Hörbücher und Höspiele in einer Buchhandlung, auf der Messe Hörmich trifft sich die Branche. - © picture alliance / dpa
Hörbücher und Höspiele in einer Buchhandlung, auf der Messe Hörmich trifft sich die Branche. | © picture alliance / dpa

Hannover/Werther Hörspielprojekt aus Werther stellt sich auf Messe in Hannover vor

Hörspiele: Auf der Messe „Hörmich“ in Hannover stellte die Branche die Trends vor. Beim Publikum stehen Krimis, Thriller und Horror hoch im Kurs

Joachim Göres

Hannover/Werther. Die drei Fragezeichen, TKKG: Mit solchen Hörspielen sind viele Kinder und Jugendliche groß geworden. Viele der damaligen Fans sind auch heute als Erwachsene große Liebhaber von Hörspielen. Auf der Messe „Hörmich" konnten sie sich in Hannover bei zahlreichen Verlagen, Produzenten, Autoren und Sprechern von Hörspielen über neueste Projekte und Trends informieren. „Es gibt bei uns rund 300 Leute, die in irgendeiner Form bei unseren Hörspielen aktiv sind, zum Beispiel als Autor, Musiker, Grafiker, Cutter, Sprecher, und zwar alle ehrenamtlich. Dadurch gewinnen sie Erfahrung und machen teilweise aus ihrem Hobby einen Beruf", sagt Dennis Künstner, Inhaber von Hörspielprojekt aus Werther. Er hat extra für die Messe seine Hörspiele auf CD herstellen lassen, die er kostenlos verteilt. Ansonsten kann man sie im Internet ohne Bezahlung herunterladen, was bislang drei Millionen Mal passiert ist. »Der Hörspielboom ist vorbei, das Geschäft ist härter geworden« „Wir bitten um eine Spende, denn die Server müssen bezahlt werden", sagt Künstner. Er spricht von einer wachsenden Szene – immer mehr Menschen beteiligten sich an der Produktion von Hörspielen, da durch die technische Entwicklung die Kosten für die Realisierung niedrig seien. Künstner weiß, dass einige professionelle Labels über die kostenlose Konkurrenz nicht glücklich sind. „Aber es gibt auch andere, die mit uns zusammenarbeiten", sagt Künstner. Grusel- und Horrorgeschichten sind nach seinen Angaben am meisten bei den Hörern gefragt. Die meisten Aussteller in Hannover setzen auf Krimis, Thriller und Horror. Ein typischer Anbieter ist die RRR Audiovisuelle Medien aus dem niedersächsischen Wittingen. „Ich habe seit 2013 vier Hörspiele geschrieben und produziert. Für die Aufnahme wird ein professioneller Sprecher engagiert. Der Hörspielboom kurz nach der Jahrtausendwende ist leider vorbei, das Geschäft ist härter geworden", sagt Lars Dreyer-Winkelmann, der das Ganze nebenberuflich betreibt. Auf die Produktion „Ein Job wie jeder andere", in der die Arbeit einer Auftragsmörderin sehr plastisch geschildert wird, gab es unterschiedliche Reaktionen. „Einige haben uns vorgeworfen, die Darstellung sei zu brutal gewesen. Doch es gab auch Lob dafür, dass wir uns als kleines Label etwas getraut haben, woran sich größere nicht gewagt hätten", sagt Dreyer-Winkelmann. „Das Hörspiel ist nur in Deutschland ein eigenes Medium. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Formen. Das Hörspiel im Radio, das eher getragen daherkommt, hat eine andere Anhängerschaft als die Szene, die hier in Hannover vertreten ist. Die Radiohörspielmacher würden uns vermutlich vorwerfen, dass wir zu effekthascherisch, zu schnell und zu laut sind", sagt Thomas Birker, Inhaber von Dreamland-Productions aus dem hessischen Nidderau. Er blickt etwas sorgenvoll in die Zukunft: „Kinder hören auch noch heute TKKG. Es ist aber schwieriger geworden sie für Hörspiele zu begeistern. Wir hatten mit unserer Kinderproduktion ‚Trotzkopf‘ keinen Erfolg. Bei den Erwachsenen läuft es dagegen gut, auch wenn ich immer mal höre: ‚Hörbücher – ist das nicht etwas für Kinder?‘" Andy Suess von DreamTeamer Hörspieler aus Berlin sieht einen anderen Trend: „Wir machen Live-Hörspiele für die Bühne mit schauspielerischen Elementen, das Interesse beim Publikum ist groß."

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