Wollen neue Wege gehen: Geschäftsführer Dr. Wolfgang Ingold, Marketing-Chefin Friedrike Wilker, Produktionsgeschäftsführer André Behrmann und der künftige Vertriebsvorstand Dr. Ingmar Ingold (von links) setzen auf Erfolge im Snackbereich. - © Marc Uthmann
Wollen neue Wege gehen: Geschäftsführer Dr. Wolfgang Ingold, Marketing-Chefin Friedrike Wilker, Produktionsgeschäftsführer André Behrmann und der künftige Vertriebsvorstand Dr. Ingmar Ingold (von links) setzen auf Erfolge im Snackbereich. | © Marc Uthmann

Versmold/Köln Versmolder Fleischwarenhersteller entwickelt Fleisch-Chips

Wiltmann überrascht mit einem neuen Produkt und Änderungen in der Führung

Marc Uthmann

Versmold/Köln. Vorab hatten die Wiltmann-Verantwortlichen eine "echte Innovation" angekündigt, die es "bisher in dieser Form im Wurstbereich noch nicht gibt". Tatsächlich stößt der Spezialist für Salami mit der Produktreihe "Crunch" eine neue Tür auf. Proteinreiche Chips aus Rind-, Schweine- und Hähnchenfleisch sollen Wiltmann also den Weg in den Snackmarkt ebnen. Das neue Produkt, das auf der am Donnerstag zu Ende gegangenen Anuga vorgstellt wurde, hat eine mehr als zweijährige Entwicklungszeit hinter sich. "Wir haben viel investiert", betont Geschäftsführer Dr. Wolfgang Ingold. Es sei dem Unternehmen dabei vor allem um die hochwertige Veredelung des Fleisches zum Chip gegangen. "Die Gefriertrocknung ist das Entscheidende", erklärt Produktionsgeschäftsführer André Behrmann. Es gehe darum, im Verfahren den Fleischgeschmack und die wertvollen Zutaten zu erhalten. "Zwischen Giganten bestehen" Diese technische Kompetenz und die hohen Ansprüche im Umgang mit dem Rohstoff sind die entscheidenden Komponenten, mit denen sich Wiltmann im harten Wettbewerb auf dem Wurstmarkt behaupten will. "Die großen Schlachtunternehmen bauen eigene Veredelungsbetriebe auf, die Handelsriesen investieren in die Produktionsstufe. Und zwischen diesen Giganten müssen wir bestehen", sagt Wolfgang Ingold, der auch Vorsitzender der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) ist, und er schlussfolgert: "Innovationen und eine saubere Produktion sind für uns die einzige Chance, sich am Markt zu behaupten." Dabei sehen die Verantwortlichen Wiltmann, das 2016 mit rund 800 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 160 Millionen Euro erwirtschaftete, indes sehr stabil aufgestellt. Das gilt auch für die Zukunft, obwohl einer der führenden Köpfe sich zum Jahresende in die zweite Reihe zurückziehen wird: Dr. Wolfgang Ingold wechselt in den Beirat. "Wer meinen Vater kennt, weiß aber, dass er sich weiter einbringen wird", sagt sein Sohn Dr. Ingmar Ingold. Er zeichnet künftig allein als Geschäftsführer für die Bereiche Vertrieb und Marketing verantwortlich, André Behrmann steuert die Produktion. Allerdings hat Wiltmann sein Führungsteam ganz aktuell noch einmal aufgestockt und vom Wettbewerber Windau aus Harsewinkel den bisherigen Geschäftsführer Thomas Maruschke geholt. Er wird auf Geschäftsleiterebene den Vertrieb organisieren und an Ingmar Ingold berichten. Dieser sieht im Außer-Haus-Verzehr den großen Trend, Wiltmann habe darum Chips, "Salamissimo-Sticks" und Salamibrezeln entworfen. "Nur beim Abendbrot kommt die Familie noch häufig zusammen. Hier werden wir Akzente setzen", kündigt Ingold an.

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