Völlig kaputt: Mit massiver Gewalt müssen die Täter vorgegangen sein, um die Tischtennisplatte zu zerstören. Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung zeigt, wo die Reste geblieben sind: in der Abfallmulde auf dem Bauhof. - © Anja Hanneforth, HK
Völlig kaputt: Mit massiver Gewalt müssen die Täter vorgegangen sein, um die Tischtennisplatte zu zerstören. Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung zeigt, wo die Reste geblieben sind: in der Abfallmulde auf dem Bauhof. | © Anja Hanneforth, HK

Werther Randalierer auf Schulhöfen in Werther: Nun ermittelt der Staatsschutz

In den vergangenen zwei Monaten sind die Täter durch die Stadt gezogen und hinterließen ein Trümmerfeld

Anja Hanneforth

Werther. „Welche Aggressionen treiben Menschen an, so etwas zu tun?" – Sandra Wursthorn von der Stadtverwaltung ist ratlos. Sie muss konstatieren, dass in den vergangenen zwei Monaten unbekannte Täter eine Schneise der Zerstörung über die Höfe von Grundschule, Gymnasium und Jugendzentrum gezogen haben. Trauriger Höhepunkt waren am Mittwoch in den Schnee geschmierte Hakenkreuze auf dem Grundschulhof. Die Stadt will dies nicht länger tolerieren und hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei ermittelt, der Staatsschutz ist eingeschaltet, die Kontrollen auch mit zivilen Fahrzeugen werden ausgeweitet. Vorfälle dieser Art sind nicht neu in Werther Vorfälle dieser Art sind nicht neu in Werther. Allerdings traten sie selten so massiv und schon gar nicht während der Wintermonate auf. Am 1. Januar ging es mit einem Böller im Briefkasten der Grundschule los. Das hätte sich vielleicht noch als Dumme-Jungen-Streich entschuldigen lassen, wenn die Klappe des Briefkastens seitdem nicht so oft abgebrochen worden wäre, dass es die Stadt inzwischen aufgegeben hat, sie überhaupt zu ersetzen. Danach häuften sich auch andere Straftaten: Der Schulhof wurde immer wieder vermüllt, kaputte Flaschen lagen herum, die Bewegungsmelder wurden angekokelt, die Mülleimer abgehängt, abgerissen, abgetreten, angeschmort, angezündet, abgefackelt, einer sogar regelrecht gesprengt. „Wie und womit die Täter das gemacht haben, weiß ich nicht", ärgert sich Sandra Wursthorn. Vom Papierkorb sei jedenfalls nichts übrig geblieben. Auch alle anderen seien nicht mehr zu gebrauchen gewesen und hätten ausgetauscht werden müssen. Stadt hat keine Ersatzmülleimer mehr Was die Täter offenkundig zu neuen Zerstörungen anspornte. „Aber ohne Papierkörbe wird der Schulhof noch mehr vermüllt. Das ist also keine Option." Inzwischen habe die Stadt schon keine Ersatzmülleimer mehr, sondern müsse erst neue bestellen. Eine ärgerliche Sache für den Steuerzahler, „und eine, die nicht sein muss", beklagt Sandra Wursthorn. Abgesehen davon, dass auch die Feuerwehr und der Hausmeister vermehrt zu Einsätzen an die Grundschule ausrücken mussten. „Das geht so nicht weiter!" Vor zwei Wochen erwischte es die Tischtennisplatte nahe der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Sie stand seit 20 Jahren hier und war aus massivem Beton. Offenbar mit spitzem Gerät sind die Täter zu Werke gegangen und haben sie in ihre Einzelteile zerlegt. „Als ob die Täter mit dieser Masche durch die Gemeinde ziehen" Gestern Morgen dann entdeckten die Verantwortlichen in den Schnee geschriebene Hakenkreuze auf dem Schulhof. Passiert sein muss der Vorfall nach dem Schneeschauer ab 20 Uhr am Dienstagabend. Weil auch Schriftzeichen und Herze in den Schnee gemalt worden waren, sieht der Vorfall zwar nur bedingt nach einem rechten Hintergrund aus. Dennoch wurde – üblich in solchen Fällen – der Staatsschutz eingeschaltet, der der Sache nun auf den Grund gehen wird. Betroffen ist auch das Evangelische Gymnasium. Seit Wochen hat es mit Graffiti-Schmierereien zu kämpfen, die es für viel Geld entfernen lassen muss. Und auch hier wurden Mülleimer zerstört, „es scheint, als ob die Täter mit dieser Masche durch die Gemeinde ziehen", so Sandra Wursthorn. Zumal auch am Jugendzentrum Mülleimer dran glauben mussten und es Schmierereien mit Graffitis gegeben habe. Vorfälle lassen sich nicht zuordnen Alle Vorfälle ereigneten sich zu verschiedenen Zeiten und lassen sich nicht zuordnen. Sie sind ebenso nachmittags wie abends oder nachts passiert, wochentags wie am Wochenende. Was die Sache für Polizei und Stadtverwaltung schwierig macht. Dennoch soll vermehrt kontrolliert werden, mit Polizeiwagen, aber auch mit Zivilfahrzeugen, wie Polizeisprecherin Katharina Felsch betont. Die Stadtverwaltung hegt einen Verdacht, wer für die Taten in Frage kommt, will mehr zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht sagen. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer Taten beobachtet hat oder Angaben zu den Vorfälle machen kann, sollte sich bei der Polizei in Gütersloh unter Tel. (0 52 41) 869-0 melden.

realisiert durch evolver group