Gewählt: Das sind die neuen Kreisschülersprecher und der neue Vorstand der Bezirksschülervertretung. - © Andreas Frücht
Gewählt: Das sind die neuen Kreisschülersprecher und der neue Vorstand der Bezirksschülervertretung. | © Andreas Frücht

Kreis Gütersloh Diese Jugendlichen setzen sich für ihre Mitschüler im Kreis Gütersloh ein

Um sich für die Belange anderer einzusetzen, haben sich Schüler im Ratsaal für beschlusskräftige Ämter aufstellen lassen. Eine 13-Jährige wird sogar auf Landesebene mitmischen

Melanie Wigger

Kreis Gütersloh. Spannung im Ratssaal: Stimmzettel werden in mehreren Intervallen eingesammelt, im Eiltempo ausgewertet, die Gewählten verkündet. Dazwischen herrschen Minuten des Wartens, es wird getuschelt oder das Smartphone gezückt: Es ist Wahltag - aber nicht für Politiker, sondern für Schüler, die es sich zur Aufgabe machen, die Interessen ihrer Mitschüler auf Bezirks- oder Landesebene zu vertreten. 81 gewählte Delegierte aus den Schulen im Kreis Gütersloh sind dazu in das Gütersloher Rathaus gefahren. Dass von 57 weiterführenden Schulen nur aus 31 je zwei bis drei Delegierte gekommen sind, sei nicht verwunderlich, erklärt der neue Kreisschülersprecher Anthony Masaki. Manche Schulen seien erst im Aufbau oder im Gegenteil - auslaufend - und deshalb nicht dabei. Oder ihre Vertreter seien auf Klassenfahrt oder schreiben eine Klausur. "Wir sind trotzdem im Vergleich zu anderen Kreisen gut aufgestellt und gehören auf der Landesebene zu den aktivsten Bezirksschülervertretungen (BSV), weil wir die meisten Sitzungen besuchen", sagt Masaki. Er selbst wird nun ein Jahr lang auch zu den Sitzungen fahren, gemeinsam mit Noah Kahmen, der ebenfalls zum Kreisschülersprecher gewählt wurde. Beide sind in der Q2 am Städtischen Gymnasium in Gütersloh. Dass das Amt ausgerechnet im Jahr der Abiturprüfungen zu stressig werden könnte, verneint Kahmen: "Es sind ja auch Mitglieder im Vorstand, die noch kein Abi machen. Sie werden uns in der Klausurphase unterstützen." Der 17-Jährige war schon im Vorjahr Vorstandsmitglied in der BSV: "Das hat mir Spaß gemacht und deshalb habe ich mich auch jetzt aufstellen lassen." Masaki und Kahmen lösen nun ihren Mitschüler Sören Keuntje ab. Erstmals wird das Amt auf zwei verteilt. Kahmen: "Wir haben im letzten Jahr festgestellt, dass es für eine Person zu viel Arbeit ist und im Vorstand entschieden, dass nun zwei Schüler den Vorstand koordinieren sollen." Dass die beiden das Amt bekommen haben, war keine Überraschung - sie waren die einzigen Kandidaten. Auch für den immer zehnköpfigen Vorstand, gab es wenig Spielraum: Elf Kandidaten stellten sich kurz in der Runde vor: Name, Alter und welche Themen sie in ihrer einjährigen Amtszeit sie verfolgen wollen. Dann wurden die Stimmzettel ausgefüllt. Die Gewählten treffen sich nun einmal im Monat, stimmen über Anträge ab, sprechen mit Vertretern der Politik oder besuchen die Bezirksdelegiertenkonferenz, um Beschlüsse zu fassen. Zu ihren wichtigsten Themen würden momentan die Digitalisierung und die Unterfinanzierung - zum Beispiel für die Reinigung der Toiletten oder zur Sanierung der Gebäude - gehören, listet der nun ehemalige Kreisschülersprecher auf. Ein großes Thema, das der Vorstand im vergangenen Jahr sogar mit einer Powerpoint-Präsentation in die Schulen gebracht hat, sei die Lockerung der Regeln für den Gebrauch von Smartphones. Dass die Älteren bei den Diskussionen aber ganz andere Schwerpunkte setzen als die Jüngeren, sagt Vivien Kutscha: "Die Schüler aus der Oberstufe sprechen nie über Unterstufenthemen." Dabei könnte sich die Siebtklässlerin vom Evangelischen Gymnasium Werther auch Feiern für Jüngere vorstellen. Als jüngste Landesdelegierte, die der Kreis Gütersloh je hatte, will sich 13-Jährige für die Unterstufen stark machen.

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