Die Facebook-Seite des österreichischen Vereins zur Aufklärung über Internetmissbrauch Mimikama hat mehr als 560.000 Fans. - © Tobias Schreiner
Die Facebook-Seite des österreichischen Vereins zur Aufklärung über Internetmissbrauch Mimikama hat mehr als 560.000 Fans. | © Tobias Schreiner

Versmold/Wien Kampf gegen Betrüger im Netz

Der Versmolder Andre Wolf arbeitet in Wien für den Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch

Carolin Nieder-Entgelmeier

Versmold/Wien. Internetkriminalität wird zu einem immer größeren Problem. Nach Angaben des Bundeskriminalamts ist jeder zweite Internetnutzer schon einmal Opfer von Betrug oder Identitätsdiebstahl geworden. So vielfältig wie das Internet sind auch die Tricks von Betrügern. Mit einfachen Mitteln verursachen sie immer größere Schäden. Gegen den Vormarsch der Internetkriminalität kämpft der Versmolder Andre Wolf. In Wien arbeitet der 37-Jährige für den Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch "Mimikama". Der Name Mimikama stammt aus dem ostafrikanischen Suaheli und bedeutet "gefällt mir". Genau wie der Button bei Facebook, denn die Arbeit des Vereins hat in dem sozialen Netzwerk begonnen. Mimikama ist ein gemeinnütziger Verein, der sich mit Falschmeldungen, Abofallen, falschen Gewinnspielen, schädlichen Links, Phishingmails und vielen anderen Instrumenten von Betrug befasst. "Mimikama ist eine internationale Koordinationsstelle zur Bekämpfung von Internetmissbrauch und zentrale Anlaufstelle für Internet-User, die verdächtige Inhalte melden möchten", erklärt Wolf. Dabei gehe es nicht um Zensur, sondern ausschließlich um den Schutz von Internetnutzern, die vor Gefahren gewarnt werden, ergänzt Wolf. Meldungen über Betrugsmaschen finden Internetnutzer auf der Vereinshomepage www.mimikama.at und auch auf der Facebookseite "Zuerst denken - dann klicken", die mittlerweile über eine halbe Million Fans hat. 2011 ist Wolf das erste Mal auf den Verein Mimikama aufmerksam geworden. "Ich habe die Facebook-Seite entdeckt und war von der Arbeit beeindruckt", sagt Wolf. Zwei Jahre später trifft der Versmolder den Gründer von Mimikama, Tom Wannenmacher, zufällig auf der Computermesse CeBIT in Hannover. "Kurz darauf hat der Verein ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, und meine Bewerbung war erfolgreich." So arbeitete Wolf nicht mehr nur in der Marketingabteilung eines Versmolder Unternehmens, sondern auch für den österreichischen Verein Mimika. "Plötzlich verlängerten sich meine Arbeitstage um sechs Stunden, weil die Online-Recherche sehr viel Zeit in Anspruch nimmt", erklärt Wolf. "Doch die Mühe lohnt sich, weil ich damit Menschen vor Betrügern schützen kann."Verein lebt von Hinweisen Anfang des Jahres bietet Mimikama-Gründer Wannenmacher seinem ehrenamtlichen Mitarbeiter in Versmold eine Vollzeitstelle an. Wolf sagt zu und zieht im März mit seiner Frau nach Wien. "Ich vermisse meine Familie und Freunde in Ostwestfalen, aber ich habe den Schritt nie bereut, obwohl die Arbeitstage nicht kürzer geworden sind", sagt Wolf. Mittlerweile umfasst das Team von Mimikama neben Wolf und Wannenmacher 13 ehrenamtliche Mitarbeiter, um täglich Hunderten Hinweisen von Internetnutzern nachzugehen. "Der Verein lebt von Hinweisen und wird ausschließlich durch Werbung finanziert", erklärt Wolf. Zudem arbeite der Verein eng mit Mitarbeitern der sozialen Netzwerke, von Behörden und der Polizei zusammen, wenn auf konkrete Straftaten hingewiesen wird. Die Arbeit der Polizei hat sich durch die Problematik der Internetkriminalität verändert. In Fachkommissariaten kümmern sich Experten neben der Strafverfolgung von Internetbetrügern auch um Prävention. "Viele Internetnutzer sind sorglos online. Gleichzeitig entwickeln Betrüger immer bessere Maschen", warnt die Sprecherin der Polizei Bielefeld, Sonja Rehmert. Diese Entwicklung bestätigt auch Wolf: "Wir staunen täglich über Phishingmails und andere Betrugsmaschen, die fast perfekt gefälscht sind und nur schwer zu durchschauen sind."

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