Diese lieferten gestern Stephanie Kerksiek (links), Tochter von Organisatorin Christa Kerksiek und Erzieherin in der Kita Regenbogen, zusammen mit Kollegin Franziska Salobir-Rau sowie Noel, Joleen, Ida und Rebecca in Werther ab.
Diese lieferten gestern Stephanie Kerksiek (links), Tochter von Organisatorin Christa Kerksiek und Erzieherin in der Kita Regenbogen, zusammen mit Kollegin Franziska Salobir-Rau sowie Noel, Joleen, Ida und Rebecca in Werther ab.

Werther 1.400-mal Weihnachtsglück

Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" von Christa Kerksiek ein großer Erfolg

Werther. Mehr ging in den Kombi nicht rein. Bis unter die Kofferraumklappe war das Auto bepackt mit bunten Päckchen, die zu Weihnachten Kinder in Osteuropa erfreuen sollen. Die Kita Regenbogen aus Ubbedissen war nur eine von zahlreichen Einrichtungen, die die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" von Christa Kerksiek unterstützen. Gestern brachte eine kleine Abordnung 55 Pakete an der Dammstraße vorbei.

Kurz zuvor hatte der Kindergarten Wellensiek schon 90 Schuhkartons und das Gymnasium Steinhagen 80 Päckchen abgeliefert. "Es ist wirklich unglaublich", kann Christa Kerksiek auch im 13. Jahr, da sie die Anlaufstelle in Werther betreibt, nicht fassen, wie viele Menschen wieder mitgemacht haben. Über 1.400 Schuhkartons stapeln sich in ihrem Lagerraum, gefüllt mit allem, was Kinderherzen höher schlagen lässt: Kuscheltiere, Spielzeug, Pullis, Mützen, Süßigkeiten, Schulsachen, bunt verpackt für ein Weihnachtsfest, das sonst für die Jungen und Mädchen alles andere als fröhlich ausfallen würde. Nach Osteuropa, weiß Christa Kerksiek, gehen die Pakete aus Werther, wohin genau, wird ihr erst nach Weihnachten mitgeteilt. "Ist aber auch egal", findet sie, denn sie weiß, dass ihre Päckchen, egal, wo sie verteilt werden, für strahlende Kinderaugen sorgen werden.

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Viele gehen an Waisenhäuser oder Kinderheime, andere an Jungen und Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Oft würden die Pfarrer oder Kirchengemeinden in den Orten entscheiden, welche Kinder einen Schuhkarton erhalten. Einmal war Christa Kerksiek selbst dabei, als die Päckchen kurz vor Weihnachten verteilt wurden. "Ein fast traumatisches Erlebnis", schildert sie. Die Verhältnisse, unter denen die Menschen leben würden, seien schlimm gewesen. "Ich muss ganz oft daran denken, wenn ich zu Hause die Heizung aufdrehe oder warmes Wasser laufen lasse."

Damit die Päckchen pünktlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden, hat Christa Kerksiek in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Denn noch immer schaut sie alle Schuhkartons durch, ob in ihnen wirklich nur das steckt, was erlaubt ist. "Was oft nicht der Fall ist", bedauert sie, obwohl im Internet und auf den Handzetteln eine genaue Liste stehe. Und so macht sich Christa Kerksiek ans Aussortieren. Seife zum Beispiel darf nicht mit, weil diese stark duftet und später auch die Süßigkeiten nach Seife riechen würden. Die Produkte gehen später gesammelt zum Hilfsprojekt von Dorothea Stoppenbrink nach Malawi. Das Kinderdorf in Dissen und die Tafel in Werther freuen sich über Süßigkeiten, die Gelatine enthalten – auch sie gehören nicht in die Päckchen, weil manche Länder dies nicht zulassen. "Und was schon gar nicht in die Schuhkartons darf, ist gebrauchte Kleidung", ärgert sich Christa Kerksiek, dass immer noch Bürger meinen, die Aktion sei eine Art Altkleidersammlung.

"Ich schaufele mich allmählich frei", sagt sie in Anbetracht der vielen Kartons, die inzwischen abholbereit auf ihren Abtransport warten. Am Montag kommt der Lkw und bringt die Schuhkartons in ein Zwischenlager, von wo aus sie später nach Osteuropa transportiert werden. Großer Dank Christa Kerksieks gilt auch den vielen Spendern, die Geld gegeben haben. 4.000 Euro sind auf ihrem Konto eingegangen, die ausschließlich für Transportkosten verwendet werden. "Damit die Päckchen auch heil dort ankommen, wo sie mit großer Vorfreude erwartet werden."

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