Bisher kannten Josephine Steckenmesser und Merlyn Schapka ihre afrikanischen Brieffreunde nur via Post, jetzt standen sie sich im echten Leben gegenüber.
Bisher kannten Josephine Steckenmesser und Merlyn Schapka ihre afrikanischen Brieffreunde nur via Post, jetzt standen sie sich im echten Leben gegenüber.

Werther "Einfach fantastisch!"

Schüler und Lehrer des Gymnasiums besuchten die Partnerschule in Bukoba

Werther. Es war ein großes Abenteuer, ein gehöriger Kulturschock und trotzdem eine fantastische Erfahrung: Die erste Fahrt von zwölf Schülern und fünf Lehrern des Evangelischen Gymnasiums zur neuen Partnerschule nach Bukoba im afrikanischen Tansania. Eine Premiere, die allen so gut gefallen hat, dass der Wunsch nach einer Wiederholung riesengroß ist.

Denn das, was die Jugendlichen und Erwachsenen in den zwei Wochen im Oktober gesehen, gefühlt und gespürt haben, steht in keinem Lehrbuch. Afrika: Keiner der Wertheraner, weder Schüler noch Lehrer, hatte zuvor jemals den schwarzen Kontinent betreten.
Entsprechend aufgeregt waren alle, bevor sie in der zweiten Herbstferienwoche in den Flieger stiegen. Monate vorher begannen die Planungen, die auch so wichtige Dinge wie eine Gelbfieberimpfung und eine Malariaprophylaxe beinhalteten.

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Denn Bukoba liegt am westlichen Ufer des Viktoriasees und da waren solche Schutzmaßnahmen unbedingt erforderlich. Seit zweieinhalb Jahren besteht die Partnerschaft mit der Secondary School, bisher gingen lediglich Briefe hin und her.

"Und zwar richtige Briefe, per Luftpost", schildert Frithjof Meißner. Er ist am Evangelischen Gymnasium für das Austauschprogramm zuständig und war einer der fünf Lehrer, die bei der Reise dabei waren.

Klar, dass nach so langem Briefkontakt irgendwann der Wunsch nach einem Besuch aufkam. Die weite Anreise und die erheblichen Kosten von über 1.400 Euro sorgten allerdings dafür, dass erst in diesem Jahr etwas daraus wurde.

Doch am 15. Oktober war es so weit: Mit Impfschutz, großen Koffern, guten Ratschlägen der Eltern und viel Aufregung ging es los. Und kam er Schock: "Auf so etwas waren wir nicht vorbereitet", schildert Frithjof Meißner. Der Verkehr in Rom sei schlimm, der Verkehr in Paris sei schlimm, der Verkehr in Athen schlimmer, aber Kampala: es war der Horror!"

Da es erst in der zweiten Woche zur Partnerschule nach Bukoba ging, nutzten die Wertheraner die ersten Tage, das Land kennen zu lernen. Sie besuchten den Königspalast in Kampala, überquerten den Äquator und die Grenze nach Tansania und erlebten im Lake Mburo Nationalpark die unglaubliche Tierwelt Afrikas.

Die stellvertretende Schulleiterin berichtet aber auch von einem anderen Afrika: Von Armut, fehlendem Komfort, spartanisch eingerichteten Räumen, allenfalls tröpfelnden Duschen, wenn es überhaupt welche gab, ansonsten Waschen mittels Schöpfkelle aus einem Eimer. "Viele Dinge, die für die Schüler selbstverständlich sind, wissen sie erst jetzt, zurück in Werther, richtig zu schätzen."

Dafür hatte speziell Bukoba etwas, das seinesgleichen sucht: "Beim Empfang schlug uns eine Herzlichkeit entgegen, die uns umgehauen hat", erzählt Ulrike Schilling.

Es sei überwältigend gewesen, als sie auf das Schulgelände fuhren und dort alle Schüler und Lehrer schon warteten, sangen, tanzten und die Gäste mit bunten Blumenkränzen schmückten. "Fantastisch!", sagt sie.

Fünf Tage blieb die Gruppe aus Werther in Bukoba, lernte die Schule kennen, die nähere Umgebung, pflanzte gemeinsam mit den afrikanischen Mitschülern Freundschaftsbäume und nahm am Unterricht teil - stundenlanger Frontalunterricht, nicht immer effektiv und auf jeden Fall sehr anstrengend.

Morgens um 5 Uhr war die Nacht zu Ende, draußen war es noch stockdunkel, als die erste Lernzeit begann. Dann gings zur Morgenandacht, bevor es Frühstück gab. "Hauptsächlich Bananen", sagen die beiden Lehrer aus Werther.

Am Montag, 28. Januar, 19 Uhr, präsentieren die Afrika-Reisenden in der Cafeteria der Schule ihre Erlebnisse aus Bukoba in Wort und Bild.

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