Schon seit langem hatte sich Bibliothekarin Sigrid Ilsenberg auf ihren Gast Rolf Düfelmeyer gefreut. - © FOTO: C. GERNER
Schon seit langem hatte sich Bibliothekarin Sigrid Ilsenberg auf ihren Gast Rolf Düfelmeyer gefreut. | © FOTO: C. GERNER

Werther Der mörderische Pfarrer

Rolf Düfelmeyer las auf Einladung der evangelischen Gemeindebibliothek im Haus Tiefenstraße

Werther (C.). Volles Haus bescherte die Premiere im Haus Tiefenstraße: Die Lesung von Rolf Düfelmeyer, Pfarrer im Ruhestand, entpuppte sich als Renner. Organisiert hatte sie Sigrid Ilsenberg von der evangelischen Gemeindebibliothek.

Über 50 Zuhörer zeigten mit ihrem Kommen, wie viele Krimifans es in Werther gibt – aber vielleicht wollten die Gemeindemitglieder ja auch einfach mal hören, was ihr früherer Gemeindehirte so treibt, in seinem Ruhestand.

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Sigrid Ilsenberg stand die Freude ins Gesicht geschrieben, hatte sie im Vorfeld der ersten, von ihr in diesem Rahmen organisierten Lesung, doch etwas Lampenfieber gehabt. Nachdem sich der Pfarrer in der munter plaudernden, großen Runde Gehör verschafft hatte, wurde es sofort richtig spannend. Rund um Düfelmeyers Erstlingswerk "Septemberwut" gab es auch im Vorfeld schon Krimi ähnliche Zustände.

Der Autor erzählte, wie aufregend die Zeit nach der Fertigstellung des Manuskriptes war: "Einen Verlag zu finden, kann auch zur Odyssee ausarten", so der gut aufgelegte Düfelmeyer. Dann ging es aber auf einmal doch ganz schnell, wie er schilderte.

Wie angesagt Regionalkrimis momentan sind, zeige ja nicht nur sein Werk, gab sich der Auto bescheiden. Und so nahm Rolf Düfelmeyer die Zuhörer mit auf einen echten Lesekrimi, in die Region zwischen Werther, Bielefeld und Herford.

Morde an prominenten Ort, wie Tierpark Olderdissen als psychologisch ausgebildeter und mit viel Schulerfahrung ausgestatteter Ruheständler hat Düfelmeyer ein Faible für gebrochene Biografien, die durch irgendeinen Knackpunkt – der Vorleser deutete das Knacken mit den Fingern an – plötzlich aus dem Ruder laufen.

Schon waren alle beim ersten Protagonisten, der gleichzeitig der Mörder ist, angekommen. Düfelmeyer beschreibt facettenreich einen gescheiterten Bundeswehrsoldaten, der nach 12 Jahren Dienst entlassen wird. Arbeitslos geworden und von Frau und Kindern verlassen, dreht der Familienvater durch.

Die Schuld an seiner Misere sucht und findet der Verzweifelte in seinen früheren Vorgesetzten. Mordgelüste lassen ihn Pläne schmieden. Der zweite Protagonist, der Leiter der Mordkommission in Bielefeld, Frank Sommer, wurde in Herford geboren – so wie Düfelmeyer übrigens – und ist, trotz eines beruflichen Zwischenspiels in Köln, nach wie vor Arminia-Bielefeld-Fan.

Liebevoll staffiert Düfelmeyer seine Figuren aus und lässt seine Morde natürlich an bekannten Orten wie etwa dem Tierpark in Olderdissen passieren. Auch Werther wird gestreift, so spielen die Werke von Peter August Böckstiegel eine Rolle im Buch.

Nach einer vorlesenden und zwischendurch immer wieder launig kommentierenden Stunde wollten alle Zuhörer unbedingt ein handsigniertes Exemplar von "Septemberwut". Und auf das zweite Werk vom Krimi-Autor Rolf Düfelmeyer wartet nun eine Fangemeinde, die seit Dienstag erheblich angewachsen ist.

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