Werther Böckstiegel schreibt!

Lesung mit John Wesley Zielmann vor vollem Haus bringt die Korrespondenz des Malers nahe

Werther (C.). John Wesley Zielmann ist nicht nur ein formidabler Schauspieler und Sprecher, nein, mit seinem markanten Haar- und Bartschmuck ähnelt er dem jungen Peter August Böckstiegel ungemein.
Das war eine überraschende Unterstreichung am Mittwochabend bei der Lesung im voll besetzten Saal des Hauses Werther. David Riedel, künstlerischer Leiter in Arrode, begrüßte im Namen des veranstaltenden Heimat- und Kulturvereins die Kunstfreunde und stimmte auf einen berührenden Abend ein.
Thomas Sinnreich vom Kreisarchiv in Rheda-Wiedenbrück hat seit der Übergabe im Jahr 2007 mehrere Jahre den schriftlichen Nachlass der Familie Böckstiegel gesichtet, archiviert und teilweise mit Unterstützung von Fachleuten transkribiert.

Etwa 1.000 Briefe umfasst die erhaltene Korrespondenz des Malers. John Wesley Zielmann las mit geschulter Stimme aus den ersten Liebesbriefen zwischen Hanna und Peter August aus den Jahren ab 1914 und gab einen sehr intimen Einblick in Dokumente der jungen Familienzeit aus den 1920er Jahren.
Die ständigen Reisen zwischen Arrode und Dresden führten immer wieder zu Trennungen, die den Maler zu teilweise sechsseitigen handschriftlichen Nachrichten über seine künstlerischen, aber auch ganz privaten Angelegenheiten berichten ließ.
Als Tochter Sonja geboren war, wurde auch sie immer in das Gespräch zwischen Peter August und Hanna mit einbezogen.

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Skizzen – manches Mal über halbe Seiten groß, bebildern die zahlreichen Briefe. Die Zuhörer durften an ganz privaten Beziehungsstrukturen zwischen Böckstiegels und Familie Tietz oder dem Silberschmied Rudolf Feldmann teilhaben und erlebten Freud und Leid in den Korrespondenzen mit Gönnern und Künstlerfreunden sowie Berührendes aus den letzten Lebensjahren des Malers in Arrode.
Dieser Abend hat gezeigt, dass Peter August Böckstiegel nicht nur gemalt, gezeichnet und Skulpturen erschaffen hat – er hat auch unzählige und glücklicherweise erhaltene Briefe geschrieben. Wer sich intensiver mit der Materie befassen möchte, dem sei die aktuelle Ausstellung im Böckstiegel-Haus empfohlen. Dort gibt es neben Originalbriefen auch Fotos und Silber aus dem Familienschatz und Kunstwerke sowohl vom Maler aus Arrode wie auch von geschätzten Künstlerfreunden zu sehen.

Jetzt am Wochenende werden Führungen am Samstag und Sonntag jeweils ab 15 Uhr und am nächsten Mittwoch um 16 Uhr angeboten. Kunst- und Literatur-Interessierte kommen darüber hinaus am 21. und 28. November auf ihre Kosten. Jeweils um 18.30 Uhr beginnt eine Führung durch das Böckstiegel-Haus. Im Anschluss liest erneut John Wesley Zielmann um 20 Uhr aus dem Weihnachtskrimi in der DeppendorferMühle vor.

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