Es wird grün: Tanja Setter pflanzt mit Tochter Alena Stauden ein, die Matteo gerade mit seiner roten Schubkarre angeliefert hat. Etwa 35 Erwachsene und 30 Kinder haben beim Baueinsatz auf dem Außengelände der Kita "Kleine Strolche" mitgeholfen. - © Karin Prignitz
Es wird grün: Tanja Setter pflanzt mit Tochter Alena Stauden ein, die Matteo gerade mit seiner roten Schubkarre angeliefert hat. Etwa 35 Erwachsene und 30 Kinder haben beim Baueinsatz auf dem Außengelände der Kita "Kleine Strolche" mitgeholfen. | © Karin Prignitz

Verl-Kaunitz Eltern und Kinder gestalten das Außengelände ihrer Kita

"Wir holen Natur in die Kita"

Karin Prignitz

Verl-Kaunitz. Ben Noah und Ferdinand verteilen mit kleinen gelben Schaufeln frische Holzschnitzel auf einer der künftigen Spielflächen. Jannis sitzt mit Ohrenschützern auf einem Spielzeugtraktor, Matteo karrt mit seiner roten Schubkarre Pflanzen zu Tanja und Alena Setter. Eltern schleppen, sägen, bohren, hämmern, messen und pflanzen, damit ein Naturtraum für ihre Kinder Gestalt annimmt. Und die Jüngsten helfen kräftig mit. Auf dem großzügigen Gelände rund um die städtische Kindertageseinrichtung (Kita) "Kleine Strolche" am Furlbach in Kaunitz wird das Außengelände von Eltern, Kindern, Erzieherinnen und den Fachleuten vom Verein Ideenwerkstatt Lebenstraum neu gestaltet. Am Wochenende hat der erste Baueinsatz stattgefunden, und es ist bereits eine Menge entstanden. Landschaftsbauer Erdmut Bauer hat das Kommando. Der Einsatzleiter verteilt die vielen anstehenden Aufgaben. Am Freitag von 14 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit und am Samstag von 9 bis 17 Uhr sind etwa 35 Eltern und 30 Kinder im Einsatz, außerdem 15 Erzieherinnen. Eine teambildende Aktion also. "So etwas kann man nur durchführen, wenn man engagierte Eltern hat", betont Kita-Leiterin Susanne Badde. "Und die haben wir hier in Kaunitz." Erdmut Bauer spricht zudem ein großes Lob an die Bauhofmitarbeiter aus. "Die haben uns wirklich super unterstützt." Bauer, der seit drei Jahren für die Ideenwerkstatt Lebenstraum arbeitet, erklärt die Philosophie des Vereins: "Mit vielen Höhenunterschieden naturnah bauen, um die Motorik der Kinder und deren Intellekt zu fördern." Deshalb entstehen dort, wo vorher noch Rasen war, Höhlen, Tunnel, Hügel und Podeste, ein Seilgarten und ein Atrium. "Vorgefertigtes kennen die Kinder, wir wollen sie mit allen Sinnen beanspruchen", erläutert Bauer den Anspruch. Kleinsträume werden geschaffen, die die Neugierde und Entdeckerlust der Jungen und Mädchen wecken. "Sie können sich ihre eigenen Spielräume gestalten." Dass es dabei auch mal dreckig zugeht, weil Erde und Sand im Spiel sind, ist bewusst gewählt. "Auf diese Weise wird das Immunsystem der Kinder gestärkt und alle Sinne werden beansprucht." Baumstämme, Rampen, Tunnel, eine Blumenwiese mit Insekten, Käfern und Larven: "Wir holen die Natur in den Kindergarten", sagt Erdmut Bauer. Die Nutzer könnten künftig in den unterschiedlichen Themenbereichen balancieren, klettern und springen. Dem ersten Bauabschnitt sollen weitere folgen. "Im kommenden Jahr soll es mindestens zwei geben", bestätigt Jugendamtsleiter Patrick Bullermann. Weitere Einsätze sind möglicherweise für 2019 geplant. "Das Gelände soll wachsen, eine Zeitschiene gibt es aber nicht." Der Vorteil: "Jeder Bauabschnitt kann sofort bespielt werden." Der Bauhof hatte einige der verbauten Stämme geliefert, Bohrtechnik Horsthemke Betonröhren gespendet. "Es hat ganz viel Unterstützung gegeben", lobt Badde. Das gilt auch für die Kinder, die am Ende des Tages so richtig schön schmutzig und mindestens genauso stolz sind.

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