhandelsgeschäfte mit einem Knallfrosch gleichgesetzt wird, dann haben die Kaufleute in diesen Tagen einen Kanonenschlag im Haus. Das Stichwort Mehrwertsteuer genügt, um vom Inhaber bis zum jüngsten Lehrling wohl alle unschuldig Gestraften ziegel- und karmesinrot sehen zu lassen", schreiben die Berichterstatter damals. "Auf uns kommt diesmal eine Mehrarbeit zu, wie sie seit Menschengedenken mit keiner Warenbestandsaufnahme am Jahreswechsel verbunden war", meinte damals der Einzelhandelsverband Ostwestfalen. Rauchende Köpfe über Listen, Tabellen und Paragraphen Anleitungen und Informationen von Fachverbänden zur Mehrwertsteuer sind laut damaliger Berichterstattung erst kurz vor Weihnachten in die Post gegangen, so dass es den Einzelhändlern nicht erspart geblieben ist, "mit heißen Köpfen über Listen und Tabellen, Paragraphen und Kommentaren zu brüten, wenn ihre Mitbürger bei Punsch und Schaumwein ausgelassen Silvester feierten und anschließend den versäumten Schlaf nachholten". Deutlich zufriedener konnten damals die Bünder Banken sein, denn das Jahr 1967 verlief für sie positiv. So berichtete die Commerzbankbankdirektion in Bünde von anhaltendem Wachstum: "Die der Commerzbank anvertrauten Sparguthaben haben auch 1967 kräftig zugenommen. Mitte Dezember erreichte der Spareinlagenbestand des Instituts 2,9 Milliarden D-Mark; er lag damit 16 Prozent höher als vor Jahresfrist." Ferner gab die Neue Westfälische zum Jahresbeginn unter der Überschrift "Heute noch Kraterlandschaft - morgen schon begehrtes Naherholungsgebiet" einen Zwischenstand zur geplanten Umgestaltung des Dustholzes ab. "Minigolfplatz, Spielgeräte, Sandkasten, Bolzplatz und ein Teich sollen das Dustholz in Ennigloh attraktiver gestalten und zu einem Naherholungsgebiet werden lassen. Dem Betrachter bietet sich zur Zeit ein Bild, das das zukünftige Aussehen des gesamten Geländes in keiner Weise verraten kann. Von der Südseite aus gleicht es eher einer Kraterlandschaft, der in abendlicher Dämmerung der dünn aufliegende Schnee ein gespenstisches Aussehen verleiht." Hinter den Erdhügeln hat sich laut damaliger Berichterstattung bereits die Anlage des Stauteiches abgezeichnet, und die Staumauer wurde zu einem wesentlichen Teil bereits fertiggestellt. Die anderen Arbeiten zur Umgestaltung des Dustholzes standen allerdings noch bevor. Weiter schreiben die Berichterstatter damals: "Abschließend ein Blick in fernste Zukunft: Mit der Neugestaltung des Dustholzes soll sich nach Vorstellungen von Planern der Westfälisch-Lippischen Heimstätte ein Naherholungsgebiet nach Süden über die Bahn und die neue EL 777 bis an die Else ausdehnen. Am Flusslauf entlang soll ,die grüne Lunge? bis nach Südlengern ausgedehnt werden. Sicherlich ist alles noch Zukunftsmusik, die anzuhören sich allerdings durchaus lohnt!"

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