Engagierte Tierliebhaberinnen: Sylvia Isabella Rattai (l.) und Sonja Dübel (r.) zusammen mit Katze Susi, die dringend ein neues Zuhause sucht. Seitdem sie vor gut zehn Monaten zu den Rattais gekommen ist, hat sie sich gut entwickelt. - © Foto: Patrick Albrecht
Engagierte Tierliebhaberinnen: Sylvia Isabella Rattai (l.) und Sonja Dübel (r.) zusammen mit Katze Susi, die dringend ein neues Zuhause sucht. Seitdem sie vor gut zehn Monaten zu den Rattais gekommen ist, hat sie sich gut entwickelt. | © Foto: Patrick Albrecht

Bünde Eine Wohnung wird zur Pflegestelle der Tierrettung

Ein Herz für Katzen: Sylvia Isabella Rattai engagiert sich seit April als private Pflegestelle für die Tierrettung Herford. Für die Organisation ist sie Gold wert

Patrick Albrecht

Bünde. Bei Betreten des Raumes springt Susi von ihrem Sessel und versteckt sich unter dem nächsten Stuhl. Fremden gegenüber ist die 7-jährige Katze immer noch etwas schüchtern. Alles um sich herum beobachtet sie sehr genau. Susi ist eine von neun Katzen, die Sylvia Rattai bei sich Zuhause aufgenommen hat. Allerdings ist sie die einzige Pflegekatze und muss deshalb separiert von den anderen gehalten werden. "Sie ist bei ihrem Vorbesitzer als Einzelkatze aufgewachsen. Das können wir leider nicht anders händeln", sagt die Tierpsychologin mit Spezialgebiet Katzen. Seit gut einem halben Jahr bietet Sylvia Tieren als private Pflegestelle der Tierrettung Herford in Bünde ein fürsorgliches Zuhause. Die 27-Jährige wuchs mit Tieren auf und ist mit Herzblut bei der Sache: "Es macht mir einen riesen Spaß zu sehen, wie sich zum Teil verstörte Tiere bei uns zum Positiven entwickeln." Ihr Mann Marcus ist ihr dabei eine große Hilfe. "Wenn er nach Hause kommt, kuschelt er sehr gerne mit den Tieren." Neben den Katzen leben auch noch vier Hunde bei den Rattais. Für Sylvia Rattai ist es von großer Bedeutung, "dass die Familie hinter dem steht, was man tut." Dennoch macht sie keinen Hehl daraus, dass eine gewisse Vorerfahrung mit Tieren für eine private Pflegestelle in jedem Fall mitzubringen ist. Solche Pflegefamilien stehen allerdings nicht Schlange bei der Tierrettung Herford, berichtet Vorstandsmitglied Sonja Döbel: "Sylvia und Marcus sind mit die Einzigen, die wir als private Pflegestelle haben. Neun Katzen haben wir deshalb in einer Pension unterbringen müssen." Seit zwölf Jahren ist Sonja Döbel für die Tierrettung aktiv und hat selber Katzen bei sich aufgenommen. Dabei erlebt man so Einiges, sagt sie. Fälle wie jener, als elf Katzen aus einem verwahrlosten Haus geholt werden mussten, da sie dort nach dem Tod ihrer Besitzerin alleine gelebt haben, gehören für eine Tierschützerin dazu. Obwohl die Arbeit nicht immer einfach sei, "macht es Sonja aus Tierliebe", sagt Sylvia und zwinkert ihrer Sitznachbarin zu. Als gemeinnütziger Verein finanzieren sich die Tierrettung und ihre Pflegestellen ausschließlich aus Spenden. Da für viele Leute Tierheime geläufiger sind, ist es nicht immer einfach, Tiere aus Pflegestellen zu vermitteln. Dabei hat das einige Vorteile: Die privaten Pflegestellen können ihre Tiere meist sehr gut charakterisieren. Sie sind zudem in der Regel durchgecheckt, geimpft und kastriert. Besonders für Kleintiere gestalte es sich oft etwas schwieriger, ein neues Zuhause zu finden. "Hunde bekommen wir in der Regel gut vermittelt, auch für unsere Katzen finden wir meist ein schönes Zuhause", erklärt Sonja Döbel. Allerdings klappt das nicht immer so problemlos, wie der Fall von Susi zeigt. Seit Anfang des Jahres ist die liebenswürdige Katzendame bereits bei den Rattais untergebracht und wartet seitdem sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. "Susi hat sich in der letzten Zeit super entwickelt. Sie ist eine wirklich tolle Katze. Für uns wäre es das Größte, wenn wir für sie ein schönes Zuhause finden würden", so die Katzenliebhaberin. Allerdings mag sie keine Hunde. Eine richtige Katze eben.

realisiert durch evolver group